Lexikon

Künstlersozialabgabe - Was ist eine Künstlersozialabgabe?

Um die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder finanzierbar zu machen, zahlen Unternehmen, die Kreative beschäftigen, die Künstlersozialabgabe. Diese Abgabe geht in das Budget der Künstlersozialkasse ein und wird durch die Übernahme der anteiligen Beträge für Versicherte wieder ausgeschüttet. Abgabepflichtig sind nahezu alle deutschen Unternehmen, die hin und wieder Texter, Grafiker, Journalisten und andere als Künstler gelistete Selbstständige beschäftigen. Die Mitglieder der Künstlersozialkasse sind somit zu einem günstigeren Satz versichert und Angestellten gleichgestellt, indem sie nur die Hälfte ihrer Sozialabgaben selbst tragen müssen.

Wer zahlt Künstlersozialabgabe? Im Billomat-Magazin klären wir diese, sowie andere Fragen rund um das Thema.

Hintergrund und Funktion der Künstlersozialkasse

Das System der Künstlersozialabgabe und -kasse wurde 1983 durch das Künstlersozialversicherungsgesetz definiert. Mit diesem Gesetz wurde die gesetzliche Versicherung von Selbstständigen Künstlern und Publizisten verpflichtend. Die neue Versicherungsmöglichkeit sollte für die Selbstständigen das Abgabeniveau an das der Angestellten angleichen, da eine schwankende Auftragslage für Kreative nicht immer die Zahlung der vollen Beiträge zulässt. Das vorgestellte und heute noch funktionierende Versicherungssystem fußt auf einer Mischfinanzierung ähnlich der gesetzlichen Versicherungen für Arbeitnehmer.

Durch die Künstlersozialabgabe beteiligen sich Unternehmen, die Kreative beschäftigen, mit etwa 30% am Budget der Kasse, 20% zahlt der Bund hinzu. Die übrigen 50% werden durch die Versicherungsbeiträge der Mitglieder gedeckt. Das Budget wird im Ganzen dafür aufgewendet, den Mitgliedern die Sozial-, Kranken- und Pflegeversicherung zu finanzieren. Aufgenommen werden kann jeder, der einem kreativen Beruf nachgeht, der sich direkt an die Öffentlichkeit richtet, also auch Journalisten und Publizisten. Aber auch klassische kreative Berufe wie Orchestermusiker, Bühnenschauspieler oder Zirkusartist sind über die KSK versicherungspflichtig.

Künstlersozialabgabe für Unternehmen

Jedes Unternehmen, das Menschen damit beauftragt für sie selbstständig Texte, Bilder, Musik, Videos oder Kunst zu schaffen, muss die Künstlersozialabgabe entrichten. Dazu zählen Presse- und Werbeagenturen, Buchverlage, Galerien, Film- und Musikproduzenten, Rundfunk, Theater und viele mehr. Wie auch bei der Aufnahmeanforderung der Künstlersozialkasse kommt es hier darauf an, ob sich die Tätigkeit an eine breite Öffentlichkeit richtet.  die Texte also beispielsweise nur für Vertragsunterlagen benötigt, kommt um die Zahlung eventuell herum, wenn er jedoch seine Website betexten und illustrieren lässt, ist auch er abgabepflichtig. Auch ein oder zwei vergebene Aufträge im Jahr verpflichten zu dieser Zahlung.Wer

Der aktuelle Abgabensatz der Künstlersozialabgabe beträgt 2017 4,8%. Damit ist der Beiträg niedriger als im Vorjahr mit 5,2%. Die Abgabensätze sind Schwankungen unterworfen, bewegen sich jedoch meist bei etwa 5%. Diese Prozentzahl bezieht sich auf die Zahlung für kreative Dienstleistungen. Hat das Unternehmen also im Geschäftsjahr 10.000 EUR für Werbemaßnahmen an Selbstständige gezahlt, gehen im Geschäftsjahr 2017 zusätzliche 480 Euro an die Künstlersozialkasse ab.

Einzelnachweise:

 

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