Was ändert sich in der Buchhaltung 2017?

Alles neu macht der… Januar. Auf die Buchhaltung 2017 kommen einige Änderungen zu. Ab dem 1.1.2017 gelten neue Gesetze, ändern sich Grenzwerte, Regelungen, Freibeträge und Umlagen. Es gibt auch Fristen, die nun endgültig abgelaufen sind.

Buchhaltung 2017: 10 Dinge, die im neuen Jahr anders werden

Was ändert sich in der Buchhaltung 2017?

Es ist doch immer so: Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, ändert sich das Ganze wieder. Auch die Buchhaltung 2017 macht davor nicht halt.

Was sich ab 2017 ändert? Vieles, zum Beispiel Zolltarife, Warennummern, Fördermittel für Elektromobilität. In Sachen Buchhaltung und Finanzen sind die folgenden Punkte für Selbstständige wichtig.

1. Kleinunternehmerregelung: Die Umsatzgrenze steigt

Durften Kleinunternehmer bisher nur maximal 17.500 Euro Jahresumsatz erzielen, steigt dieses Limit nun ab 2017 auf 20.000 Euro. Es gilt weiterhin, dass der Umsatz im Vorjahr unterhalb dieser Grenze gewesen sein muss und im laufenden Jahr nicht 50.000 Euro übersteigen darf.

2. Lieferscheine schneller wegwerfen

Bisher mussten Firmen Lieferscheine – empfangene und abgegebene – 6 Jahre aufbewahren. Die Frist lief ab Ende des Kalenderjahres, in dem der Lieferschein entstanden ist. Diese Aufbewahrungsfrist entfällt nun für die meisten Lieferscheine. Eine Ausnahme bilden die Firmen, die Lieferscheine auch als Buchungsbelege verwenden. Dort müssen die Unterlagen weiterhin für 10 Jahre für eventuelle Steuerprüfungen vorgehalten werden.

3. Kleinbetragsrechnungen jetzt größer

In der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung ändert sich §33. Dadurch verschiebt sich die Höchstgrenze für Kleinbetragsrechnungen von bisher 150 Euro auf maximal 200 Euro.

4. Mindestlohn wird erhöht

Wer Jobs im Niederiglohnbereich vergibt, muss beachten, dass sich der Mindestlohn 2017 ändert. Er steigt auf 8,84 Euro Brutto je Zeitstunde.

5. Geldwerter Vorteil: Sachbezugswert für Verpflegung steigt

Sachbezugswerte sind Teil des Einkommens, die nicht als Geldleistung übermittelt werden. Aus Dienstwagen, Dienstwohnung etc. entsteht ein sogenannter geldwerter Vorteil. 2017 steigt der  Monatswert für Verpflegung auf 241 Euro. Wer Mitarbeitern verbilligte oder kostenfreie Mahlzeiten anbietet kann nun für ein Frühstück 1,70 Euro und für Abend- und Mittagessen 3,17 Euro ansetzen.

6. Lohnnebenkosten: höhere Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung und der Pflegeversicherung steigen. Beitragsbemessungsgrenzen sind das Limit, bis zu dem auf das Gehalt Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Verdienen Mitarbeiter mehr, ist das darüber liegende Einkommen beitragsfrei. Steigen die Beitragsbemessungsgrenzen, dann bedeutet das, dass mehr Lohnnebenkosten bei den hohen Gehältern anfallen.

Während bei Kranken- und Rentenversicherung bundesweit einheitliche Werte angesetzt sind (52200 Euro Jahreseinkommen) gibt es bei der Rentenversicherung weiterhin eine Unterscheidung in Ost und West-Bundesländer.

7. Lohnsteuer-Anmeldungen

Die Grenze für die vierteljährliche Anmeldung der Lohnsteuer steigt von 4.000 auf 5.000 Euro. Das kann für Betriebe mit einem Lohnsteueraufkommen von weniger als 5.000 Euro im vorigen Kalenderjahr eine Arbeitserleichterung bedeuten. Sie müssen nun nicht mehr monatlich sondern quartalsweise die Lohnsteuer-Anmeldung durchführen. Im Formular für die Lohnsteueranmeldung findet sich die genaue Erklärung unter Punkt 6 der Hinweise für den Arbeitgeber.

8. Lohnsteuertabellen verschoben

Entsprechend der Inflationsraten ändern sich regelmäßig die Lohnsteuertabellen. Auch die Buchhaltung 2017 bleibt davon nicht verschont, für Unternehmen heißt das, dass neue Lohnsteuerprogramme zum Einsatz kommen.

9. Grundfreibetrag steigt 2017 und 2018

Das Existenzminimum soll steuerfrei sein, daher gibt es den Grundfreibetrag. Erst wer mehr verdient, zahlt auf das darüber liegende Einkommen Steuern. Dieser Grundfreibetrag steigt 2017 auf 8.820 Euro und wird 2018 nochmal angehoben, voraussichtlich auf 9.000 Euro.

10. Kindergeld und Kinderfreibeträge höher

Auch für Kinder gibt es einen steuerlichen Grundfreibetrag, der sich 2017 ändert. Er steigt pro Kind auf 4716 Euro. Es gilt der doppelte Betrag bei steuerlicher Zusammenveranlagung der Eltern. Auch das Kindergeld erhöht sich leicht. 192 Euro für die ersten zwei Kinder, 198 Euro beim dritten und 223 Euro für das vierte Kind gibt es ab 2017 monatlich.

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Markus Möller

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One response

  1. Steuerberater says:
    7. Januar 2017 at 10:43 - Reply

    Die Kleinunternehmergrenze ist nicht auf 20.000 € angehoben worden wie oben dargestellt.

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