Lexikon

Verlustvortrag – was ist ein Verlustvortrag?

Übersteigen innerhalb einer Abrechnungsperiode die Betriebsausgaben die Einnahmen des gleichen Unternehmens, muss im Rahmen der Steuer ein Verlustvortrag erfolgen. Durch den Verlustrücktrag werden die Verluste auch in andere Jahre übernommen. Außer dem Ausfall der Einnahmen selbst entstehen dem Unternehmen dadurch kurzfristig keine Nachteile.

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Steuererleichterung durch Verlustvortrag

Das steuerrechtliche Instrument des Verlustvortrags wurde eingerichtet, um Unternehmern die Steuererleichterung in komplizierten Geschäftsjahren zu ermöglichen. Durch den Vortrag oder Rücktrag der Verluste können so die Steuern der vorherigen und kommenden Jahre gemindert werden. Dazu ist exakt zu prüfen, welche Ausgaben für den Betrieb wirklich notwendig sind, um eventuelle Gewinne zu errechnen.

Pauschal lässt sich sagen, dass ein Verlust besteht, wenn die Ausgaben die Einnahmen eines Jahres übersteigen. Ausnahmen von dieser Regel sind nur dann unter Umständen gegeben, wenn Teile der Einnahmen in das Betriebsvermögen eingelegt wurden und kurzfristig entnehmbar wären.

Wie kannst Du Verluste korrekt vortragen?

Der Verlustvortrag wird durch den Steuerpflichtigen durchgeführt. Mit dem Einreichen der Erklärung von Gewerbe-, Umsatz- und Einkommensteuer erklärt er den negativen Gewinn. In einem Zeitraum von bis zu 4 Jahren können die entstandenen Verluste mit dem Gewinn der anderen Abschnitte verrechnet werden. Bis zu 1 Million Euro ist dies ohne Abzüge möglich, danach werden lediglich 60% der Einkünfte bei der Minderung berücksichtigt.

VerlustvortragEin Beispiel:

Ein Einzelunternehmer hat einen konstanten Jahresgewinn von 50.000 Euro vorzuweisen. Durch ein fehlerhaftes Produkt gehen ihm im aktuellen Jahr die Gewinne verloren und er muss zusätzlich für Ersatzforderungen zahlen. Statt eines Gewinns hat er nach Ende des Geschäftsjahres einen Verlust von 100.000 Euro. Er kann nun diese 100.000 zu Teilen auf das aktuelle, vorherige und kommende Jahr umlegen. Dann würde sich beispielsweise im Vorjahr ein Gewinn von 20.000 Euro ergeben und weitere 70.000 Euro blieben zur Verteilung um im aktuellen Jahr eine Balance zu erzielen.

Die Finanzbehörde kann jedoch mitentscheiden, ob und wie der Verlust umgelegt wird.

Wann gibt es steuerliche Erleichterung für Studenten?

Durch eine Sonderregelung können auch Nichtselbstständige den Verlustvortrag in Anspruch nehmen, Studenten im Erststudium nämlich. Zu ihren Ausgaben zählen Studiengebühren, Miete und Arbeitsmaterialien. Der Verlust kann hier steuerlich nur auf das aktuelle Jahr angerechnet werden.

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