Lexikon

Freelancer - Was ist ein Freelancer?

Als Freelancer werden in verschiedenen Branchen freie Mitarbeiter bezeichnet, welche durch das Unternehmen übertragene Aufträge und Projekte selbstständig bearbeiten. Die Begriffe Freelancer, freier Mitarbeiter und Freiberufler werden dabei oft fälschlicherweise synonym genutzt. Der Freiberufler kann zwar als Freelancer oder freier Mitarbeiter tätig sein, doch die Rechtsform nach § 18 Abs. 1 EStG lässt auch eine Tätigkeit als Angestellter zu. Freelancer sind in der Regel eine Art des freien Mitarbeiters, die für konkrete Projekte engagiert werden.

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  1. Was bedeutet der Begriff Freelancer genau?
  2. Was ist der Unterschied zwischen freiem Mitarbeiter und Freiberufler?
  3. Wer kann Freelancer werden?
  4. Welche rechtlichen Grundlagen gibt es für freie Mitarbeiter?
  5. Was sind typische Tätigkeiten als Freelancer?
  6. Welche Steuerpflichten haben freie Mitarbeiter?
  7. Freelancer oder Scheinselbstständiger?
  8. Wieviel verdient man als Freelancer?

freelancer

Was bedeutet der Begriff Freelancer genau?

Der Freelancer – auch freier Mitarbeiter genannt – ist eine selbstständige Arbeitskraft, die nicht in die betrieblichen Abläufe ihrer Auftraggeber eingegliedert ist. Der freie Mitarbeiter erhält von einem oder mehreren Kunden Aufträge, deren Ausführung er selbstständig in Rechnung stellt. Er bestimmt Arbeitszeit und Arbeitsort selbst und ist nicht an Weisungen durch seinen Auftraggeber gebunden. Somit arbeitet der Freelancer wie ein Unternehmer, der in Eigenverantwortung Aufträge für Kunden ausführt. 

Was ist der Unterschied zwischen freiem Mitarbeiter und Freiberufler?

Die Begriffe freier Mitarbeiter, Freelancer und Freiberufler werden oftmals synonym gebraucht, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen. Der Begriff Freelancer oder freier Mitarbeiter bezeichnet die Art eines Beschäftigungsverhältnisses, an dem Auftraggeber und Auftragnehmer unabhängig von der Art der Tätigkeit beteiligt sind. Dahingegen bezeichnet der Begriff Freiberufler Angehörige bestimmter Berufsgruppen, die im Einkommensteuergesetz gelistet sind. Dazu gehören beispielsweise Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte und Künstler. Freelancer können, wenn ihre berufliche Tätigkeit zu den sogenannten Katalogberufen der freien Berufe gehört, durchaus als Freiberufler arbeiten. Sie können aber auch Gewerbetreibende sein. 

Wer kann Freelancer werden?

Grundsätzlich kann jeder Berufstätige unabhängig von der Art seiner Tätigkeit oder der Branche als Freelancer für einen Auftraggeber arbeiten. Voraussetzung für die Tätigkeit als Freelancer ist, dass er mindestens einen Auftraggeber findet, der seine Tätigkeit in Anspruch nehmen möchte. Die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit handeln die Beteiligten selbst aus.

Wie wird man Freelancer?

Anmeldung beim Finanzamt

Wer als freier Mitarbeiter für einen Auftraggeber arbeitet, muss seine Tätigkeit dem Finanzamt mitteilen, sobald er seine Leistung in Rechnung stellt und Entgelt dafür erhält. Hierfür ist ein formloses Schreiben an das zuständige Finanzamt zu richten, in dem der Freelancer angibt, welche Tätigkeit er ausübt. Auf seine Anmeldung hin entsteht Steuerpflicht und er erhält eine Steuernummer. Das Finanzamt sendet dem Freelancer zugleich einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu, in dem es die zu erwartenden Umsätze abfragt.

Anmeldung im Gewerbeamt

Freelancer, die nicht als Freiberufler arbeiten, melden ihre Tätigkeit als Gewerbe an. Die Gewerbeanmeldung erfolgt in der Gemeinde oder im Gewerbeamt des Wohnsitzes oder in einer zuständigen Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer. 

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es für freie Mitarbeiter?

Das Gesetz erachtet freie Mitarbeiter als beruflich Selbstständige, die auf Basis von Dienstverträgen tätig sind. Es bezeichnet die Pflichten von Freelancern im Bürgerlichen Gesetzbuch . Dort verpflichtet es Dienstleister zur Leistung von Diensten, die sie einem Kunden vertraglich zusichern, während der Auftraggeber eine Pflicht zur Vergütung hat. Dabei ist es unerheblich, welchen Gegenstand der Dienstvertrag enthält. Die vertragliche Verpflichtung kann mündlich, schriftlich oder durch formlose Korrespondenz zustande kommen. 

Was gilt für die Sozialversicherung von Freelancern?

Wie andere Selbstständige auch rechnen freie Mitarbeiter ihre Tätigkeit mit ihren Auftraggebern über eine Rechnung ab. Somit gelten für sie die Regelungen des Arbeitsrechts nicht. Daher erhalten freie Mitarbeiter zum Beispiel keinen Arbeitgeberanteil zu ihren Sozialabgaben und sie genießen auch keinen Kündigungsschutz. Auch haben sie keinen Anspruch auf Lohnfortzahlungen oder bezahlten Urlaub. Abhängig von der Art der Tätigkeit versichern sich freie Mitarbeiter durch freiwillige Sozialversicherungen oder sie sind Mitglied der Künstlersozialkasse.

Tätigkeiten als Freelancer

In einigen Branchen wie dem Text-, Bild- und Webdesign, so wie bei Übersetzungs-, Lektorats- und Programmierungsarbeiten und vielen anderen, gehen Firmen immer häufiger dazu über, freie Mitarbeiter zu engagieren. Das bedeutet, dass sie eine konkret definierte Tätigkeit an einen betriebsfremden Arbeiter abtreten, dessen Expertise in diesem Feld liegt. Der FL ist nicht bei dem Unternehmen angestellt, auch nicht für die Zeit des Projektes oder Auftrages. Das heißt: Er bleibt weiterhin selbstständiger Einzelunternehmer und ist für Versicherungspflichten selbst zuständig. Der Freelancer kann keine Ausfalltage mit der Krankenkasse verrechnen, oder für den Zeitraum nach Beendigung der Aufgabe Unterstützung nach dem ALG I beziehen. Gleichzeitig kann er die Arbeitsbedingungen selbst aushandeln und gegebenenfalls im Home Office arbeiten. Einige Firmen stellen Freelancern auch einen Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens zur Verfügung. Die Bedingungen zur Übernahme dieses Arbeitsplatzes und den Bedingungen zu welchen er zu verlassen ist, sind vertraglich zu regeln. Freelancer werden in der Firmenstatistik häufig als Mitarbeiter geführt. Korrekt wäre stattdessen das Ausweisen als freie Mitarbeiter.

Welche Steuerpflichten haben freie Mitarbeiter?

Freelancer unterliegen wie alle Selbstständigen einer Steuer- und Abrechnungspflicht. Je nach Unternehmensform kann eine Bilanzierungs- und Buchführungspflicht hinzukommen.

Freie Mitarbeiter müssen sich daher mit denselben steuerlichen Pflichten beschäftigen, wie jeder andere Selbstständige auch. Abhängig von der Art und vom Umfang der gewerblichen Tätigkeit müssen Freelancer grundsätzlich die folgenden Steuern beachten:

In der Steuererklärung sind Einnahmen durch Freelancer-Tätigkeiten bei den Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit zu verbuchen.

Umsatzsteuerpflichtige freie Mitarbeiter können den Vorsteuerabzug nutzen. 

Können Freelancer als Kleinunternehmer arbeiten?

Auch freie Mitarbeiter können die Kleinunternehmerregelung für sich in Anspruch nehmen. Liegen die jährlichen Umsätze unterhalb der vorgegebenen Höchstgrenzen, wie sie für Kleinunternehmer gelten, können auch Freelancer die Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht wählen. 

Freelancer oder Scheinselbstständiger?

Die Debatte darum, welche Aufgaben in den Bereich eines Freelancers fallen dürfen und ab welcher Stundenzahl und Dauer Unternehmen den freien Mitarbeiter als Mitarbeiter eingliedern müssen, wird seit Jahren und zunehmend durch Gewerkschaften und Kammern geführt. Der , nach dem der Sozialversicherungsträger die Selbstständigkeit nach drei bis fünf Merkmalen prüfen konnte, wurde 2003 gestrichen. Die Vermutungsregelung schützte bis dahin Selbstständige vor den Risiken einer Scheinselbstständigkeit, ermächtigte den Gesetzgeber jedoch gleichermaßen, Arbeitgeber auf Ausnutzung des Selbstständigkeitsstatus hin zu überprüfen. Heute (Stand 2020) müssen Betriebsprüfer und Einzugsstellen eigenmächtig entscheiden, ob ein Verdachtsfall vorliegt, der Unternehmer und Kassen gleichzeitig schädigt. Während einige Freiberufler zufrieden sind mit der langjährigen Arbeit für einen einzelnen Auftraggeber, werden in anderen Branchen praktisch keine versicherungspflichtigen Stelle mehr vergeben. Neben Freelancern werden Leiharbeiter und temporäre Praktikanten eingestellt. Die Clearingstelle des Deutschen Rentenversicherung gibt sowohl Auftragnehmern, als auch Auftraggebern auf Anfrage Auskunft darüber, ob eine Scheinselbstständigkeit im konkreten Falle vorliegt. Wird durch Steuer-, Renten- oder Versicherungsträger eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit festgestellt, muss der freie Mitarbeiter ggf. Teilbeträge, die ohne eigene Versicherungspflicht nicht aufgekommen wären, an den Arbeitgeber zurückzahlen, während dieser seiner Abgabenpflicht rückwirkend nachkommen muss.

Wie viel verdient man als Freelancer?

Der Verdienst von freien Mitarbeitern richtet sich nach der Branche und der Art der Tätigkeit. Wer langjährige Berufserfahrung vorweisen kann, erhält in der Regel von seinen Auftraggebern ein höheres Honorar als Berufsanfänger. Auch innerhalb der Branchen gibt es keine Vorgaben zur Bestimmung von Honoraren. Im Grunde ergeben sich die Honorare von freien Mitarbeitern aus Angebot und Nachfrage.

Wie legen freie Mitarbeiter ihren Stundensatz fest?

Bei der Festlegung ihrer Honorare müssen Dienstleister und Auftraggeber berücksichtigen, dass freie Mitarbeiter die Lasten für Steuern und Sozialversicherungen alleine tragen müssen. Um einen grundlegenden Richtwert für Honorare zu bestimmen, müssen Freelancer Angestelltengehälter in vergleichbaren Branchen anlegen und Sozialversicherungslasten, Steuern und Betriebsausgaben sowie Akquisekosten hinzurechnen. Im Ergebnis sollte der Stundensatz eines Freelancers ungefähr 1,5 mal so hoch sein wie der Stundenlohn eines Angestellten, der in der gleichen Branche und mit vergleichbarer Berufserfahrung arbeitet.

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