Lexikon

Refinanzierung

Eine Bank muss über eine ausreichende Liquidität verfügen, um Kredite an Verbraucher und Unternehmen vergeben zu können. Die Refinanzierung dient zur Beschaffung des erforderlichen Kapitals für Kreditgeschäfte. Die Wortsilbe „re“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet auf Deutsch „wieder“ oder „zurück“. Für die Refinanzierung können Banken unterschiedliche Wege nutzen. Je nachdem, welche Möglichkeit eine Bank zur Refinanzierung ihrer Kreditgeschäfte nutzt, hat dies direkte Auswirkungen auf die Kreditbedingungen für die Kreditnehmer.

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Welche Wege der Refinanzierung von Kreditgeschäften gibt es?

Refinanzierung

Refinanzierung bezeichnet die Liquiditätsbeschaffung durch Geschäftsbanken, um Kredite an Verbraucher und Unternehmen vergeben zu können.

Den Banken stehen vier grundsätzliche Möglichkeiten für die Refinanzierung von Kreditgeschäften mit ihren Kunden zur Verfügung:

  • Spareinlagen der eigenen Kunden
  • Kreditaufnahme bei einer anderen Geschäftsbank
  • Verkauf von Krediten an Investoren
  • Kreditaufnahme bei der Europäischen Zentralbank

Die Verwendung der Spareinlagen der eigenen Kunden ist für Banken die günstigste Möglichkeit, die für die Kreditvergabe erforderliche Liquidität zu beschaffen. Hierbei greifen die Banken auf Sparguthaben, Sparbriefe, Tages- und Festgeldanlagen der Kunden zurück. Die Kundenguthaben auf Girokonten zählen hierbei ebenfalls zu den Spareinlagen und können für die Refinanzierung verwendet werden.

Banken leihen sich untereinander ebenfalls Geld. Für die Liquiditätsbeschaffung können von anderen Banken ausgegebene Anleihen und Pfandbriefe verwendet werden. Durch die negativen Auswirkungen dieser Refinanzierungspraxis in der Finanzkrise 2007 / 2008, ist diese Form der Refinanzierung heute vergleichsweise teuer. Es kann passieren, dass die Kosten für die Refinanzierung höher sind, als die Zinseinnahmen durch die vergebenen Kredite.

Bei der dritten Möglichkeit, den Kreditverkauf an Investoren, verkaufen Banken ihre Forderung an Investoren, um ausreichend liquide Mittel für die Kreditvergabe zu erhalten. Diese Form der Refinanzierung wird daher als Forderungsverkauf bezeichnen. Voraussetzung ist, dass die Kreditnehmer darüber informiert worden sind, dass die Bank die Kreditforderungen gegebenenfalls an Dritte weiter verkaufen kann.

Durch die Kreditaufnahme bei der Europäischen Zentralbank (EZB) können sich Geschäftsbanken kurzfristig neue Liquidität beschaffen. Der Zinssatz, den Geschäftsbanken für diese Kredite bezahlen müssen, entspricht dem von der EZB festgelegten Leitzins. Beträgt der Leitzins 0 %, müssen die Geschäftsbank für diese Kredite keine Zinsen bezahlen.

Weitergabe der Kosten für die Refinanzierung an die Kreditnehmer

Je günstiger sich eine Bank Liquidität beschaffen kann, umso günstiger sind in der Regel die Konditionen für die Kreditnehmer. Wenn sich Banken durch Einlagen und Guthaben der eigenen Kunden refinanzieren, für die sie in Zeiten niedriger Zinsen praktisch keine Guthabenzinsen bezahlen, können sie ihren Kunden Kredite zu entsprechend günstigen Konditionen anbieten. Gleiches gilt, wenn sich die Banken bei der EZB zu günstigen Bedingungen Geld leihen können. Teurer wird die Liquiditätsbeschaffung und damit der Kredit für Bankkunden durch eine Kreditaufnahme bei anderen Geschäftsbanken oder den Verkauf von Forderungen an Investoren.

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