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Erbschaftssteuer - Was ist eine Erbschaftssteuer?

Wenn im Falle eines Erbes, einer Schenkung oder einer Zweckzuwendung Vermögenswerte anfallen, wird darauf in Deutschland eine Steuer erhoben. Die Erbschaftssteuer richtet sich in der Höhe nach dem Vermögenswert. Sie wird sowohl auf finanzielle Werte, als auch auf Sachbezüge und Wertgegenstände erhoben und fällt nach dem Ausschöpfen des persönlichen Freibetrages ab dem ersten Euro an.

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Gesetzliche Regelung rund um die Erbschaftssteuer

Tritt in Deutschland ein Todesfall ein, in dem testamentarisch Erben benannt wurden, müssen diese mit der Besteuerung ihres Erbteils rechnen. Die Erbschaftssteuer tritt allerdings auch dann in Kraft, wenn zu Lebzeiten Schenkungen oder Zuwendungen vergeben werden. Dadurch wird vor allem verhindert, dass große Geldbeträge unzulässig den Besitzer wechseln. Die Steuer wird jedoch auch auf geschenkte oder vererbte Gegenstände ab einem bestimmten Wert berechnet.

Die Höhe der Erbschaftssteuer ist im Erbschaftssteuergesetz ab § 10 ErbStG geregelt. Sie bemisst sich nach der Steuerklasse des Empfängers und dem Wert des zu besteuernden Erbes. Die Steuerklasse ergibt sich aus dem Verhältnis des Empfängers zu dem Erblasser oder Schenker nach § 15 ErbStG . Dabei werden Familienangehörige wie Kinder und Ehepartner begünstigt. Kleine Schenkungen und niedrige Erbsummen können häufig dem Freibetrag untergeordnet werden.

Berechnung der Erbschaftssteuer

Zur Berechnung der zu entrichtenden Erbschaftssteuer wird zuerst der Wert des Erbes oder der Schenkung festgelegt. Finanzwerte und Wertpapiere zählen dabei nach Tageskurs, Sachwerte werden geschätzt. Im Zweifel muss ein Experte mit der Schätzung beauftragt werden, wenn es sich beispielsweise um seltenen Schmuck oder eine Kunstsammlung handelt. Dies gilt auch dann, wenn der Erbende die Sammlung oder den Schmuck behält und nie veräußert.

Zuerst jedoch erfolgt die Bestimmung des Verhältnisses zu Verstorbenen oder Schenker nach Steuerklasse. Ehegatten, Kinder und Stiefkinder, sowie Enkel der leiblichen oder Stiefkinder zählen zur Steuerklasse I und werden mit mindestens 7 und maximal 30 Prozent Steuer belastet. Für sie gelten Freibeträge von Hausrat bis 41.000 Euro, Sammlungen und Grundbesitz bis zu 85 Prozent und finanzielle Freibeträge bis zu 500.000 bzw. 400.000 Euro. nach § 13 und § 16 ErbStG. Zu Steuerklasse II zählen Eltern, Geschwister, Schwiegereltern und -kinder und geschiedene Ehegatten. Alle übrigen Personen zählen zu Steuerklasse III, auch eingetragene Lebenspartner, die ihre Gemeinschaft nicht zu einer Ehe umgewandelt haben. Für sie fallen ab 15 bis 50 Prozent Steuer an, die Freibeträge sind deutlich niedriger.

Die konkrete Berechnung ist nur durch eine Beachtung aller Faktoren möglich und wird durch einen Anwalt oder Nachlassverwalter vorgenommen.

Einzelnachweise:

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