Lexikon

Unternehmergesellschaft - Was ist eine Unternehmergesellschaft?

Die Unternehmergesellschaft, kurz UG, ist eine der häufigst gewählten Unternehmensformen in Deutschland. Sie bildet eine kleinere Variante der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und ein deutsches Pendant zur britischen Limited. Gerade Existenzgründer entscheiden sich oft für die mit wenig Stammkapital, Gesellschaftern und Vermögen gründbare Unternehmensart. 2012 existierten in Deutschland 64.371 Unternehmergesellschaften.

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Was sind die Voraussetzungen zur Gründung einer Unternehmergesellschaft?

Unternehmergesellschaft

Die Unternehmergesellschaft wird von mindestens zwei Gesellschaftern mit einem Stammkapital von mindestens einem Euro gegründet. Dieser symbolische Euro stellt die niedrigste notwendige Summe unter den Gesellschaften dar und dient lediglich zur Eröffnung der Bücher. In der Praxis muss dieser Stammbetrag dennoch höher ausfallen, um eine Bonität der Gesellschaft zu gewährleisten. Meist werden Beträge um rund 1.000 Euro pro Gesellschafter eingelegt. Ab 12.500 Euro Stammkapital ist theoretisch auch die Gründung einer GmbH im ursprünglichen Sinne möglich, zu der anfangs mindestens die Hälfte der notwendigen 25.000 Euro Unternehmenskapital hinterlegt werden müssen.

Ziele und Funktionsweise der Unternehmergesellschaft

Unternehmer welche ganz allgemein eine Gesellschaft gründen, schließen sich dadurch mit branchenverwandten Selbstständigen zusammen, um gemeinsam ein Unternehmen zu führen, welches verschiedene Teilaspekte verbindet. Die Gesellschafter können in diesem Rahmen gemeinsam als UG oder einzeln als Unternehmer auftreten. Die Unternehmergesellschaft selbst stellt eine juristische Person dar, kann also als Gruppe bzw. Unternehmen selbst Geschäfte abschließen. Auch die Gründung einer gemeinnützigen UG, dann gUG ist möglich. Sowohl Unternehmergesellschaft als auch gUG unterliegen dem GmbH-Gesetz.

Beschlüsse und Krisensitzungen innerhalb der Unternehmergesellschaft werden in Gesellschafterversammlungen besprochen, in denen die Gesamtheit aller Gesellschafter repräsentiert sein muss. Nur die Versammlung im Ganzen kann, sofern nicht anders in der Satzung bestimmt, die von allen Gesellschaftern zu unterzeichnen ist, Entscheidungen der UG durch Abstimmung beschließen.

Rechtlicher Rahmen der Unternehmergesellschaft

Der wichtigste Unterschied zwischen der Geschäftstätigkeit einzelner Selbstständiger und Gesellschafter innerhalb einer UG ist die Frage der Haftung. Zwar spricht man bei einer UG von einer kleineren Gesellschaft mit beschränkter Haftung, doch alle Gesellschafter haften für einzelne Aspekte der Unternehmung. Der Geschäftsführer etwa haftet persönlich, wenn die steuerlichen Pflichten des Unternehmens nicht erfüllt werden.

Alle Gesellschafter müssen Kapital in das Stammkapital einlegen und können im Gegenzug über ihren Geschäftsanteil selbst verfügen. So kann dieser verkauft, vererbt oder verschenkt werden. Auch ein Ausschluss oder Austritt aus der UG ist möglich, vor allem dann wenn ein einzelner Gesellschafter die Unternehmung gefährdet. Die UG selbst haftet mit ihrem Geschäftsvermögen für die Verbindlichkeiten der Unternehmergesellschaft und schützt dadurch das Privatvermögen der Gesellschafter. Die Unternehmergesellschaft gilt dadurch als sehr sicher für Anfänger auf dem Gebiet der Gesellschafts- bzw. Unternehmensgründung und -führung.

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