Lexikon

Entfernungspauschale - Was ist eine Entfernungspauschale?

Das Steuerrecht sieht über die Absetzung einer Entfernungspauschale einen einfachen Weg vor, wie Arbeitnehmer ihre tägliche Anfahrt steuerlich geltend machen können. Die Pauschale kann nutzen, wer auf eigene oder geteilte Kosten zur Erfüllung von Verträgen rund um die nichtselbstständige Tätigkeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pendelt. Viele Arten der Beschäftigung fallen jedoch aus der Regelung heraus.

Kann man Fahrtkosten eigentlich steuerlich abrechnen? Wie Du Steuern sparst, erfährst Du im Billomat Magazin.

Wer hat Anspruch auf Absetzung der Entfernungspauschale?

Entfernungspauschale

Die Entfernungspauschale wird über die jährliche Einkommensteuererklärung abgerechnet und beträgt aktuell 30 Cent pro Entfernungskilometer. Diese Pauschale gilt jedoch nicht für jeden Arbeitnehmer, der beliebig viele Arbeitsstätten ansteuert und dafür verschiedene Verkehrsmittel nutzt. Von den Werbungskosten absetzen kann die Pauschale, wer:

  • öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn nutzt (Taxi und Flugzeug ausgeschlossen)
  • auf Instandhaltungskosten verzichtet und ein eigenes Fahrzeug ausschließlich für den Arbeitsweg nach Kilometern abrechnet
  • eine regelmäßige Arbeitsstätte hat, die sich immer an der gleichen Stelle in gleicher Entfernung befindet
  • seine Fahrten in irgendeiner Form nachweisen kann

Was sind die Anforderungen an die Streckenführung?

Auch für die Strecke selbst gelten Bedingungen. So nimmt der Gesetzgeber stets die kürzeste Strecke für den Arbeitsweg an. Das Finanzgericht Düsseldorf hat in einem Urteil vom 23.3.2007, 1 K 3285/06 E, entschieden, dass eine längere Strecke anerkannt wird, wenn sie verkehrsgünstiger liegt. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise der Berufsverkehr die kürzere Strecke so stark beeinträchtigt, dass der Arbeitgeber eine deutlich längere Fahrzeit veranschlagen müsste.

Der Arbeitsweg kann außerdem nur zweimal am Tag befahren werden. Pausenfahrten in die eigene Wohnung oder Aufteilung der Arbeitsstunden bleiben damit unberücksichtigt. Eine Absetzung verschiedener Wege zu unterschiedlichen Arbeitsstätten wie Lagern, Unternehmenssitz und Bürogebäude sind unzulässig außer sie erfolgen jeden Tag im gleichen Rhythmus einmal hin und einmal zurück. Umwege können nicht berücksichtigt werden. Wer unterwegs regelmäßig aussteigt und einen zusätzlichen Weg zurücklegt um beispielsweise Frühstück zu kaufen, unterbricht damit seinen Arbeitsweg. Er ist nicht nur nicht für diesen zusätzlichen Weg versichert, sondern kann die zusätzliche Strecke auch nicht geltend machen.

Wer setzt die Entfernungspauschale ab?

Der Arbeitnehmer berechnet und setzt die Entfernungspauschale eigenständig in der Einkommensteuererklärung unter Werbungskosten jährlich ab. Auf Nachfrage muss der genaue tägliche Weg nachvollziehbar und auf die korrekte Anzahl an Arbeitstagen berechnet sein. Die Pauschale können nur Angestellte absetzen.

Flug-, Zug- und Taxikosten für Selbstständige werden in der Regel als Reise- oder Transportkosten abgerechnet und sind von der Pauschale ausgenommen. Zahlt der Arbeitgeber bereits aus der Unternehmenskasse einen festen Betrag für die Anreise und weist dies nach, entfällt eine zusätzliche Absetzung ebenfalls.

 

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