Lexikon

Gewerbeanmeldung - Was ist eine Gewerbeanmeldung?

Die Gewerbeanmeldung steht vor der Aufnahme einer jeden Gewerbetätigkeit. Zuständig für die Anmeldung ist das örtliche Ordnungs- oder Gewerbeamt, das im Falle einer Aufgabe des Gewerbes auch die Gewerbeabmeldung entgegennimmt. Zur Anmeldung eines Gewerbes sind Selbstständige (Siehe hierzu den Lexikoneintrag zur Scheinselbstständigkeit) verpflichtet, wenn ihre Tätigkeit nicht freiberuflich oder landwirtschaftlich fokussiert ist. Handwerkliche und industrielle Berufe werden außerdem mit dem Gewerbe an die zuständige Industriekammer bzw. Handwerkskammer gemeldet und müssen ggf. Nachweise zur Qualifikation vorlegen. Die Anmeldung eines Gewerbes ist gebührenpflichtig. Nach der Anmeldung wird ein sogenannter Gewerbeschein ausgestellt.

Muss man als Blogger ein Gewerbe anmelden? Jein! Die Bedingungen dafür liest du in unserem Billomat Magazin.

Gewerbeanmeldung oder freiberuflich arbeiten?

Wer ein Gewerbe anmelden muss, richtet sich nach der Art der ausgeübten Tätigkeit. Vier Punkte müssen erfüllt sein, damit die Gewerbeanmeldung positiv angenommen wird:

  • Selbstständige Ausübung einer nach außen gerichteten Tätigkeit
  • Keine Anstellung mit der Tätigkeit
  • Interesse an langfristigem Ausüben
  • Gewinnerzielungsabsicht

Die gewünschte Tätigkeit muss selbstständig ausgeübt werden und sich nach außen richten. Das heißt, dass eine Gewerbetätigkeit innerhalb eines Unternehmens mit dem Unternehmen selbst als einzigem Kunden (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zur Kundenakquise) ausgeschlossen ist. Der Gewerbetreibende muss außerdem auf eigene Rechnung arbeiten und darf mit seiner Tätigkeit nicht angestellt sein. Er muss das Gewerbe auf lange Sicht ausüben wollen, kurzfristige Tätigkeiten werden häufig nicht anerkannt, oder führen bei einer Ab- und erneuten Anmeldung zu Problemen. Das Ziel der gewerblichen Tätigkeit muss das Erwirtschaften von Gewinnen sein, es muss also eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegen.

Gewerbeanmeldung

Zusätzlich gibt das Berufsfeld selbst Aufschluss darüber, ob eine Freiberuflichkeit möglich ist, oder nur ein Gewerbe in Betracht kommt. Freiberufler können ausschließlich in den sogenannten freien Berufen tätig sein. Neben Künstlern, Journalisten und Medienschaffenden gehören hierzu auch Ärzte, Therapeuten oder Anwälte. Handwerkliche und produzierende Arbeiten werden stets als Gewerbe oder Unternehmen angemeldet.

Ablauf einer Gewerbeanmeldung

Um ein Gewerbe anzumelden, werden zuerst die notwendigen Anmeldeformulare von der Website des zuständigen Gewerbeamtes heruntergeladen und ausgefüllt. Die Anmeldung selbst kann jedoch nur persönlich erfolgen. Dazu vereinbart der Selbstständige einen Termin auf dem Ordnungs- oder Gewerbeamt seines Zuständigkeitsbereiches und legt die Dokumente zusammen mit Personalausweis oder Reisepass vor. Je nach Art des Gewerbes können Qualifikationen nötig werden. Handwerksbetriebe benötigen eine Handwerkskarte, einen Meisterbetrieb eröffnen können nur qualifizierte Handwerker, die über den Titel verfügen. Handelnde Unternehmen benötigen einen Handelsregisterauszug, beim Handel mit gebrauchten Gegenständen und in der Sicherheitsbranche kann ein polizeiliches Führungszeugnis notwendig werden.
International Zugezogene ohne deutsche Staatsbürgerschaft benötigen neben der gültigen Aufenthaltsgenehmigung eine Erlaubnis zur Gewerbeanmeldung, für EU-Ausländer entfällt dank Freizügigkeit die Aufenthaltsgenehmigung.

Nachdem alle Dokumente vorliegen und korrekt ausgefüllt wurden, wird der Anmeldung entweder zugestimmt, oder diese abgelehnt. Für die Anmeldung selbst ist mit Kosten von 10 bis 60 Euro zu rechnen. Der Gewerbetreibende kann nun sein Gewerbe ausüben und ist automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer. Versicherungen müssen nach der Aufnahme eines Gewerbes meist neu geregelt werden, die Art der Abrechnung der Tätigkeit richtet sich nach Umsatz (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zum Umsatzsteuersatz und zur Umsatzsteuererklärung)und Geschäftsfeld.

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