Lexikon

Storno - Was ist ein Storno?

Storno bezeichnet den Vorgang des Rückgängigmachens einer bereits erfolgten und festgestellten Buchung. Der Begriff „Storno“ beziehungsweise „Stornierung“ leitet sich vom italienischen Verb „stornare“ ab, welches sich frei mit „etwas abwenden“ übersetzen lässt.

In deine letzte Rechnung hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen? Wie du am besten vorgehst, wenn du eine falsche Rechnung ausgestellt hast, liest du in unserem Billomat Magazin.

In der freien Wirtschaft ist die Stornierung keinesfalls eine Seltenheit. Primär bezeichnet der Begriff die Rückbuchung im Rechnungswesen, sekundär lassen sich aber auch zustande gekommene Verträge stornieren, wenn eine Partei von diesen rechtswirksam zurücktritt. Im Rechnungswesen erlangt der Begriff Bedeutung, da fehlerhafte Buchungen oder solche, die aufgrund eines Rücktritts keine Wirksamkeit mehr erlangen, nicht einfach aus den jeweiligen Konten gelöscht werden dürfen. Stattdessen muss, der Übersichtlichkeit und Transparenz wegen, eine Gegenbuchung erfolgen, die das Storno markiert und somit für Bilanzwahrheit und -klarheit sorgt. Geregelt ist dieser Vorgang in des HGB. Die Löschung verbietet das ebenfalls im HGB verankerte Radierverbot. Kommt es zu einer Stornierung im Rechnungswesen, spricht man von einer Generalumkehr, da die jeweiligen Position sowohl im Aktiva als auch Passiva verändert werden.

Beispiel: Wie funktioniert die Stornierung einer Buchung?

Die Buchhaltung führt das Storno einer Buchung durch, indem sie den Buchungssatz mit umgekehrten Vorzeichen erneut erfasst. Da eine falsche Buchung nicht gelöscht werden darf, muss sie durch eine gegensätzliche Buchung ausgeglichen werden. Dabei kehrt die Buchhaltung den Fehler der ursprünglichen Buchung wieder um. Bucht beispielsweise die Buchhaltung den Eingang einer Rechnung mit einem Betrag über 100 Euro versehentlich mit 1.000 Euro, erfolgt eine Gegenbuchung mit – 1.000 Euro. Abschließend wird der korrekte Betrag mit 100 Euro gebucht.

Dokumentation und Vorgehensweise bei einem Storno

Gründe für eine notwendige Stornierung umfassen unter anderem fehlerhafte Buchungen durch menschliches Versagen, aber auch ein Rücktritt von einem Vertrag. In diesem Fall geht etwaiger materieller Besitz wieder an die Ursprungspartei zurück, während die zweite Partei übertragene finanzielle Mittel teilweise oder vollständig zurückerhält – Stornierungen in Verträgen werden maßgeblich durch die AGB eines Unternehmens und die Gesetzeslage in Deutschland beeinflusst. Kommt es zu einer Stornierung von Verträgen, werden unter Umständen sogenannte Stornogebühren erhoben. Diese sollen den getätigten Aufwand des Vertragspartners, der durch den Auftrag und die spätere Stornierung entstand, finanziell entschädigen. Elementare Wichtigkeit erhält der Begriff zudem im Bankenwesen, wo durch unzählige Buchungen immer wieder technische oder menschliche Fehler auftreten können, welche eine spätere Stornierung unabdingbar machen.

Was ist eine Stornorechnung?

Soll eine Ausgangsrechnung rückgängig gemacht werden, ist eine Stornorechnung zu erstellen. Nur mit Hilfe des entsprechenden Dokuments kann das Storno der Abrechnung durchgeführt werden. 

Wann ist eine Stornorechnung zu erstellen?

storno, stornorechnung

Eine Stornorechnung ist immer dann erforderlich, wenn eine fehlerhafte Abrechnung gebucht wurde. Das kann verschiedene Gründe haben, wie beispielsweise

  • die Originalrechnung enthält Angaben, die nicht korrekt sind
  • die Ware, für die die Originalrechnung gestellt wurde, ist fehlerhaft oder unvollständig
  • die abgerechnete Dienstleistung ist mangelhaft oder wurde vom Kunden nicht abgenommen
  • der Lieferant oder Dienstleister gewährt nach Rechnungsstellung Preisnachlässe oder Rabatte

Welche Regelungen gelten für eine Stornorechnung?

Ausschließlich der Rechnungssteller als leistendes Unternehmen darf eine Stornorechnung ausstellen. Die Erstellung einer Stornorechnung ist unabhängig davon, ob der Kunde die Originalrechnung bereits bezahlt hat oder nicht. Das Storno einer Rechnung befreit den Rechnungssteller von der Pflicht, die im Rechnungsbetrag enthaltene Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen, sofern der Kunde noch nicht bezahlt hat. 

Wie erstellt man eine Stornorechnung?

Um das Storno für eine Rechnung umzusetzen, muss die Buchhaltung grundsätzlich zwei Schritte ausführen. Im ersten Schritt hebt die Buchhaltung die Originalrechnung mit einer Stornierung auf und stellt im zweiten Schritt eine neue Rechnung. 

Erster Schritt – Stornorechnung

Die Stornorechnung ist eine identische Kopie der Originalrechnung, die den Rechnungsbetrag negativ ausweist. Durch den negativen Rechnungsbetrag verliert die Originalrechnung ihre Wirkung, da das Storno den ursprünglichen Rechnungsbetrag ausgleicht und damit aufhebt. Die Stornorechnung trägt zwar den identischen Inhalt der Originalrechnung, doch ist sie mit einer eigenen Rechnungsnummer zu versehen. Auch das Ausstellungsdatum der Stornorechnung muss angepasst sein. Zudem muss die Stornorechnung sowohl die Rechnungsnummer als auch das Ausstellungsdatum der Originalrechnung angeben, damit die beiden Dokumente einander zugeordnet werden können. 

Zweiter Schritt – Neue Rechnung

Nach Übermittlung der Stornorechnung erstellt die Buchhaltung eine neue Rechnung, die die Pflichtangaben einer ordnungsgemäßen Rechnung laut Umsatzsteuergesetz enthält. Im Betreff der neuen Rechnung sind die ursprüngliche Rechnungsnummer und das Datum der Originalrechnung noch einmal anzugeben. So kann das Finanzamt die Rechnung eindeutig zuordnen.

Fehler in der Rechnung? Mit nur einem Klick stornierst Du die fehlerhafte Rechnung und die Buchhaltungssoftware Billomat erstellt Dir eine Stornorechnung. Auch bereits getätigte Buchungen werden automatisch ausgeglichen. Mehr dazu erfährst Du hier! >>>

Was ist der Unterschied zwischen Stornorechnung und Korrekturrechnung?

Wann ist eine Korrekturrechnung ausreichend?

Entdeckt ein Rechnungssteller einen Fehler in einer Ausgangsrechnung, die dem Kunden bereits zugestellt wurde, kann er eine Korrekturrechnung erstellen. Als Voraussetzung dafür, dass die Erstellung einer Korrekturrechnung ausreichend ist gilt, dass die Rechnung nicht bereits in der Buchhaltung erfasst und eingebucht wurde. Hat noch keine Buchung stattgefunden, kann der Rechnungssteller in der Korrekturrechnung den Fehler korrigieren. Dabei muss er auf die Originalrechnung verweisen, indem er die alte Rechnungsnummer und das ursprüngliche Rechnungsdatum im Betreff der Korrekturrechnung zusätzlich angibt.

Wann muss eine Stornorechnung erstellt werden?

Ist eine fehlerhafte Rechnung in der Buchhaltung bereits verbucht, kann eine Korrekturrechnung nicht mehr ausreichen, um die fehlerhafte Buchung zu beheben. Da das Storno einer fehlerhaften Buchung durch eine Gegenbuchung ausgeführt wird und jede Buchung einen eigenen Beleg erfordert, ist in diesem Fall eine Stornorechnung erforderlich. Denn eine Korrekturrechnung alleine kann nicht zwei Buchungen belegen. Daher ist für die Stornierung der fehlerhaften Buchung ein eigenes Stornodokument notwendig. Die neue, korrigierte Rechnung wiederum führt zu einer eigenen Buchung und ist als Beleg für diese zu verwenden.

Ähnliche Fragen: 

Privat: Billomat 30 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Buchhaltung muss nicht kompliziert sein. Melde dich für den Billomat Newsletter an!
Anmelden
Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere Deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting