Lexikon

Wirtschaftsprüfer - Was ist ein Wirtschaftsprüfer?

Ein Wirtschaftsprüfer ist hauptsächlich für die Prüfung von Jahresabschlüssen und die abschließende Erteilung von Bestätigungsvermerken über die Durchführung und das Ergebnis seiner Prüfungen zuständig. Der Umfang der Tätigkeiten eines Wirtschaftsprüfers ist in § 2 der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) bestimmt.  Hinzu kommen die Tätigkeiten als Sachverständiger, die Steuerberatung und in Beratung in wirtschaftlichen Angelegenheiten sowie die uneigennützige und treuhänderische Verwaltung von Vermögens- und Rechtsinteressen.

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Der Wirtschaftsprüfer – Was sind seine Aufgabenbereiche und Tätigkeiten?

Die Kernaufgabe eines Wirtschaftsprüfers ist die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung von Jahresabschlüssen und Lageberichten, Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten bei Wirtschaftsunternehmen, die mindestens eines der folgende Kriterien erfüllen

  • Jahresumsatz größer als 38,5 Millionen Euro
  • Bilanzsummer größer als 19,25 Millionen Euro
  • mehr als 250 Mitarbeiter

Bei Unternehmen, die diese Kriterien nicht erfüllen, jedoch eine gewisse Größe hinsichtlich Umsatz, Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl überschreiten, kann die Prüfung durch einen vereidigten Buchprüfer erfolgen. Zu den Tätigkeiten eines Wirtschaftsprüfers im Bereich der Prüfung gehören weiterhin Sonderprüfungen wie zum Beispiel Wirtschaftlichkeitsprüfungen, Gründungs- und Verschmelzungsprüfungen, Prüfungen der Kreditwürdigkeit und sogenannte Due Diligenceprüfungen.

  • Unternehmensberatung:

    Die Unternehmensberatung ist ein weiteres Aufgabengebiet eines Wirtschaftsprüfers. Wirtschaftsprüfer können und dürfen Unternehmer bei allen unternehmerischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten beraten.

  • Gutachter- und Sachverständigentätigkeit:

    Bei Übernahmen und dem Zusammenschluss zweier Unternehmen werden Wirtschaftsprüfer häufig als Gutachter oder Sachverständige für die finanzielle Bewertung tätig. Die Ermittlung einer angemessenen Abfindung für einen aus einem Unternehmen ausscheidenden Geschäftsführer oder ein Vorstandsmitglied fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich eines Wirtschaftsprüfers.

  • Steuer- und Rechtsberatung:

    Aufgrund seiner Ausbildung kann ein Wirtschaftsprüfer Unternehmen auch in Steuerangelegenheiten beraten und ist berechtigt, seine Mandanten gegenüber den Finanzbehörden und vor Finanzgerichten zu vertreten. Zudem ist ein Wirtschaftsprüfer befugt, in Angelegenheiten, die mit seinen Aufgaben in unmittelbarem Zusammenhang stehen, die Rechtsberatung und Rechtsbesorgung zu übernehmen.

  • Treuhänderische Verwaltung:

    Grundlage für diese Tätigkeit ist die Vereidigung des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen der treuhänderischen Verwaltung ist er berechtigt, zum Beispiel die Vermögensverwaltung, die Konkursverwaltung oder die Verwaltung eines Nachlasses einschließlich der Testamentsvollstreckung zu übernehmen.

Was sind die Pflichten des Wirtschaftsprüfers?

Wirtschaftsprüfer

Mit der Ausübung des Berufes eines Wirtschaftsprüfers sind verschiedene Berufspflichten verbunden, die in der WPO festgelegt sind. Zu den Pflichten und Voraussetzungen für die Ausübung gehören

  • Unabhängigkeit
  • Unbefangenheit
  • Unparteilichkeit
  • Verschwiegenheit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Eigenverantwortung und
  • berufswürdiges Verhalten

Dies bedeutet, dass nicht nur an die fachliche Qualifikation eines Wirtschaftsprüfer, sondern in besonderem Maße auch an die persönliche Eignung, hohe Anforderungen gestellt werden. Bevor ein Wirtschaftsprüfer seine Tätigkeit aufnehmen kann, muss er nach Abschluss seiner Ausbildung auch einen Berufseid ablegen. Die genaue Formulierung ist in §17 der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) festgelegt. Hier schwört der zukünftige Wirtschaftsprüfer, dass er sich an die oben genannten Pflichten hält. Durch den Berufseid soll die Integrität des Wirtschaftsprüfers gesichert werden.

Wie lauten die Zulassungsvoraussetzungen?

Um als Wirtschaftsprüfer zugelassen zu werden, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Neben den fachlichen Anforderungen gemäß § 8 und § 9 WPO – ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder die langjährige Tätigkeit für einen Wirtschaftsprüfer und mindestens drei Jahre Prüfungstätigkeit – sind bestimmte persönliche Voraussetzungen zu erfüllen. Hierzu zählen körperliche und geistige Gesundheit, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis ohne strafrechtliche Verurteilungen und keine weiteren Umstände, die einer ordnungsmäßigen Ausübung des Berufes entgegenstehen.

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