Lexikon

Doppelte Buchführung - Was ist doppelte Buchführung?

Die doppelte Buchführung (auch doppelte Buchhaltung) bedeutet, dass jeder Geschäftsvorgang in der kaufmännischen Finanzbuchhaltung zweimal erfasst wird, nämlich auf dem Konto und dem Gegenkonto. Die doppelte Buchführung findet im Rahmen des kaufmännischen Rechnungswesens statt.

Ob du zu einer doppelten Buchführung oder Einnahmenüberschussrechnung verpflichtet bist, erfährst du in unserem Billomat Magazin.

Warum doppelte Buchführung?

Die Notwendigkeit der doppelten Buchführung lässt sich zum einen aus der Verpflichtung zur Erstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung) nach dem Handelsgesetzbuch (§ 242 Abs. 3 HGB) als auch aus den „Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung“ ableiten. In diesem Sinne wird das Prinzip der Doppik – ein andere Bezeichnung der doppelten Buchführung – zweifach interpretiert:

    1. als doppelter Nachweis des Erfolgs eines Unternehmens durch Vergleich des Eigenkapitals in der Anfangs- und Schlussbilanz eines Geschäftsjahres einerseits sowie den Vergleich von Aufwendungen und Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung andererseits;
    2. als doppelte Erfassung von Geschäftsvorfällen auf verschiedenen Konten durch „Soll und Haben“ Buchungen. Die Kontenführung dient dabei der unterjährigen Verbuchung und wird am Jahresende im Jahresabschluss zusammengeführt.

Grundlagen der Doppelte Buchführung:  Buchung in Soll und Haben

Konten bestehen in diesem Zusammenhang immer aus zwei Seiten: Soll und Haben, wobei Soll für die linke Seite und Haben für die rechte Seite steht. Jeder Soll-Buchung steht danach eine Haben-Buchung gegenüber et vice versa. Je nach Kontoart sind Soll- und Haben-Buchungen unterschiedlich zu interpretieren:

  • Aktive Bestandskonten: Soll-Buchungen erfassen einen Vermögenszugang, Haben-Buchungen einen Abgang;
  • Passive Bestandskonten: Zusätzliche Verbindlichkeiten werden im Haben, Schuldenabbau wird im Soll verbucht;
  • Erfolgskonten: Aufwendungen werden auf der Soll-Seite gebucht, Erträge im Haben.

Das Prinzip der doppelten Buchführung soll an einem Beispiel verdeutlicht werden:

Ein bestehende Zahlungsverpflichtung gegenüber Lieferanten wird bar aus der Firmenkasse beglichen. In diesem Fall erfolgt eine Haben-Buchung auf dem Kassenkonto – Abgang von Zahlungsmitteln. In gleicher Höhe wird eine Sollbuchung auf dem Konto für Lieferantenverbindlichkeiten durchgeführt – Reduzierung von Schulden.

Pflicht zur doppelten Buchhaltung

Doppelte Buchführung

Einfache oder doppelte Buchführung? Wer muss was?

Kaufleute, AGs, GmbHs, Gewerbetreibende und freiwillig bilanzierende Freiberufler und Kleingewerbetreibende, die einen Gewinn über 60.000 Euro/Jahr oder einen Umsatz über 600.000 Euro/Jahr erzielen, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Eine Ausnahme bilden Kleingewerbe und Freiberufler, die als Kleinunternehmer agieren (mehr zu Kleinunternehmerregelung). Sie müssen lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung an das Finanzamt übermitteln, in der sie ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen.

>> Doppelte oder einfache Buchführung? Hier erfährst du, wozu du verpflichtet bist!

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