Bekommen Selbstständige Mutterschaftsgeld?

Mutterschaftsgeld ist eine finanzielle Unterstützung, die von der gesetzlichen Krankenkasse für den Zeitraum kurz vor und nach der Geburt gezahlt wird. Nicht alle Selbstständigen haben darauf Anspruch, es muss einiges beachtet werden, damit man als Selbstständige Mutterschaftsgeld erhält.

Schutzfristen – nicht für Selbstständige

Bekommen Selbstständige Mutterschaftsgeld?

Für Festangestellte kein Problem: Das Mutterschaftsgeld. Doch Selbstständige haben nicht immer Anspruch darauf.
(©georgerudy – Fotolia)

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin gehen Schwangere in den sogenannten Mutterschutz. Die Schutzfrist umfasst insgesamt 14 Wochen, sie endet also acht Wochen nach Geburt des Kindes. Bei Mehrlingsgeburten sind die Fristen länger. Der Haken an der Sache: Hier handelt es sich um ein Arbeitnehmerinnenschutzrecht. Für Selbstständige gibt es keine Regelung. Schwangere Freiberuflerinnen und Unternehmerinnen müssen also bis zum Geburtstermin arbeiten. Besser ist allerdings, sich vorher Rücklagen zu schaffen, denn nicht jeder Schwangeren geht es bis zur Geburt so gut, dass sie arbeiten kann. Und direkt aus dem Wochenbett zurück an den Schreibtisch wollen und können auch die Wenigsten. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wie lange die Babypause dauern soll, ob eine Vertretung eingearbeitet werden muss und was du deinen Kunden über die Auszeit erzählen willst.

Als Selbstständige Mutterschaftsgeld beantragen

Eine Auszeit fürs Baby: Finanziell ist das für Selbstständige unter Umständen ein großes Risiko. Gerade bei Soloselbstständigen kommt unter Umständen über Monate gar kein Honorar mehr herein. Zum Glück können auch Selbstständige Kinder- und Elterngeld beantragen. Aber wie sieht es mit Unterstützung für die Wochen rund um die Geburt aus? Angestellte Frauen bekommen während des Mutterschutzes eine Entgeltersatzleistung, das Mutterschaftsgeld. Bei Selbstständigen gilt das nicht für alle Frauen.

Aber es ist durchaus möglich, dass Selbstständige Mutterschaftsgeld bekommen und zwar dann, wenn sie in einer Gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und Krankengeld mit versichert haben. Eine Krankenversicherung zu haben ist für alle, also auch für Selbstständige, Pflicht. Viele Selbstständige haben bei der Krankenkasse die Wahl zwischen privat oder gesetzlich. Andere sind in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Bei manchen Krankenversicherungen ist Krankengeld Teil eines Wahltarifs. Vom Versicherungsstatus der Mutter sechs Wochen vor dem Entbindungstermin hängt ab, ob ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld besteht.

Privat versicherte bekommen zwar kein Mutterschaftsgeld, haben aber eventuell Anspruch auf andere Leistungen ihrer Krankenkasse. Es ist sinnvoll, hier rechtzeitig nochmal die Verträge durchzusehen und sich genau zu erkundigen.

Mutterschaftsgeld für Selbstständige: Wie viel ist es?

Bei Selbstständigen Frauen hängt die Höhe des Mutterschaftsgeldes davon ab, wie hoch das gezahlte Krankengeld wäre. Das sollte 70% des durchschnittlichen Einkommens vor dem Mutterschutz entsprechen.

Wichtig ist, alle Aspekte rund um Schutzfristen und Mutterschaftsgeld frühzeitig anzugehen. Zwar kannst du den Antrag erst 7 Wochen vor der Geburt stellen, aber es ist wichtig zu wissen, welche Ansprüche bestehen und wie du rund um die Geburt versichert bist.

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Markus Möller

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