Vom Schweinehund Wolfgang. Und wie es anders laufen kann

29.06.2010

Unter Selbst­stän­di­gen gibt es ein weit ver­brei­te­tes Phä­no­men: Je mehr sie arbei­ten, desto nied­ri­ger ist ihr Kon­to­stand. Ich kenne das. Und fast jeder Frei­be­ruf­ler in mei­nem Umkreis kennt das. Die Erklä­rung dafür ist sim­pel: Bei extre­mer Arbeits­be­las­tung fal­len die admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben oft ein­fach unter den Tisch – mit ande­ren Wor­ten: Man kommt nicht zum Schrei­ben der Rech­nun­gen.

Der pflicht­be­wusste Dienst­leis­ter ord­net die Abrech­nung sei­ner Hono­rare eben viel wei­ter unten auf der Prio­ri­tä­ten­liste ein als die Erle­di­gung neuer Auf­träge. Das ist unheim­lich kun­den­freund­lich – und gleich­zei­tig wahn­sin­nig bekloppt.

Man sollte sich vor Augen hal­ten: Die Rech­nung gehört zu einem Pro­jekt ganz genauso dazu wie Akquise, Kal­ku­la­tion, Durch­füh­rung und Kun­den­ser­vice. Eigent­lich ist sie erst die Krone des Gan­zen, mehr noch: der Grund, wes­halb man sich über­haupt ent­schließt, den Groß­teil des Tages am Arbeits­platz und nicht auf dem Sofa vor Talk­shows und Gerichts­sen­dun­gen zu verbringen.

Per­fi­der­weise ist nicht nur der auf­op­fe­rungs­volle Vor­satz, lau­fende Pro­jekte mit größt­mög­li­chem Ein­satz gewis­sen­haft zu erle­di­gen, der ver­nünf­ti­gen Buch­hal­tung im Weg. Son­dern auch der innere Schwei­ne­hund. Mei­ner heißt Wolf­gang und flüs­tert mir ein: „Sachen mit Zah­len machen dir kei­nen Spaß. Du bist mehr der Buch­sta­ben­mensch.“ (Ich kenne aber auch Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, die sich eher brem­sen müs­sen beim Ver­sand ihrer Rech­nun­gen, so viel Spaß macht ihnen die Aus­sicht auf Geld­ein­gänge. Finde ich nach­ah­mens­wert. Ich bin lei­der nicht so.) Gegen Wolf­gang hilft zwei­er­lei: ein Blick aufs leere Konto, dann ist er ruhig. Oder aber, wenn man es gar nicht so weit kom­men las­sen möchte, das ewige Man­tra: „Kein Auf­trag ist abge­ar­bei­tet, ehe die Rech­nung geschrie­ben ist.“ Und ganz prag­ma­tisch: Rech­nun­gen zeit­nah nach Pro­jek­tende schrei­ben, die Auf­gabe nicht vor sich her schie­ben, bis die uner­le­dig­ten Rech­nungs­berge diver­ser Pro­jekte unüber­wind­lich scheint.

Und natür­lich: sich die Vor­gänge so ein­fach machen wie mög­lich, damit der Zeit­auf­wand denk­bar klein wird. Zum Bei­spiel über eine Online-Plattform, die einem die Arbeit rund­herum erleich­tert. Wir ken­nen da zufäl­lig eine: Wir haben sie näm­lich erfunden. ;-)

4 Kommentare zu “Vom Schweinehund Wolfgang. Und wie es anders laufen kann”

  1. Marcel sagt:

    Rech­nung
    Und ich dachte schon, dass nur ich so wäre. Ich komme ein­fach nie dazu, eine Rech­nung zu schrei­ben. Eigent­lich total bekloppt… aber ein biss­chen beru­higt bin ich dann doch wieder ;)

  2. Rech­nung
    Ich kann mich euch nur anschlie­ßen! Arbeit wird immer pünkt­lich abge­lie­fert nur die Rech­nun­gen dau­ern in der Regel einige Zeit. Das schreit ja förm­lich nach Billomat :)

  3. freelancer sagt:

    Rech­nung
    Schön zu hören das es ande­ren Kol­le­gen auch so geht ;)

  4. Designer sagt:

    Rech­nung
    ich glaube bei dem theam rechun­gen schrei­ben sind viele free­lan­cer faul
    ;)

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