Lexikon

Finanzierung - Was ist eine Finanzierung?

Der Ausdruck Finanzierung beschreibt alle Prozesse der Bereitstellung und Rückerstattung von Mitteln, die für eine Investition notwendig werden. Umgangssprachlich versteht man unter einer Finanzierung zudem einen zweckgebundenen Kredit. Klassische Beispiele hierfür sind die Auto- sowie die Immobilienfinanzierung. Aber auch konsumorientierte Finanzierungen treten häufig auf. Erworben werden können auf diese Weise zum Beispiel Computer oder TV-Geräte.

Tipps für eine erfolgreiche Finanzierung oder für eine Firmengründung ohne Kapital hält unser Magazin für dich bereit.

Welche Perspektiven bezeichnet die Finanzierung?

Die Finanzierung bezeichnet unterschiedliche Vorgänge zur Bereitstellung von Geldmitteln in Abhängigkeit von der Ausgangssituation sowie von weiteren verschiedenen Kriterien.

  • Wirtschaft: In der Wirtschaft beschreibt der Begriff Finanzierung die Beschaffung von Kapital für geschäftliche Unternehmungen. Insbesondere kommt die Finanzierung für die Beschaffung oder den Bau von Immobilien sowie für betriebliche Investitionen zum Einsatz. 
  • Bilanz: Die Finanzierung aus der Perspektive der Bilanzierung bedeutet die Beschaffung von Kapital für geschäftliche Unternehmungen. Das durch Finanzierung verschaffte Kapital wird in der Bilanz auf der Passivseite abgebildet. Die rechte Seite der Bilanz stellt demnach die Finanzierungsseite dar. 
  • Finanzwesen: Aus der Perspektive des Finanzwesens bezeichnet der Begriff Finanzierung eine Reihe von Zahlungen. Die erste Zahlung besteht in der Einzahlung in Form des Kredits. Auf diese folgen Auszahlungen in Form von regelmäßigen Tilgungsraten mit Zinsen. 

Was ist die betriebliche Finanzierung?

Die betriebliche Finanzierung ist die grundlegende Voraussetzung für Investitionen und zeichnet sich durch unterschiedliche Merkmale aus: 

Fristigkeit

Die so genannte Fristigkeit bezeichnet die Dauer der Finanzierung. Diese zerfällt in kurz-, mittel- und langfristige Finanzierungen.

  • Die kurzfristige Finanzierung besteht in einem Kredit mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr.
  • Die mittelfristige Finanzierung bezeichnet einen Kredit, der eine Laufzeit zwischen einem bis fünf Jahren umfasst.
  • Die Laufzeit des Kredits in einer langfristigen Finanzierung beträgt mehr als fünf Jahre. 

Je höher die Fristigkeit einer Finanzierung und damit die Laufzeit eines Kredits angelegt ist, umso ungünstiger sind die Bedingungen für die Rückführung gestaltet. Diese schlagen sich in der Höhe der Zinsen am deutlichsten nieder. Langfristige Kredite gehen mit den höchsten Zinssätzen einher. Daneben nimmt auch die Bonität des Kreditnehmers einen Einfluss auf die Höhe des Zinssatzes. 

Finanzierungsanlass

Der Finanzierungsanlass bezeichnet die Gründe, die zu einer Finanzierung führen. Diese können auf eine Unternehmensgründung, eine Betriebserweiterung oder auf eine Unternehmenssanierung zurück gehen. Aber auch eine Umschuldung oder Finanzierungen für spezielle Projekte, für den Immobilienkauf oder den Bau von Immobilien kommen als Finanzierungsanlass für betriebliche Finanzierungen in Betracht. 

Rechtsstellung des Kapitalgebers

Die Eigen- und Fremdfinanzierung geben Auskunft über die rechtliche Stellung des Kapitalgebers:

  • Eigenfinanzierung: Die so genannte Eigenfinanzierung bezeichnet die Finanzierung von unternehmerischen Vorhaben, indem dem Unternehmen Eigenkapital bereit gestellt wird. Das Eigenkapital kann in Form von Einlagen durch den Betriebsinhaber zur Verfügung gestellt werden oder aus dem Gewinn des Unternehmens entnommen werden. 
  • Fremdfinanzierung: Die Fremdfinanzierung erfolgt durch Organisationen oder Personen, die außerhalb des Unternehmens stehen. So können zum Beispiel Banken einen Kredit bereit stellen oder Lieferanten Ware oder Rohstoffe gegen Rechnung liefern. Auch Anleihen oder Anzahlungen von Kunden gehören in den Bereich der Fremdfinanzierung von Betrieben. 

Herkunft des Kapitals

Abhängig von der Herkunft des Kapitals unterscheidet man zwischen der Außen- und Innenfinanzierung. 

Betriebliche Finanzierung – Überblick über die Möglichkeiten

finanzierung

Was ist die Außenfinanzierung und Innenfinanzierung?

In den Finanzwissenschaften unterscheidet man zwischen einer Innen- und einer Außenfinanzierung. Beide Varianten werden nochmals nach Eigen- und Fremdfinanzierung unterschieden. Die äußere Fremdfinanzierung erfolgt über einen Kredit. Die entsprechende Eigenfinanzierung sieht die Bereitstellung eigener Mittel vor. Die innere Eigenfinanzierung besteht ausschließlich aus eigenen Mitteln. Die entsprechende Fremdfinanzierung beruht auf Rückstellungen. Diese Unterscheidungen sind insbesondere für Unternehmen aus buchhalterischen und steuerlichen Gründen von großer Bedeutung, da sie sich in unterschiedlichem Maße gewinnschmälernd auswirken.

Außenfinanzierung

Bei der Außenfinanzierung fließen finanzielle Mittel direkt von außen in einen Betrieb ein. Dabei kann das Geld dem Unternehmen durch Banken, vom Kapitalmarkt oder durch Personen oder Personengruppen zur Verfügung gestellt werden. Die Außenfinanzierung stellt die benötigten Gelder zum Beispiel in Form von Einlagen durch Betriebsinhaber oder von Beteiligungen durch Gesellschafter bereit. Aber auch Kredite von Banken zählen zur Außenfinanzierung. Diese kann auch finanzielle Mittel durch bestimmte besondere Formen der Finanzierung bereit stellen, wie zum Beispiel durch das Leasing. Für die Außenfinanzierung stehen insbesondere die folgenden Möglichkeiten bereit:

  • Beteiligungsfinanzierung: Eigentümer eines Unternehmens können dem Betrieb Kapital als Beteiligung zur Verfügung stellen. 
  • Kreditfinanzierung: Banken oder andere Geldgeber stellen dem Unternehmen finanzielle Mittel für einen genau festgelegten Zeitraum und zu vorgegebenen Rückführungsmodalitäten bereit.

Innenfinanzierung

Bei der Innenfinanzierung werden dem Unternehmen finanzielle Mittel aus dem eigenen Betrieb zur Verfügung gestellt. Das Kapital kommt bei der Innenfinanzierung aus dem Inneren des Unternehmens selbst. Die Innenfinanzierung kann auf die folgenden Arten bereit gestellt werden:

  • Finanzierung aus Rückstellungen: Kommt die Finanzierung aus Rückstellungen zum Einsatz, dann werden hierfür Rücklagen gebildet, die sich als Aufwand niederschlagen. Der Aufwand führt zu einer Minderung des Gewinns, ohne dass es unmittelbar zu einer Auszahlung kommt. Die Rücklagen können auf diese Weise zur Finanzierung innerhalb des Unternehmens Verwendung finden.
  • Finanzierung aus Abschreibungen: Ebenso wie die Rückstellung setzt auch eine Abschreibung den Unternehmensgewinn herab, ohne dass es zu einer Auszahlung kommt. Die auf diese Weise frei gesetzten Mittel können in das Unternehmen als Investition eingebracht werden. 
  • Selbstfinanzierung: Diese kann entweder in einer offenen oder stillen Finanzierung erfolgen.
    Offene Selbstfinanzierung: Die offene Selbstfinanzierung wird auch als Gewinnthesaurierung bezeichnet. Die Gewinnthesaurierung ist eine Finanzierung aus Umsatzerlösen, die einen Unternehmensgewinn beziffern.
    Stille Selbstfinanzierung: Für die stille Selbstfinanzierung können Unternehmen die Spielräume zur Bildung von stillen Reserven nutzen. Dabei werden Vermögenswerte mit einem niedrigeren Wert oder Schuldenwerte mit höheren Werten beziffert. Diese variable Bewertung führt zur Bildung von stillen Reserven. Die auf diese Weise nicht ausgewiesenen Gewinne werden einbehalten und in Form der stillen Selbstfinanzierung innerhalb des Betriebs verwendet.
  • Kapitalfreisetzung:
    Wenn Unternehmen gebundenes Kapital in liquide Mittel umwandeln, spricht man von einer Kapitalfreisetzung. Für diese stehen verschiedene Möglichkeiten bereit:
    – Verkauf von Vermögenswerten des Unternehmens
    – Kürzere Zahlungsziele gegenüber den Kunden führt zu einer Minimierung von Außenständen
    – Reduzierung von Lagerbeständen
    – Verkauf von Forderungen durch Factoring
  • Rationalisierung: Die Rationalisierung spart finanzielle Mittel durch Maßnahmen ein, in denen Arbeitsprozesse des Betriebs verbessert und dadurch wirkungsvoller ausgestaltet werden. Die eingesparten Mittel können danach als Investitionen in den Betrieb zurück fließen. 

Was bedeutet Factoring in der Unternehmensfinanzierung?

Im Bereich der Unternehmensfinanzierung ist das sogenannte „Factoring“ von großer Bedeutung. Unter dem Factoring versteht man, dass der Partner, der die Mittel bereitgestellt hat und entsprechend eine Rückzahlungsforderung gegenüber dem Schuldner (Debitor) besitzt, diese an eine dritte Gesellschaft abtritt. In der Regel erhält er im Gegenzug 90 Prozent der Forderung.

Die sogenannte duale Finanzierung ist im öffentlichen Bereich üblich und soll bestimmte Leistungsbereitstellungen ermöglichen (beispielsweise die Auszahlung der Rentenversicherung). Der Staat trägt in diesem Fall die Anschaffungskosten, wohingegen der Leistungserbringer (beispielsweise die Versicherung) die Kosten für den laufenden Unterhalt zu tragen hat. Die Idee des Modells ist in den Bereich der Immobilienfinanzierungen eingeflossen. Viele Banken verlangen beispielsweise, dass der künftige Eigentümer die Kaufnebenkosten aus eigener Tasche bezahlt, während sie selbst nur den eigentlichen Erwerb der Immobilie finanzieren.

Was ist die Mezzanine Finanzierung?

Die Mezzanine Finanzierung ist eine Mischform der Finanzierung, die aus Fremd- und Eigenfinanzierung besteht. Die Mezzanine Finanzierung kann zum Beispiel in Form von Genussrechten, Optionsanleihen oder stillen Beteiligungen bereit gestellt sein. Die Rückzahlung des Mezzanine Kapitals erfolgt meist langfristig und mit höheren Zinsen als der normale Bankkredit. Denn der Kapitalgeber der Mezzanine Finanzierung trägt ein höheres Risiko als Banken, da er im Falle einer Insolvenz gegenüber normalen Gläubigern eine zurückgesetzte Rangfolge unter den Gläubigern einnimmt. Zudem haben Mezzanine Kapitalgeber nur ein geringes Mitspracherecht im Unternehmen. 

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