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Unter Rücklagen werden Reserven von Unternehmen beziehungsweise Kapitalgesellschaften verstanden, die entweder als offene Reserven im Jahresüberschuss dargestellt und auf gesonderten Rücklagenkonten in der Bilanz ausgewiesen werden oder als sogenannte stille Reserven nicht offen in Erscheinung treten.

Um Rücklagen bilden zu können, muss es ordentlich in der Kasse klingeln. Wie du deine Preise fair gestalten kannst, erklären wir dir im Billomat Magazin


  1. Rücklagen: eine Definition
  2. Arten von Rücklagen
  3. Rücklagen von Kapitalgesellschaften
  4. Offene Rücklagen
  5. Stille Reserven
  6. Gesetzliche und steuerrechtliche Bestimmungen
  7. Beispiel für Rücklagen

Rücklagen: eine Definition

Rücklagen sind Werte in Form von Kapital oder anderen Vermögenswerten, die in einem Unternehmen nicht als Investition verwendet werden. Sie bestehen in einem Teil des versteuerten Gewinns, der für einen zukünftigen Einsatz zurück gelegt wird. Sie gehören zum Eigenkapital eines Unternehmens und werden in der Bilanz als offene Rücklagen auf eigenen Rücklagekonten ausgewiesen oder als stille Reserven behandelt. 

Aufgabe von Rücklagen 

Unternehmen müssen Rücklagen bilden, um ihre Liquidität zu erhalten. Auch bei wirtschaftlich stabilen Unternehmen unterliegen Einnahmen Schwankungen, die dadurch abzusichern sind. In wirtschaftlich schwachen Zeiträumen können Betriebe ihre Rücklagen aktivieren, um die Fehlbeträge auszugleichen.

Arten von Rücklagen

Rücklagen

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Arten von Rücklagen

  1. Gesetzliche Rücklage:
    Der Gesetzgeber schreibt Aktiengesellschaften vor, eine gesetzliche Rücklage zu bilden, bis 10 Prozent des Grundkapitals erreicht sind. Die Höhe der Rücklage beträgt 5 Prozent des Jahresüberschusses.
  2. Kapitalrücklagen:
    Emittiert eine Gesellschaft zum Beispiel Aktien oder Anteile zu einem Preis oberhalb des Nennwerts, entstehen dadurch Kapitalrücklagen.
  3. Weitere Rücklagen:
    Gesellschafter von Unternehmen können durch freiwillige Einlagen Rücklagen bilden, auf die das Unternehmen in wirtschaftlich schlechten Zeiten zurückgreifen kann. 

Rücklagen von Kapitalgesellschaften

In Kapitalgesellschaften bilden Rücklagen die Reserven, die als Eigenkapital zur Finanzierung des Betriebs bereit stehen. Dieses Eigenkapital wird nicht als Gewinnvortrag, Jahresüberschuss oder gezeichnetes Kapital ausgewiesen und gehört nicht zum Haftungskapital der Gesellschaft gegenüber Gläubigern.

Offene Rücklagen

Bei den in der Bilanz ausgewiesenen offenen Reserven werden diese als Eigenkapital angesehen. Reserven werden für bestimmte betriebliche Zwecke, wie beispielsweise zur Absicherung des Anlagenbestandes oder zur Sicherung der Eigenkapitalbasis gebildet. Zu unterscheiden sind diese Reserven jedoch von den Rückstellungen, wie zum Beispiel Rückstellungen für die betriebliche Alterssicherung von Personal oder Ähnliches.

Arten von offenen Rücklagen

Die Rücklagen bei Kapitalgesellschaften sind im Handelsgesetzbuch geregelt. § 266 HGB gibt vor, dass sie in der Bilanz als Kapitalrücklage oder als Gewinnrücklage auf der Passivseite dem Eigenkapital zuzuweisen sind. 

  • Kapitalrücklage: Die Kapitalrücklage bezeichnet den Betrag, der bei der Bestimmung der Anteile der Gesellschafter über den vereinbarten Nennbetrag hinausgeht. Auch andere Einzahlungen der Gesellschafter in das Eigenkapital der Gesellschaft zählen zur Kapitalrücklage.
  • Gewinnrücklage: Die Gewinnrücklage bezeichnet den Betrag, der im Geschäftsjahr aus dem Jahresüberschuss gebildet und nicht ausgeschüttet wurde. Dazu gehören zum Beispiel im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Rücklagen.

Stille Reserven

Stille Rücklagen gehören zum Eigenkapital eines Unternehmens, die nicht in der Bilanz erscheinen. Sie entstehen, wenn Vermögensbestände nicht aktiviert werden. 

Stille Reserven werden in der Bilanz aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgewiesen. Dadurch kann eine Unterbewertung der realen Kapitalsituation eines Unternehmens entstehen. Stille Reserven können beispielsweise gebildet werden:

  • aufgrund gewollter Bildung durch die Geschäftsführung,
  • durch die Nutzung von Ermessensspielräumen bei der Bewertungen beispielsweise des Anlagevermögens oder Weiterem,
  • durch Veränderungen des Geldwertes oder Preisschwankungen, die aufgrund gesetzlicher oder steuerrechtlicher Vorschriften nicht veranschlagt werden dürfen.

Durch die Bildung stiller Rücklagen erscheint das Eigenkapital sowie der Gewinn eines Unternehmens geringer, als sie tatsächlich sind. Stille Rücklagen werden aufgelöst, indem sie zum Beispiel während der betrieblichen Tätigkeit eingesetzt werden. Sie bergen das Risiko von Gewinnverschiebungen, während sie zugleich für Kapital zum Ausgleich bei wirtschaftlichen Schwankungen sorgen. 

Stille Reserven in der Bilanz

Verschiedene Situationen können zur Bildung stiller Reserven führen:

  • Zwangsrücklagen: Sie entstehen durch Einschränkungen des Handeslrechts. Zum Beispiel können sie entstehen, wenn in der Handelsbilanz die Kosten für Anschaffung oder Herstellung von Gegenständen anders bewertet werden müssen, als die tatsächlichen Aufwendungen. 
  • Ermessensrücklagen: Das Handelsgesetzbuch räumt Unternehmen Spielräume für die Bilanzierung und Bewertung ein. So können beispielsweise Gegenstände, die zum Vermögen gehören, mit ihrer untersten Grenze bewertet werden.
  • Willkürrücklagen: Sie entstehen, wenn die Spielräume, die das Handelsgesetzbuch gewährt, überschritten werden. So können beispielsweise aktivierungspflichtige Vermögensgegenstände nicht aktiviert werden.
  • Schätzungsrücklagen: Werden zukünftige Einflüsse auf Werte falsch eingeschätzt, kann es zu Schätzungsrücklagen kommen. So kann zum Beispiel die Nutzungsdauer von Abschreibungen zu kurz abgeschätzt werden. Genauso können sie auch durch zu niedrige Schätzungen von Forderungen entstehen.

Gesetzliche und steuerrechtliche Bestimmungen

Bei der Bildung von Reserven müssen gesetzliche und steuerrechtliche Bestimmungen beachtet werden. So dürfen nur in bestimmten Fällen steuerfreie Reserven aus dem erzielten Gewinn des Unternehmens gebildet werden, wie zum Beispiel:

  • als Ersatzbeschaffungsreserve,
  • als finanzielle Reserve für die Bezuschussung von Anlagegütern bei deren Anschaffung oder Herstellung,
  • als sogenannte Ansparabschreibung, hier soll die Reserve zur Förderung von kleinen und mittleren Betrieben nach dienen.

Weiterhin sollen die Reserven als variable und liquide Anteile des Eigenkapitals zum Beispiel dem Gläubigerschutz, der Kapitalsicherung, zur Selbstfinanzierung und Dividendenkontinuität dienen. Die entsprechenden Regelungen hierzu sind unter anderem im § 272 III 2, IV HGB, zu finden.

Beispiel für Rücklagen

Im Jahr 2020 erwirtschaftet eine Aktiengesellschaft einen Überschuss von 3 Million Euro. Die Hauptversammlung beschließt, dass die Hälfte davon als Gewinnrücklage zu stellen ist. Sinkt der Gewinn im darauffolgenden Jahr auf 1 Million Euro ab, kann das Unternehmen einen Teil der Rücklage nutzen, um Dividenden an Aktionäre auszuschütten, damit diese ihre Anteile nicht abstoßen. Sinken die Einnahmen weiter ab, sodass ein Jahresfehlbetrag entsteht, kann das Unternehmen auf seine Gewinnrücklagen zurückgreifen, um diesen auszugleichen. So wird das Ergebnis der Bilanz angehoben, um das Unternehmen zu stabilisieren.

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