Lexikon

Kirchensteuer - Was ist die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer ist eine von Religionsgemeinschaften zur Deckung des allgemeinen Kirchenbedarfs auf Basis der Einkommenssteuer erhobene Steuer. Die Kirchensteuer wird bei Arbeitnehmern, die Mitglied in einer zur Kirchensteuererhebung berechtigten Religionsgemeinschaft sind, vom Arbeitgeber wie die Lohnsteuer einbehalten und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Die Finanzämter erhalten von den Kirchen wiederum eine Aufwandsentschädigung für den Einzug der Steuer. Religionsgemeinschaften dient die Steuer der Deckung des allgemeinen Kirchenbedarfs.

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Bemessungsgrundlage und Höhe der Kirchensteuer

Bei der Kirchensteuer handelt es sich um eine sogenannte Zuschlagsteuer oder Annexsteuer. Eine weitere in Deutschland erhobene Annexsteuer ist der seit 1991 erhobene Solidaritätszuschlag. Bei Zuschlagsteuern handelt es sich um Steuern, die mit anderen Steuern verknüpft sind, die als Bemessungsgrundlage für die Annexsteuer dienen. Als Bemessungsgrundlage für die von den Religionsgemeinschaften erhobene dient die Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer des Steuerpflichtigen.

Der Kirchensteuersatz ist nicht in allen Bundesländern gleich hoch. In Bayern und Baden-Württemberg beträgt der Kirchensteuersatz zurzeit 8 %. In den übrigen Bundesländern liegt der Steuersatz bei 9 % der Einkommensteuer oder Lohnsteuer. Wenn Kinder bei der Berechnung berücksichtigt werden müssen, das zu versteuernde Einkommen Einkünfte, die nach dem sogenannten Teileinkünfteverfahren besteuert werden, oder Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb enthält, ist nach § 51a Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) die Einkommensteuer für die Ermittlung der Kirchensteuern gesondert zu berechnen. Bei der Kapitalertragsteuer wird die Steuer ebenfalls in der Form berücksichtigt, dass durch die Kirchensteuer die Bemessungsgrundlage für die individuelle Einkommensteuer wie bei einem Sonderausgabenabzug vermindert wird. Die bezahlten Kirchensteuern sind als Sonderausgaben in vollem Umfang abzugsfähig.

Erhebung der Kirchensteuer allgemein

Im Allgemeinen wird die Kirchensteuer bei abhängig Beschäftigten im Lohnabzugsverfahren einbehalten. Durch den Arbeitgeber zu viel bezahlte Beträge werden im Rahmen des Lohnsteuer-Jahresausgleichs oder bei Angestellten bei der Veranlagung zur Einkommensteuer durch das Finanzamt wieder erstattet.

Erhebung der Kirchensteuer bei Ehepaaren

Wenn nur ein Ehegatte einer Religionsgemeinschaft angehört, erfolgt die Erhebung nur auf Grundlage der Einkünfte des Steuerpflichtigen. Dies geschieht nach dem Grundsatz der Individualbesteuerung. Die Einkünfte des nicht steuerpflichtigen Ehegatten bleiben unberücksichtigt. Gehören die Ehegatten verschiedenen Konfessionen an, gilt bei einer Zusammenveranlagung der sogenannte Halbteilungsgrundsatz. Das bedeutet, dass bei der Berechnung der Steuer die gemeinsame Einkommensteuer halbiert wird und anschließend für die jeweilige Hälfte der von der zutreffenden Religionsgemeinschaft erhobene volle Steuersatz angewendet wird. Sind die Steuersätze beider Konfessionen gleich hoch, kann die Kirchensteuer für das gesamte Einkommen berechnet und anschließend entsprechend des auf das jeweilige Einkommen entfallenden Anteils aufgeteilt werden.

Befreiung von der Kirchensteuer

In Deutschland ist es möglich, sich von der Verpflichtung zur Zahlung der Kirchensteuer zu befreien. Dazu muss der Austritt aus der Religionsgemeinschaft erklärt werden. In Bremen muss der Austritt bei der Kirche beantragt werden. In den übrigen Bundesländern wird der Austritt beim Standesamt oder Amtsgericht schriftlich oder zur Niederschrift erklärt. Mit dem Austritt aus der Religionsgemeinschaft erlischt die Verpflichtung zur Zahlung der Steuer automatisch. Ein separater Antrag auf Befreiung ist nicht erforderlich.

Einzelnachweise:

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