Lexikon

Körperschaftssteuer - Was ist die Körperschaftssteuer?

Die Körperschaftssteuer (KSt) ist eine eigene Form der Einkommensteuer, die auf den Gewinn von in Deutschland ansässigen juristischen Personen erhoben wird. Hierzu zählen:

Die Körperschaftssteuer beträgt in Deutschland aktuell einheitlich 15% des zu versteuernden Einkommens. Es existieren keine verschiedenen Steuersätze.

Die Bemessungsgrundlage ist jeweils das Einkommen der Körperschaft in einem Kalenderjahr. Die steuerrechtlichen Bestimmungen ergeben sich aus dem Körperschaftssteuersatz (KStG) sowie der Körperschaftsteuer-Verordnung (KStDV). Erhoben wird die Körperschaftssteuer von den Ländern. Die Einnahmen (Vergleiche hierzu den Lexikoneintrag zu Einnahmen und Ausgaben) gehen jedoch je zur Hälfte an den Bund und die Bundesländer. Somit ist die Körperschaftssteuer eine Gemeinschaftssteuer.
Auf die Körperschaftssteuer wird zusätzlich, wie bei der Einkommensteuer, der Solidaritätszuschlag erhoben. Unternehmen mit Firmensitz außerhalb Deutschlands unterliegen nur mit den Einkünften ihrer Niederlassungen in Deutschland der Körperschaftssteuer. Diese Regelung ist die Grundlage für Steuerfluchten von vielen Unternehmen.

Körperschaftssteuer – Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

Nach den Vorgaben des § 7 Abs. 1 KStG ist die Bemessungsgrundlage das zu versteuernde Einkommen. Der in der Steuerbilanz ausgewiesene Gewinn ist die Grundlage für die Ermittlung des Einkommens, die auf der Basis des Einkommensteuergesetzes (EStG) erfolgt.
Die besonderen Vorschriften des KStG haben jedoch in Teilen Vorrang vor den Bestimmungen des EStG. Der in der Handelsbilanz der Körperschaft ausgewiesene Gewinn ist gegebenenfalls aufgrund abweichender Bewertungen des Anlagevermögens noch zu korrigieren. Zudem muss der Bilanzgewinn, falls Gewinn- oder Verlustvorträge aus dem Vorjahr darin enthalten sind, in den Jahresüberschuss umgerechnet werden. Ebenso müssen im Laufe des Kalenderjahres erfolgte Gewinnausschüttungen dem Einkommen hinzugerechnet und mit versteuert werden. Weitere sogenannte Hinzurechnungen, die den Gewinn des Unternehmens erhöhen, sind zum Beispiel:

  • Steuern vom Einkommen, wie die eigene KSt mit Solidaritätszuschlag, Personensteuern, die Umsatzsteuer auf Entnahmen (Vergleiche hierzu den Lexikoneintrag zu Einlagen und Entnahmen)
  • Die Hälfte der an Mitglieder des Aufsichtsrats gezahlten Vergütungen, mit Ausnahme des Aufwandersatzes
  • Geldstrafen aus einem Strafverfahren

Wird für das abgeschlossene Geschäftsjahr ein Verlust ermittelt, kann dieser in Form eines Verlustvortrages in den folgenden Jahren steuermindernd mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden.

Abgabefristen für die Steuererklärung zur Körperschaftssteuer

Die Steuererklärung ist in der Regel bis zum 30. April des Folgejahres beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Im Einzelfall und, wenn die Erstellung durch einen Steuerberater (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zur Steuerberatergebührenverordnung) oder anderen Vertreter erfolgt, ist eine Fristverlängerung oder Dauerfristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärung auf Antrag möglich.

Vorauszahlungen auf die Körperschaftssteuer

Auf den zu erwartenden Jahresgewinn sind quartalsweise jeweils zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember Vorauszahlungen auf die Körperschaftssteuer zu leisten. Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich nach dem im Vorjahr erzielten Gewinn. Falls sich unterjährig eine Verringerung des Jahresüberschusses abzeichnet, kann die Höhe der Vorauszahlungen auf Antrag beim Finanzamt verringert werden. Umgekehrt kann auch eine Erhöhung der Vorauszahlungen sinnvoll sein, wenn sich das Geschäftsjahr deutlich besser als erwartet entwickelt.

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