Die Segmentberichterstattung ist eine Erweiterung des Jahresabschlusses von am kapitalmarktorientierten Unternehmen. In Deutschland ist diese Erweiterung gemäß den Vorschriften in (HGB) freiwillig. Das heißt, am kapitalmarktorientierte Unternehmen können Segmentberichte freiwillig als Teil des Konzernabschlusses aufstellen, wobei die Beachtung der Vorschriften des deutschen Rechnungslegungsstandards Nr 3 (DRS 3) äußerst wichtig ist.

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Zweck der Segmentberichterstattung

Mit der Segmentberichterstattung können Konzerne interessierten Personenkreisen zusätzliche Informationen beispielsweise über Wachstumsraten, Gewinnmargen oder mögliche Risiken einzelner Teilbereiche des Unternehmens zur Verfügung stellen. Dadurch soll die Transparenz insbesondere für unternehmensspezifische Chancen und Risiken erhöht werden. Investoren, potenzielle Investoren sowie andere Kapitalgeber ermöglicht die Segmentberichterstattung eine bessere Beurteilung der Entwicklung eines Unternehmens.

Ein Beispiel für die Segmentberichterstattung

Der Jahresabschluss oder Konzernabschluss eines Unternehmens informiert nur über das Unternehmen in seiner Gesamtheit. Wenn im Jahresabschluss für einen Konzern beispielsweise ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro ausgewiesen wurde, ist daraus nicht ersichtlich, ob alle Teilbereiche einen Gewinn erzielen konnten. Wenn ein Konzern, beispielsweise ein Chemiekonzern, Kunststoffe, Schmieröle, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und viele weitere Produkte herstellt und verkauft, und jeweils einzelne Segmentberichte erstellt, liefern diese detaillierte Informationen zu den Geschäftsbereichen.

Bei einer ergänzenden Berichterstattung könnte dieser Konzern beispielsweise darüber informieren, dass die Sparte Düngemittel einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro und einen Gewinn von 350 Millionen Euro erzielte. Der Geschäftsbereich Pflanzenschutzmittel jedoch bei einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro einen Verlust von 500 Millionen Euro erwirtschaftet hat. Diese Informationen sind für Investoren wichtig, um beurteilen zu können, wie sich einzelne Geschäftsbereiche und das Unternehmen insgesamt in Zukunft entwickeln werden.

Kriterien für die Segmentberichterstattung

In der Regel orientieren sich die Berichte für einzelne Teilbereiche an den operativen Geschäftsbereichen des Unternehmens. Die US-GAAP Rechnungslegungsvorschriften und International Financial Reporting Standards (IFRS) schreiben die Segmentberichterstattung seit einigen Jahren als Bestandteil der Rechnungslegung vor. Der sogenannte Management Approach, das heißt, die unternehmensinterne Finanzberichterstattung ist hierbei die Grundlage für die Beurteilung, für welche Geschäftsbereiche eigene Berichte erstellt werden müssen. Gemäß IFRS 8.5 ist eine Segmentberichterstattung für Unternehmensbestandteile zu erstellen, die

  • Umsatzerlöse erwirtschaften und bei denen Aufwendungen anfallen
  • deren Betriebsergebnisse regelmäßig auf ihre Ertragskraft hin überprüft werden
  • für die separate Finanzinformationen vorliegen

Entsprechend diesen Vorgaben wäre der im Beispiel genannte Chemiekonzern für jeden seiner Geschäftsbereiche zur Segmentberichterstattung verpflichtet. Alle diese Bereiche erwirtschaften Umsatzerlöse. Für diese Bereiche entstehen Aufwendungen, sie werden regelmäßig auf ihre Ertragskraft hin überprüft und für jeden Geschäftsbereich liegen separate Finanzinformationen vor.

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