Lexikon

Sonderausgaben - Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben sind private Ausgaben in verschiedenen Gebieten des Alltags, die teilweise oder vollständig steuerlich abgesetzt werden können und den Gesamtbetrag der Einkünfte verringern. Dadurch mindert sich die Steuerlast für Angestellte und Selbstständige teilweise deutlich. Einige der Ausgaben sind verpflichtend bzw. notwendig, andere Sonderausgaben wie Spenden oder Ausbildungskosten können freiwillig herbeigeführt werden. Die Ausgaben werden im Verlauf einer Steuererklärung jährlich neu berechnet und in einem angemessenen Rahmen anerkannt. Alle Ausgaben (Vergleiche hierzu den Lexikoneintrag zu den Betriebsausgaben) müssen stets korrekt belegt werden.

Versicherungen und Vorsorgebeträge

Einen großen Teil der Sonderausgaben machen Vorsorgeaufwendungen aus, die an verschiedene gesetzliche oder private Versicherer gezahlt werden. Die Ausgaben gliedern sich in drei Bereiche. Zum einen ist die Basisversorgung inbegriffen. Zu der Basisversorgung zählen die gesetzliche Rente, berufsständische Versorgungswerke, Rürup-Rente und landwirtschaftliche Alterskasse.
Ebenfalls zu den Sonderausgaben zählen sonstige Versicherungen, die eigentlich zu den klassischen Vorsorgezahlungen zählen. Geltend gemacht werden können Krankenversicherungsbeiträge, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, Haftpflicht- und Unfallversicherung, aber auch ältere private Lebensversicherungen, welche vor 2005 abgeschlossen wurden.
Ein Posten, bei dem sich immer mal wieder gesetzliche Veränderungen ergeben ist die Zusatzversorgung, also die Riester-Rente. Hier verschieben sich von Zeit zu Zeit die Beträge, welche über Sonderausgabenabgesetzt werden können, allerdings meist in die für Versicherte positive Richtung.
Die Höchstgrenze für alle Vorsorgezahlungen liegt bei 22.767 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 45.534 Euro für Ehepaare und Lebenspartnerschaften.

Verschiedene Sonderausgaben

Die Kirchensteuer ist in voller Höhe als Sonderausgabe absetzbar. Sollte die Kirchensteuer bereits durch das Finanzamt erstattet worden sein, muss die Erstattung steuerlich angegeben werden. Kirchengelder sind gleichermaßen absetzbar. Eine erstmalige Berufsausbildung, beziehungsweise das komplette Erststudium, wird mit bis zu 6.000 Euro pro Jahr berücksichtigt. Nicht erfasst werden lediglich die Kosten für Fahrten und Wege.
Mitgliedsbeiträge in Parteien, Stiftungen und gesetzlich anerkannte Vereinigungen, die der Öffentlichkeit dienen, können mit der Hälfte der geleisteten Zahlungen und bis zu 825 Euro im Jahr abgesetzt werden.

Aber Achtung: Dazu zählen keine Freizeit- und Sportvereine. Als Sonderausgaben verbuchen können Sie auch Unterhaltszahlungen, Renten aus Verpflichtungen, Steuerberatungskosten und Schulgelder, jeweils bis zu einem gewissen, stets aktuell geregelten Rahmen.

Spenden absetzen

Bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der eigenen Einkünfte pro Jahr können mit Spenden abgesetzt werden. Wurde der Betrag überschritten, kann er in den Folgejahren abgesetzt werden. Spenden sind daher ein beliebtes Mittel, die Steuerlast legal zu drücken. Sie müssen, wie alle Sonderausgaben, per Quittung nachgewiesen werden. Bei Beträgen bis 200 Euro genügt ein Einzahlungs- oder Buchungsbeleg (Vergleiche hierzu den Lexikoneintrag zur Belegbuchhaltung). Wichtig dabei: Der Empfänger muss gemeinnützig oder eine Vereinigung öffentlichen Rechts sein. Der Beleg gemeinnütziger Organisationen muss die Verwendung der Mittel und Angaben über die Freistellung von Körperschaftssteuer enthalten. Auch Unternehmen und Selbstständige (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zur Scheinselbstständigkeit) können Spenden tätigen.

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