Lexikon

Buchführungspflicht - Was ist Buchführungspflicht?

Die Buchführungspflicht verpflichtet Kaufleute in Deutschland zur doppelten Buchführung und zum Erstellen einer Bilanz.
Die zentrale Vorschrift zu dieser Pflicht ist in § 238 Abs. 1 S. 1 des Handelsgesetzbuches geregelt. Danach besteht eine Pflicht zur Führung von Büchern für jeden Kaufmann. Alle Gewerbetreibenden deren Geschäft nach Art und Umfang einen Geschäftsbetrieb erfordert, der in kaufmännischer Weise eingerichtet ist, sind daher zur Buchführung verpflichtet.
In einigen Fällen besteht die Buchführungspflicht auch ohne nähere Betrachtung der tatsächlichen Größe des Unternehmens. Dies gilt etwa dann, wenn das Unternehmen in Form einer Kapitalgesellschaft (bspw. GmbH, UG (haftungsbeschränkt)) betrieben wird. Denn in diesem Fall handelt es sich bei den betreffenden Unternehmen um so genannte Formkaufleute gemäß § 6 des Handelsgesetzbuches.

Einnahmeüberschussrechnung oder doppelte Buchführung: Wozu bin ich verpflichtet? Im Billomat Magazin erklären wir es dir!

Ab welcher Größenordnung gilt die Buchführungspflicht?

Das Handelsgesetzbuch lässt die Frage offen, welche Kriterien dafür maßgeblich sind, dass ein Geschäftsbetrieb in kaufmännischer Weise ausgerichtet ist. Hierzu ergeben sich jedoch aus dem Steuerrecht (Siehe dazu auch unseren Lexikoneintrag zu den Steuern) wichtige Anhaltspunkte. Neben der abgeleiteten Buchführungspflicht nach § 140 der Abgabenordnung, welche auf die Vorschriften des Handelsgesetzbuches verweist gibt es auch die originäre Buchführungspflicht nach § 141 der Abgabenordnung. Danach besteht eine Pflicht zur Buchführung für Gewerbetreibende:

  • wenn die getätigten Umsätze 600.000 Euro im Jahr übersteigen
  • wenn der Gewinn aus der gewerblichen Tätigkeit mehr als 60.000 Euro beträgt

Buchführungspflicht

Sonderregelungen bei der Buchführungspflicht

Sonderregelungen gelten für Betriebe der Land- und Fortwirtschaft. Hier wird statt auf die Umsätze auf die Unternehmensgröße abgezielt.
Eine Pflicht zur Buchführung besteht in diesen Fällen dann, wenn die landwirtschaftlich genutzten Flächen einen Wert von mehr als 25.000 Euro haben. Hinsichtlich des erzielten Gewinns liegt die Grenze auch im Rahmen der Land- und Fortwirtschaft bei 60.000 Euro pro Geschäftsjahr.

Gibt es Ausnahmen von der Buchführungspflicht?

Ausnahmen sind weder nach dem Handels- noch nach dem Steuerrecht vorgesehen. Allerdings beziehen sich alle Vorschriften zur Buchführung explizit auf gewerbliche Betriebe.

Für die freien Berufe wie:

  • Ärzte
  • Architekten
  • Publizisten
  • Rechtsanwälte
  • Apotheker etc.

besteht dagegen grundsätzlich keine Pflicht zur Führung von Büchern.
Diese entsteht erst dann, wenn die Art von Berufen im Rahmen einer Kapitalgesellschaft betrieben werden.

Buchhaltung für Gründer: Das Billomat ePaper!

Buchhaltung für GründerE-Bilanz, Doppelte Buchführung, Betriebseinnahmen und Co.: Was ist das alles überhaupt? Leider ist das Thema Buchhaltung für Selbständige und Gründer oft eine große Hürde. Deshalb hat Billomat ein kostenloses ePaper  zum Thema „Buchhaltung für Gründer und Selbständige“ erstellt. Hole es dir jetzt!

>> Zum ePaper Download: Buchhaltung für Gründer

Privat: Billomat 60 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Buchhaltung muss nicht kompliziert sein. Melde dich für den Billomat Newsletter an!
Anmelden
Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting