Lexikon

Fiskus - Was ist der Fiskus?

Unter Fiskus versteht man den Staat als ökonomisch handelndes Subjekt, welches durch seine Tätigkeit die volkswirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. Der Staat tritt innerhalb einer Volkswirtschaft in vielfältiger Weise als Wirtschaftssubjekt auf, in dieser Rolle bezeichnen ihn Wissenschaftler als Fiskus. Diese Begriffsverwendung unterscheidet sich vom allgemeinen Sprachgebrauch, in dem Fiskusfälschlicherweise Finanzverwaltung bedeutet. Die eigentliche Bedeutung weicht davon deutlich ab: Der Staat als Fiskuszeichnet sich durch folgende Handlungsmöglichkeiten aus:

  • Er vergibt Aufträge an private Unternehmen, darunter Bauaufträge.
  • Der Staat verantwortet erwerbsmäßige Geschäftstätigkeiten, zum Beispiel in Form von öffentlich-rechtlichen Unternehmen.
  • Als Käufer und Investor treten die staatlichen Institutionen ebenfalls auf. Sie erwerben unter anderem Büromöbel, Computer und Gewerbe, um die staatlichen Aufgaben erfüllen zu können (fiskalische Hilfsgeschäfte).

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Was ist der Einfluss des Fiskus auf die Volkswirtschaft?

Mit diesem fiskalischen Handeln setzt der Staat volkswirtschaftliche Impulse oder dämpft das Wirtschaftswachstum. Es kommt zum Beispiel darauf an, in welchem Umfang er Aufträge an privatwirtschaftliche Unternehmen vergibt. Ein umfangreiches Bauprogramm fördert das Wachstum und schafft Arbeitsplätze. Im Bereich der erwerbsmäßigen Geschäftstätigkeit ist der Einfluss noch direkter, der Staat agiert als Marktteilnehmer. Er betreibt unter anderem Stadtwerke und Verkehrsbetriebe. In einer Planwirtschaft kontrolliert er sogar alle oder einen Großteil der Unternehmen. Diese unternehmerische Tätigkeit ist in Marktwirtschaften Gegenstand strittiger Debatten: Befürworter von Privatisierungen argumentieren, dass ein freier Wettbewerb unter privaten Firmen für mehr Effizienz sorgt. Gegner wollen dagegen zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge in der Verantwortung der öffentlichen Hand sehen, da nur diese Aspekte des Allgemeinwohls berücksichtigen kann.

Fiskalpolitik: Erreichung volkswirtschaftlicher Ziele

Fiskus

Als Fiskus betreibt der Staat Fiskalpolitik, eine Unterkategorie der Finanzpolitik. Fiskalpolitik hat drei Ziele:

  • der Ausgleich konjunktureller Schwankungen
  • hoher Beschäftigungsstand
  • stabile Inflation auf einem niedrigen Niveau

Der Ausgleich konjunktureller Schwankungen lässt sich mit einer antizyklischen Fiskalpolitik realisieren. In einer Phase des konjunkturellen Abschwungs investiert der Staat viel Geld, um die Wirtschaft zu stimulieren. Während eines Aufschwungs reduziert er die Staatsausgaben. Dabei muss der Fiskus mehrere Faktoren beachten, die Höhe der Verschuldung verdient ebenso Berücksichtigung wie die Geld- und Zinspolitik.

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