Lexikon

Werbungskosten - Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind alle Aufwendungen und Ausgaben, die für die Ausübung einer nicht selbstständigen Tätigkeit erforderlich sind. Im § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG (Einkommensteuergesetz) werden Aufwendungen, die zur Erwerbung, der Sicherung und der Erhaltung von Einnahmen aus einer nicht selbstständigen Arbeit erforderlich sind, als Werbungskosten definiert. Diese Aufwendungen werden von dem mit einer nicht selbstständigen Arbeit erzielten Einkommen abgezogen und führen zu einer Minderung der Steuerlast.

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Welche Ausgaben zählen zu den Werbungskosten?

Werbungskosten

Zu den Werbungskosten zählen alle Ausgaben, die notwendig sind, um ein Einkommen zu erzielen. Beispiele für Kosten, die vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden können sind:

    • Kosten für die Fahrt zur Arbeit (Kilometerpauschale)
    • Kosten für Fachliteratur und berufsbezogene Weiterbildung
    • Berufs- und Arbeitskleidung
    • Büromaterialien und Büroausstattung
    • Kosten für ein Arbeitszimmer
    • Mitgliedsbeiträge für Berufsverbände.

Nicht als Werbungskosten abzugsfähig sind entgangene Einnahmen, eingesparte Aufwendungen und die eigene Arbeitsleistung.

Wer darf Werbungskosten vom Einkommen abziehen?

Grundsätzlich darf jeder Arbeitnehmer, der eine nicht selbstständige Arbeitstätigkeit ausübt, die dafür entstehenden Kosten vom seinem zu versteuernden Einkommen abziehen. Um die Steuerfestsetzung zu vereinfachen, hat der Gesetzgeber den sogenannten Arbeitnehmerpauschbetrag eingeführt. Der auch als Werbungskostenpauschale bezeichnete Arbeitnehmerpauschbetrag zählt zu den pauschalen Werbungskosten, die jedem Arbeitnehmer gewährt werden. Vom Einkommen jedes Arbeitnehmers wird nach § 19 EStG bei der Steuerfestsetzung grundsätzlich ein pauschaler Abzug von 1.000 Euro vorgenommen werden.

Nach § 9a Nr. 1 EStG erfolgt dieser Abzug ohne, dass ein Nachweis über die tatsächliche Höhe der entstandenen Kosten erfolgen muss. Das bedeutet, selbst wenn die tatsächlichen Aufwendungen weit unter dem Arbeitnehmerpauschbetrag liegen oder keine Ausgaben erforderlich gewesen sind, wird der gesamte Pauschalbetrag abgezogen. Liegen die Werbungskosten im Einzelfall über der 1.000 Euro Grenze und sollen diese in voller Höhe abgezogen werden, müssen die Aufwendungen in geeigneter Weise durch Rechnungen oder andere Belege nachgewiesen werden. Bei Ehepaaren erfolgt eine getrennte Ermittlung des Einkommens und ein getrennter Abzug der tatsächlichen Kosten oder des Arbeitnehmerpauschbetrages. Diese Regelung gilt aus für zusammen veranlagte Ehepartner.

Abzug der Werbungskosten nur bei überwiegend beruflicher Nutzung

Verschiedene Geräte und Materialien werden nicht nur für berufliche Zwecke, sondern oft auch privat genutzt. Das weiß auch der Gesetzgeber. Wenn die private Mitbenutzung „von ganz untergeordneter Bedeutung“ ist, ist sie steuerlich unschädlich. Im Laufe der Jahre wurde von den Finanzgerichten für die private Mitbenutzung eine Grenze bei 10 % gezogen. Bis dahin wird von einer untergeordneten Bedeutung der privaten Nutzung ausgegangen. Ausschlaggebend ist hierbei die relative Nutzung im Vergleich der privaten zur beruflichen Nutzung.

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