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Einkommensteuer - Was ist die Einkommenssteuer?

Rechtliche Grundlage der Einkommensteuer (ESt) ist das Einkommensteuergesetz (EStG). Sie wird für alle natürlichen Personen zur Berechnung der Steuerlast erhoben. Die so genannte Bemessungsgrundlage ergibt sich aus dem Einkommen der jeweils steuerpflichtigen Person. Charakteristisch für die Einkommensteuer ist es, dass zunächst das Einkommen erzielt wird und erst im Anschluss eine Berechnung der Steuerhöhe stattfindet. Steuerexperten sprechen hierbei von einer so genannten „nachgelagerten Steuer“.

Wer zahlt welche Unternehmenssteuern? Hier findest du einen kleinen Überblick über die verschiedenen Steuerkategorien

Das direkte Gegenteil der Einkommensteuer ist die Lohnsteuer, welche sofort nach ihrer Entstehung vom Fiskus eingezogen wird (vorgelagerte Steuer). Neben dem Steuerzahler selbst sind nur einige genau definierte steuerberatende Berufe zur Erstellung einer Einkommensteuererklärung berechtigt. Zu diesem Kreis zählen unter anderem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Notare sowie Lohnsteuerhilfevereine. Hilfestellungen von anderen Stellen sind von Rechtswegen nicht gestattet. Wer dagegen verstößt, hat empfindliche Strafen zu erwarten.

Die Einkommensteuer: Eine der wichtigsten Erhebungsformen

Aus Sicht der Gesamtgesellschaft ist neben der Umsatzsteuer die Einkommensteuer für den Staat die wichtigste Einkommensquelle. regelt die Verteilung der Einnahmen auf Bund, Länder und Kommunen. Für die Abgabe der Einkommensteuererklärung ist laut das für den jeweiligen Wohnsitz der Privatperson zuständige Finanzamt verantwortlich.

Wie wird die Einkommensteuer berechnet?

Das Einkommensteuergesetz gibt im vor, dass alle steuerpflichtigen natürlichen Personen, die über ein Einkommen verfügen, Einkommensteuer bezahlen müssen. Dabei werden die Einnahmen besteuert, die aus den folgenden Bereichen oder Tätigkeiten gewonnen werden:

  • Gewerbebetrieb
  • Selbstständige Tätigkeit in einer Personengesellschaft
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Vermietung und Verpachtung
  • Kapitaleinkünfte
  • Sonstige Einkünfte

einkommensteuerEinkommensteuererklärung – Basis für die Berechnung der Einkommensteuer

Betroffene Steuerpflichtige müssen jedes Jahr selbstständig eine Einkommensteuererklärung abgeben, damit die Einkommensteuer ermittelt werden kann. In ihrer Erklärung legen Steuerpflichtige ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt offen. Auf Basis der Angaben in der Einkommensteuererklärung berechnet das Finanzamt die anfallenden Steuern. Dabei setzt die Berechnung der Einkommensteuer an den Nettoeinkünften an. Die Nettoeinkünfte sind Einnahmen, von denen betrieblich bedingte Ausgaben abgezogen wurden. Diese werden auch als Gewinn bezeichnet. Der Fiskus erhebt die Einkommensteuer in der Regel innerhalb des festgelegten Zeitabschnittes von einem Kalenderjahr, ohne die Erträge aus früheren oder späteren Wirtschaftsjahren zu berücksichtigen.

Arten der Veranlagung für die Einkommensteuer

Neben der Einkommenshöhe richtet sich der Steuerbetrag zudem nach der Art der Veranlagung. Grundsätzlich berücksichtigt der Fiskus für jeden Steuerpflichtigen das zu versteuernde Einkommen einzeln. Doch können Ehepaare auch eine Zusammenveranlagung wählen, um Steuervorteile zu nutzen. 

Einkommensteuer ermitteln – Wie viel Einkommensteuer ist zu bezahlen?

Bei der Berechnung der Einkommensteuer zieht das Finanzamt sämtliche Einkünfte heran, die der Steuerpflichtige innerhalb eines Jahres erwirtschaftet hat. Die Summe aller Einkünfte ergibt die Bemessungsgrundlage für die Steuer. Das Einkommensteuergesetz gibt im genau vor, wie der Einkommensteuerbetrag auf Basis der Bemessungsgrundlage zu ermitteln ist. Die Einkommensteuer ist „progressiv“ gestaltet. Das bedeutet, dass der Steuersatz mit zunehmender Einkommenshöhe fortschreitend ansteigt. Die Ermittlung der Einkommensteuer setzt daher bei insgesamt fünf Einkommensstaffeln (Stand 2019) an:

  • Staffel 1: 0 bis 9.168 Euro
  • Staffel 2: 9.169 Euro bis 14.254 Euro
  • Staffel 3: 14.255 Euro bis 55.960 Euro
  • Staffel 4: 55.961 Euro bis 265.326 Euro
  • Staffel 5: 265.327 Euro bis unbegrenzte Höhe

Formeln für die Berechnung der Einkommensteuer

Die Staffel 1 bezeichnet den Grundfreibetrag, für den keine Einkommensteuer anfällt. Bei der Ermittlung des Einkommensteuerbetrags ist für jede der weiteren Staffeln eine eigene Formel anzusetzen. Die jeweiligen Formeln enthalten drei genau festgelegte Größen x, y und z. 

  • Die Größe x bezeichnet das zu versteuernde Einkommen, das auf einen vollen Euro abgerundet wurde. 
  • Die Größe y bezeichnet den Faktor 1:10.000 des Einkommens, das den Grundfreibetrag übersteigt. Der zu versteuernde Betrag ist dabei auf volle Euro abzurunden. 
  • Die Größe z bezeichnet den Faktor 1:10.000 des Einkommens, das den Betrag von 14.254 Euro übersteigt. Auch dieser Betrag ist auf volle Euro abzurunden. 

Die Formeln für die Einkommenstaffeln

  • Staffel 1: Bis 9.168 Euro Grundfreibetrag fällt keine Einkommensteuer an.
  • Formel für Einkommen der Staffel 2: (980,14 * y + 1.400) * y
  • Formel für Einkommen der Staffel 3: (216,16 * z + 2.397) * z + 965,58
  • Formel für Einkommen der Staffel 4: 0,42 * x – 8.780,90
  • Formel für Einkommen der Staffel 5: 0,45 * x – 16.740,68

Tabelle für die Einkommensteuer

Die Berechnung der Einkommensteuer unter Verwendung der gesetzlich vorgegebenen Formeln ist in der Regel recht kompliziert. Um den Einkommensteuerbetrag zu ermitteln, können Steuerpflichtige daher auch auf eine zurückgreifen, die den Steuerbetrag für jedes Einkommen angibt. Das Bundesfinanzministerium stellt darüber hinaus auf ihrer Homepage ein für die Ermittlung der Einkommensteuer bereit. Dort kann das zu versteuernde Einkommen, sowie die Angabe über den Familienstand für jedes Wirtschaftsjahr eingegeben werden, um den Steuerbetrag zu ermitteln. 

Was kann bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden?

Das zu versteuernde Einkommen kann neben betrieblich bedingten Ausgaben durch weitere Faktoren abgesenkt werden. So können vom Gesamtbetrag der Einkünfte genau festgelegte Abzüge und Freibeträge geltend gemacht werden. Die Abzüge zeichnen sich durch drei Merkmale aus:

Verlustabzug

Selbstständige und Unternehmer können Verluste aus vorangegangenen Wirtschaftsjahren geltend machen, die bei der Ermittlung des aktuellen Jahresgewinns vom Einkommen abgezogen werden. Um den Verlust geltend zu machen, muss bei der Einkommensteuererklärung des Vorjahres angegeben worden sein, dass die negativen Einkünfte als Verlustabzug festgehalten werden sollen.

Sonderausgaben

Auch Sonderausgaben mindern das Einkommen. Das Gesetz gibt genau vor, welche Aufwendungen als Sonderausgaben angegeben werden können. Für die Sonderausgaben gibt es unterschiedliche Höchstgrenzen. Zu den Sonderausgaben, die die meisten Steuerpflichtigen betreffen, gehören:

Außergewöhnliche Belastungen

Haben Steuerpflichtige über Verluste und Sonderausgaben hinaus weitere besondere Belastungen, dann können auch diese in der Einkommensteuer berücksichtigt werden. So können zum Beispiel Krankheitskosten, Unterhaltszahlungen oder Kosten für die Berufsausbildung von unterhaltsberechtigten Partnern oder Kindern, für die kein Freibetrag greift, als außergewöhnliche Belastungen angerechnet werden. Aber auch besondere Aufwendungen für volljährige Kinder, die sich auswärts in einer Berufsausbildung befinden, können unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastungen mit dem Einkommen verrechnet werden. 

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