Wer zahlt welche Unternehmenssteuern?

06.05.2010

Steuern und Rechnungsstellung sind eng miteinander verwandte Themen. Nicht nur, weil Rechnungen in der Regel Umsatzsteuer enthalten (Ausnahmen kennen Kleinunternehmer, deren Jahresumsatz unter 17.500 Euro liegt). Sondern auch deshalb, weil der Rechnungsschreiber sich bei seinen Preisen und Honoraren von vornherein im Klaren sein muss, dass er bei jedem Zahlungseingang ein angemessenes Sümmchen einkalkulieren sollte, das früher oder später das Finanzamt von ihm fordern wird.

Wer nun genau und unter welchen Umständen welche Steuerart zahlen muss, ist ein so umfassendes Thema, dass es die ganze Steuerberatungsbranche ernähren kann. Hier soll erst einmal ein kleiner Überblick über die verschiedenen Steuerkategorien ein wenig Licht ins Dunkel bringen:

Einkommenssteuer

Simple Regel: Wer ein Einkommen hat, zahlt. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Einkünfte aus selbstständiger, nicht selbstständiger oder gewerblicher Arbeit, aus Land- oder Forstwirtschaft, Vermietung oder Verpachtung, Kapitalvermögen oder zum Beispiel Rente („sonstige Einkünfte“) erzielt werden. Ausnahmen können für geringfügige Einkünfte gelten.

Körperschaftssteuer

Fällt für Kapitalgesellschaften an, also Aktiengesellschaften, Europäische Gesellschaften, GmbHs und Genossenschaften. Die Körperschaftssteuer beträgt ab Veranlagungszeitraum 2008 15% auf alle Einkünfte der Gesellschaft.

Umsatzsteuer

Für Unternehmer ist sie eine der angenehmsten Seiten des deutschen Steuersystems (abgesehen davon, dass durch sie regelmäßige Umsatzsteuererklärungen fällig werden, die ein wenig Aufwand bedeuten): Ist ein Unternehmen – oder ein Einzelunternehmer – umsatzsteuerpflichtig, muss es – oder er – nur noch den Nettobetrag seiner Betriebsausgaben zahlen: Während Privatpersonen für einen Bleistift 1,19 Euro ausgeben, kostet er für Unternehmer nur 1,00 Euro – die 19 Cent Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer bekommt er vom Finanzamt erstattet. Umgekehrt muss er im Regelfall auf jede Rechnung Umsatzsteuer aufschlagen (je nach Art der Leistung oder Ware 7 oder 19 Prozent) und regelmäßig (monatlich, quartalsweise oder jährlich) abführen.

Gewerbesteuer

Wer ein Gewerbe betreibt, zahlt an seine Gemeinde zusätzlich die Gewerbesteuer – ihre jeweilige Höhe hängt von der Rechtsform des Unternehmens ab. Die für die betreffende Gemeinde zuständige IHK kann im Einzelfall konkrete Angaben machen.

Nicht vergessen: Wer Rechnungen schreibt, muss unbedingt im Sinn behalten, dass der Betrag unterm Strich ihm keineswegs komplett zur freien Verfügung steht. Das Finanzamt will seinen Anteil daran. Das bedeutet: Selbstständige brauchen Mut zur ehrlichen Honorargestaltung und dürfen in Preisverhandlungen ihre Steuerlast nicht vergessen. Und sie sollten einen angemessen hohen Teil ihrer Rechnungseingänge gleich auf die hohe Kante legen, damit es am Tag des Steuerbescheids kein böses Erwachen gibt.

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