Lexikon

Vorsteuerabzug - Was ist ein Vorsteuerabzug?

Der Begriff Vorsteuerabzug bezeichnet das Recht eines Unternehmers, von seiner Umsatzsteuerschuld die sogenannte Vorsteuer abzuziehen. Der Begriff entstammt dem Umsatzsteuergesetz (§§ 15, 15a UStG). Die Umsatzsteuerschuld kann gegenüber Vorunternehmern, Zollstellen oder Finanzämtern (Siehe hierzu auch den Lexikonartikel zum Finanzamt) bestehen. Wirtschaftsgüter und Leistungen im Unternehmensbereich lassen sich durch den Abzug der Vorsteuer von einem anderen Unternehmer frei von der Umsatzsteuerbelastung erwerben. Somit verbleibt ausschließlich die Umsatzsteuer (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zur Umsatzsteuervoranmeldung) für die Leistungsabgabe an den Verbraucher.

Seit 2011 besteht übrigens keine Signaturpflicht mehr für digitale Rechnungen. Dadurch berechtigt seitdem auch eine Rechnung ohne digitale Signatur zum Vorsteuerabzug.

Wer ist zum Vorsteuerabzug berechtigt?

Wichtig ist, dass nur Unternehmer zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind. Körperschaften und juristische Personen des öffentlichen Rechts, welche steuerfreie Leistungen beziehen können, erhalten eine Steuervergütung. Damit der Vorsteuerabzug erfolgen kann, muss die Rechnung (Siehe hierzu auch den Lexikoneintrag zur Rechnungsvorlage) allen Anforderungen des §§ 14 ff. UStG genügen.

Zusätzliche Wertschöpfung unterliegt der Umsatzsteuer

Jeder Unternehmer hat für die von ihm erbrachten Leistungen eine Umsatzsteuer zu entrichten. Deshalb kann der Abzug der Vorsteuer so interpretiert werden, dass nur die eigene, zusätzliche Wertschöpfung des Unternehmens der Umsatzsteuer unterliegt. Die Bezeichnung „Mehrwertsteuer“ geht auf diese Betrachtung zurück.

Vorsteuerabzug

Welche Ausnahme gibt es beim Vorsteuerabzug?

Kleinunternehmen nach §19 des Umsatzsteuergesetzes bilden eine Ausnahme, denn sie brauchen bei der Rechnungsstellung keine Umsatzsteuer (Vergleiche hierzu auch den Lexikoneintrag zum Umsatzsteuersatz) ausweisen. Dadurch besteht auch nicht die Möglichkeit des Abzugs der Vorsteuer.

Die von Kleinunternehmen ausgestellte Rechnung wird Kleinunternehmer-Rechnung genannt. Wichtig ist dabei, dass das Unternehmen bei der Rechnungsstellung darauf achtet, auf sein Sonderrecht hinzuweisen. Dafür reichen in der Regel Sätze wie „Kleinunternehmer im Sinne von § 19 Abs. 1 UStG. Es wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ oder “ Die Kleinunternehmerregelung wird angewandt. Nach § 19 Abs. 1 UStG enthält diese Rechnung keine Umsatzsteuer“.

Als Kleinunternehmen gelten alle Unternehmen die im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 € Umsatz erzielen und im Vorjahr die Umsatzgrenze in Höhe von 17.500€ nicht überschritten haben.

Welche Kriterien schließen einen Vorsteuerabzug für normale Unternehmen aus?

Auch normale Unternehmen, die keine Kleinunternehmer sind, können nicht in allen Fällen einen Vorsteuerabzug ausführen. Folgende Kriterien schließen einen Vorsteuerabzug aus:

  • Umsatzsteuerfreie Einnahmen
  • Rechnungsfehler
  • Privateinkauf

Umsatzsteuerfreie Einnahmen

Unternehmen, die ausschließlich Einnahmen erzielen, die von der Umsatzsteuer befreit sind, können keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Zu umsatzsteuerbefreiten Einnahmen gehören neben vielen weiteren laut § 4 UStG zum Beispiel Umsätze aus folgenden Tätigkeiten:

  • Heilbehandlungen durch Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut oder Hebamme
  • Krankenhausbehandlungen
  • Vorsorgebehandlungen
  • Rehabilitationsleistungen
  • Krankentransporte
  • Öffentliche Kultureinrichtungen 
  • Lehrtätigkeiten an Hochschulen, allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen und an privaten Schulen
  • Lehrtätigkeit wissenschaftlicher oder belehrender Art an Volkshochschulen, Berufsverbänden und öffentlichen Kultur- und Sporteinrichtungen
  • innergemeinschaftliche Warenlieferungen 
  • Kreditvermittlung
  • Forderungemanagement
  • Wertpapierhandel
  • Lotterie
  • Versicherungsvertreter
  • Versicherungsmakler
  • Vermietung und Verpachtung von Grundstücken

Rechnungsfehler

Damit Unternehmer ihr Recht auf den Vorsteuerabzug geltend machen können, muss der Steuerbetrag durch eine ordnungsmäßige Rechnung belegt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass das Recht auf Vorsteuerabzug ausschließlich auf einen Beleg zu gründen ist, der den Anforderungen an eine fehlerfreie Rechnungsstellung laut § 14 UStG entspricht. Zu den Anforderungen gehören neben den vollständigen Rechnungsangaben auch die Erfüllung der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff)

Welche Anforderungen gelten für die Rechnung?

Damit sich der Vorsteuerabzug auf ein korrektes Dokument bezieht, muss die Rechnung folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift von Rechnungssteller und -empfänger
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und Art der Lieferung oder Dienstleistung
  • Zeitpunkt der Lieferung
  • Nettobetrag Leistung
  • Anzuwendender Steuersatz
  • Umsatzsteuerbetrag
  • Bruttosumme

Welche Anforderungen stellt die GoBD an die Rechnung?

Laut der GoBD müssen Rechnungen folgende Eigenschaften aufweisen, damit das Recht auf Vorsteuerabzug gewahrt bleibt:

  • Unveränderbarkeit der Originalrechnung
  • Richtigkeit des Dokuments
  • Zeitgerechtheit von Erstellung und Organisation
  • Vollständigkeit der Rechnungsdokumentation
  • Ordnung der Rechnungsorganisation
  • Nachvollziehbarkeit der Ordnungsstruktur

Privateinkauf

Gegenstände und Leistungen, die Unternehmer für ihren Privatgebrauch erwerben, können nicht in die betrieblichen Ausgaben aufgenommen werden. Aus diesem Grund kann auch kein Vorsteuerabzug vorgenommen werden.

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