Die Gewerbesteuer (kurz GewSt) ist eine in Deutschland festgelegte Ertragssteuer, die auf den Ertrag eines Gewerbebetriebes erhoben wird. Darunter fallen Kapitalgesellschaften und andere Betriebe, die unter das Einkommenssteuerrecht fallen. Sie wird erhoben aufgrund einer Form des Äquivalenzprinzips, das bedeutet Gewerbe müssen ihren Ertrag aus der Verantwortung heraus versteuern, dass sie durch ihre Existenz für die angesiedelte Region zur Last fallen und Kostenverursachung vermutet wird.

Was ist der Unterschied zwischen Gewerbesteuer und Umsatzsteuer? In unserem Magazinartikel „Wer zahlt welche Unternehmenssteuern“ erfährst du es.


  1. Gewerbesteuer: eine Definition
  2. Wer muss Gewerbesteuer bezahlen?
  3. Wie hoch ist die Gewerbesteuer?
  4. Wie berechnet man die Gewerbesteuer?
  5. Welche Fristen gelten für die Steuererklärung?
  6. Was bedeutet die Nichtabzugsfähigkeit der Gewerbesteuer?
  7. Deutsches Unikat

Gewerbesteuer: eine Definition

In Deutschland erheben die Gemeinden und Kommunen die Gewerbesteuer, deren Regelungen im (GewStG) niedergelegt sind. Die Gemeinden besteuern mit der Gewerbesteuer die Ertragskraft von Unternehmen, die in ihrem Verwaltungsgebiet angesiedelt sind. Die Höhe des Gewerbesteuerbetrags richtet sich insbesondere nach dem Gewinn, den ein Unternehmen innerhalb eines Kalenderjahres erzielt hat. Die Steuer ist eine sogenannte Real- oder Objektsteuer, da sie sich auf ein Steuerobjekt, das in einem Unternehmen besteht, bezieht. Die Steuer ist eine zentrale Einnahmequelle für die Gemeinden und Kommunen, mit der diese einen Großteil ihrer Ausgaben finanzieren. 

Wer muss Gewerbesteuer bezahlen?

Grundsätzlich muss jeder Gewerbebetrieb, der innerhalb von Deutschland ansässig ist, Gewerbesteuer bezahlen. Ausschlaggebend für die Gewerbesteuerpflicht ist die gewerbliche Tätigkeit und die Rechtsform des Betriebs. So muss jede Firma, die bei ihrer Gründung ein Gewerbe anmelden muss, auch die Gewerbesteuer bezahlen. Betroffen sind beispielsweise Unternehmen aus der Industrie, der Handel, das Handwerk, Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG oder Dienstleistungsbetriebe. Freiberufler sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft sind ganz von der Gewerbesteuerpflicht befreit. Für bestimmte Unternehmensformen gilt ein Freibetrag.

Für welche Unternehmen gilt der Freibetrag?

Einzelunternehmen und Personengesellschaften, wie beispielsweise Einzelkaufleute, GbR oder KG genießen einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro. Liegt ihr Betriebsgewinn unterhalb des Freibetrags, müssen Betriebe dieser Unternehmensformen keine Gewerbesteuer abführen. Alle Beträge oberhalb des Freibetrags unterliegen für diese Unternehmen der Besteuerung.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer?

Für die Berechnung des Gewerbesteuerbetrags wenden die Gemeinden eigene Hebesätze an, die sie innerhalb bestimmter gesetzlicher Vorgaben für jedes Kalenderjahr selbst festsetzen. Um den Gewerbesteuerbetrag zu bestimmen, wird im ersten Schritt der einheitliche Steuersatz von 3,5 Prozent angesetzt. Der Steuersatz der Gewerbesteuer wird als Steuermesszahl bezeichnet, der zusammen mit dem Hebesatz zum Steuerbetrag führt. Multipliziert man den Jahresgewinn mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent, erhält man den Steuermessbetrag als Grundlage für die Ermittlung des zu bezahlenden Steuerbetrags. Im zweiten Schritt wird der Steuermessbetrag mit dem Hebesatz multipliziert, den die Gemeinde innerhalb ihrer Verwaltungshoheit bestimmt hat. Der Hebesatz beträgt innerhalb von Deutschland mindestens 200 Prozent und ist nach oben offen. Im Durchschnitt bewegt sich der Hebesatz der Gemeinden zwischen 200 bis 550 Prozent. Dabei liegen in der Regel die Hebesätze in den Großstädten in oberen Bereichen, während ländliche Gemeinden ihre Hebesätze niedriger anlegen. 

Wie berechnet man die Gewerbesteuer?

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Um den Gewerbesteuerbetrag zu ermitteln, muss der Jahresgewinn mit der Steuermesszahl multipliziert werden. Dieser Steuermessbetrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert.

Zur Berechnung der Gewerbesteuer sind drei Werte erforderlich:

  1. Jahresgewinn
  2. Steuermesszahl
  3. Hebesatz

Bei der Ermittlung des Gewerbesteuerbetrags ist der Jahresgewinn eines Unternehmens mit der Steuermesszahl zu multiplizieren. Das Ergebnis ist der Steuermessbetrag. Im zweiten Schritt wird der Steuermessbetrag mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert, in dem der Betrieb seinen Sitz hat. 

Beispiel für die Berechnung der Gewerbesteuer allgemein

Ein Handelsunternehmen mit Sitz in Hannover hat einen Jahresgewinn von 100.000 Euro erzielt. Wie hoch ist der Gewerbesteuerbetrag?

Rechnung

Jahresgewinn = 100.000 Euro
Steuermesszahl = 3,5 Prozent
Hebesatz der Stadt Hannover im Jahr 2020 = 480 Prozent

Gewerbesteuermessbetrag: 100.000 Euro * 3,5% = 3.500 Euro
Gewerbesteuer: 3.500 Euro * 480 ./. 100 = 16.800 Euro

Das Unternehmen muss 16.800 Euro Gewerbesteuer bezahlen.

Beispiel für die Berechnung der Gewerbesteuer von Einzelunternehmen

Unternehmen, die den Freibetrag von 24.500 Euro in Anspruch nehmen können, ziehen diesen bei der Berechnung der Gewerbesteuer von ihrem Jahresgewinn ab. Danach führen sie die weiteren Rechenschritte durch. Ein Einzelunternehmer mit Sitz in Hannover hat einen Jahresgewinn von 100.000 Euro erzielt. Wie viel Gewerbesteuer muss der Gewerbetreibende bezahlen?

Rechnung:

  • Jahresgewinn: 100.000 Euro – 24.500 (Freibetrag) = 75.500
  • Gewerbesteuermessbetrag: 75.500 * 3,5% (Steuermesszahl) = 2.642,50
  • Gewerbesteuer: 2.642,50 * 480 ./. 100 (Hebesatz Hannover 2020) = 12.684

Der Einzelunternehmer muss 12.684 Euro Gewerbesteuer bezahlen.

Welche Fristen gelten für die Steuererklärung?

Unternehmen müssen einmal jährlich eine Gewerbesteuererklärung an das Finanzamt schicken. Die Abgabefrist endet am 31. Juli des Folgejahres nach dem Abrechnungszeitraum. Ist mit der Bearbeitung der Steuererklärung ein Steuerberater beauftragt, endet die Frist am 28. Februar des übernächsten Jahres, das auf den Abrechnungszeitraum folgt. Nach Erhalt der Gewerbesteuererklärung ermittelt das Finanzamt den Betrag und informiert die Gemeinde über das Ergebnis. Die Gemeinde erlässt daraufhin einen Gewerbesteuerbescheid. Nach der Festsetzung des Gewerbesteuerbetrags ist neben der Schuld des vorangegangenen Jahres auch die Steuer für das aktuelle Wirtschaftsjahr im Voraus zu entrichten. Die Vorauszahlung für das aktuelle Kalenderjahr wird in vier Teile aufgeteilt und ist jeweils innerhalb einer festgesetzten Frist zu entrichten. Die Zahlungsfristen enden jeweils zum 15. Kalendertag der Monate Februar, Mai, August und November. 

Was bedeutet die Nichtabzugsfähigkeit der Gewerbesteuer?

Der Gewerbesteuerbetrag, den ein Unternehmen gezahlt hat, ist nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig. Das hat zur Folge, dass die bezahlte Steuer den Gewinn des Unternehmens nicht entsprechend mindert. Im Gegenzug kann die Steuer jedoch bei der Ermittlung der Einkommensteuer von Inhabern betroffener Unternehmen pauschal auf den zu bezahlenden Einkommensteuerbetrag angerechnet werden. 

Deutsches Unikat

Vergleichbare Steuern werden in anderen EU-Staaten oder Wirtschaftsländern nicht erhoben. Als Gemeindesteuer bildet sie in Deutschland das Fundament der steuerlichen Einnahmen und sorgt so für die finanzielle Grundlage des deutschen Gemeindewesens. Da die GewSt allerdings stark von der vorherrschenden Konjunktur abhängig ist, können die Einnahmen für die Gemeinden von Jahr zu Jahr entsprechend variabel ausfallen. Nach Paragraph 3 Absatz 2 der Abgabenverordnung zählt sie zu den Real- oder Sachsteuern und wird rechtlich durch das Gewerbesteuergesetz (kurz GewStG) sowie die Gewerbesteuerdurchführungsverordnung gesichert. Damit eine Steuer erhoben werden kann, muss der Gewerbeertrag des jeweiligen Betriebes vorliegen.

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