Wenn Mitarbeiter trotz Krankschreibung arbeiten

Ist es nur Pflichtbewusstsein oder schon Präsentismus? Manche Arbeitnehmer schleppen sich mit Fieber und Triefnase zur Arbeit und schniefen und husten sich dann im Büro durch den Tag. Was kannst du als Unternehmer tun, wenn Mitarbeiter trotz Krankschreibung zur Arbeit erscheinen?

Krankmeldung

Wenn Mitarbeiter trotz Krankschreibung arbeiten, kannst du sie als Arbeitgeber nicht einfach nach Hause schicken (© Lars Zahner - Fotolia).

Wenn Mitarbeiter trotz Krankschreibung arbeiten, kannst du sie als Arbeitgeber nicht einfach nach Hause schicken (© Lars Zahner – Fotolia).

Angestellte bekommen im Krankheitsfall Lohnfortzahlung. Zu ihren Pflichten, wenn sie krank sind, gehört es unter anderem, die Arbeitsunfähigkeit vom Arzt bescheinigen zu lassen. Diese Krankschreibung muss dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Nur dann kann der Arbeitnehmer über den bescheinigten Zeitraum guten Gewissens zu Hause bleiben. Je nach Arbeitsvertrag ist eine Krankschreibung gleich ab dem ersten Tag der Erkrankung oder auch erst am dritten nötig.

Trotz Krankschreibung arbeiten

Wenn Mitarbeiter trotz Krankschreibung arbeiten, ist das tatsächlich ihre eigene Entscheidung. Als Arbeitgeber kannst du sie nicht einfach nach Hause schicken.

Es ist dennoch ratsam, sich nicht bedingungslos über so viel Pflichtbewusstsein zu freuen, sondern das Gespräch mit dem krankgeschriebenen Mitarbeiter zu suchen. Schließlich sprechen viele Gründe dagegen, trotz Krankschreibung arbeiten zu gehen.

Wer krank zur Arbeit erscheint:

  • verzögert oder gefährdet die eigene Heilung.
  • kann andere anstecken, so dass eine Grippe- oder Erkältungswelle ganz schnell die ganze Abteilung betrifft.
  • gefährdet sich und andere, zum Beispiel indem er mit Fieber und Schwindelgefühl Maschinen bedient oder am Straßenverkehr teilnimmt.
  • ist in seiner Arbeitsfähigkeit so eingeschränkt, dass er am Arbeitsplatz keine Hilfe ist.
  • hat vielleicht Angst, beruflich einen Nachteil zu erleiden, wenn er wegen Krankheit ausfällt.

Bei dem letzten Argument handelt es sich um den sogenannten Präsentismus. Arbeitnehmer glauben, sie müssten immer anwesend sein und dürften nie ausfallen. Hier solltest du dein Team mal fragen, ob und wie man die Work-Life-Balance bei euch in der Firma verbessern kann, damit wer krank ist auch im Bett bleibt.

Es hängt vom Einzelfall ab. Es kann ja tatsächlich sein, dass die Kollegin, die nach einem Kletterunfall für ein paar Wochen ein Gipsbein hat, für sich entscheidet: „Mir ist zu Hause langweilig, ich habe eine Mitfahrgelegenheit ins Büro, es ist viel zu tun, also gehe ich trotz Krankschreibung arbeiten.“

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Markus Möller

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