Finanzen   28.12.2017

10 Tage Regel am Jahresende beachten

Ausnahme von der Regel – die 10 Tage Regel! Bei der Erstellung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung für das Finanzamt sortierst Du als Steuerpflichtiger Deine Einnahmen und Ausgaben genau in dem Jahr ein, den der Kontoauszug anzeigt. Doch es gibt eine Ausnahme von der Regel. Diese trägt den Namen 10 Tage Regel.

Zahlenschieber im Auftrag des Finanzamts

Das Einkommenssteuergesetz beschreibt die 10 Tage Regel im Paragraph elf. Dort gibt der Gesetzgeber an, wie Du mit Zahlungen umgehen musst, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Regelmäßigkeit
  • kurz vor oder nach Jahreswechsel

Der Steuerpflichtige muss Einnahmen, die regelmäßig wiederkehren, in der Berechnung von Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) genau in demjenigen Jahr berücksichtigen, auf das sich die Zahlung bezieht. Das gilt entsprechend genauso für die Ausgaben.

10 Tage Regel am Jahresende

Sonderregel bei der EÜR: Die 10 Tage Regel bezieht sich dabei auf die letzten 10 Tage vor Jahreswechsel und auf die ersten 10 Tage im neuen Jahr.

Regelmäßige Ausgaben und Einnahmen – das zählt dazu

Zu den regelmäßigen Bewegungen, auf die die 10 Tage Regel anzuwenden ist, gehören

  • Mieten
  • Energiekosten
  • Beiträge
  • Kosten für Kommunikation
  • Löhne
  • Bankkosten
  • Umsatzsteuerzahlung

Wenn Du regelmäßige Ausgaben hast, die auf einen Vertrag zurückgehen, dann fallen diese unter die Regelung aus dem § 11 des EStG. Regelmäßige Einkäufe oder Veräußerungen hingegen gehören nicht dazu.

Was bedeutet „kurze Zeit“ im Sinne des Finanzamts?

Die Steuergesetzgebung versteht unter dem Begriff „kurze Zeit“ eine Frist von 10 Tagen. Die 10 Tage Regel bezieht sich dabei auf die letzten 10 Tage vor Jahreswechsel und auf die ersten 10 Tage im neuen Jahr. Die Einnahmen und Ausgaben, die regelmäßig ausgeführt werden, müssen innerhalb der 20 Tage rund um den Jahreswechsel fällig sein. Und sie müssen innerhalb dieses Zeitraums auch beglichen werden.

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Beispiele aus der Praxis für die 10 Tage Regel

Ein Beispiel für die Einnahmen

Du hast Deine Garage an einen Mieter vermietet. Dieser bezahlt Dir regelmäßig monatlich eine feste Summe. Im gemeinsamen Vertrag hast Du mit Deinem Mieter einen Geldeingang am 1. Tag des Folgemonates vereinbart. Der Mieter hält sich an die Vereinbarung und bezahlt seine Miete für den Monat Dezember des Jahres 2017 pünktlich. Der 1. Januar ist ein Feiertag, an dem keine Buchung stattfindet. Daher hast Du für die Dezembermiete am 2. Januar 2018 eine Gutschrift auf Deinem Konto.

So wendest Du die 10 Tage Regel an

Die Garagenmiete ist eine regelmäßige Einnahme. Sie ist innerhalb der Frist von 10 Tagen nach dem Jahreswechsel fällig. Ebenso hat Dein Mieter die Zahlung fristgerecht ausgeführt. Die Zahlung erscheint zwar auf dem Kontoauszug vom Januar 2018. Entgegen der normalen steuerlichen Regelungen musst Du die Einnahme aber in das Wirtschaftsjahr 2017 aufnehmen.

Ein Fall für die Ausgaben

Deine KFZ-Versicherung für das Jahr 2018 ist bereits bis zum 31.Dezember 2017 fällig. Du bezahlst Deine Rechnung rechtzeitig am 28. Dezember 2017. Die Buchung erscheint am gleichen Tag auf Deinem Kontoauszug.

Anwendung der Vorgaben des Finanzamtes

Die Fälligkeit der Versicherungsprämie liegt im Zeitraum von 10 Tagen vor Jahresende. Zudem bezahlst Du Deine Versicherungsprämie regelmäßig. Darüber hinaus bezahlst Du die Rechnung Deiner Versicherung innerhalb der Frist von 10 Tagen vor Jahreswechsel. Deine Ausgabe gehört laut Fiskus daher in das Wirtschaftsjahr 2018. Denn die Ausgabe deckt Deinen Versicherungsschutz für das Jahr 2018.

Wie berechnet man den Vorsteuerabzug bei der 10 Tage Regel?

Bei der Berechnung der Umsatzsteuer ist besondere Sorgfalt angebracht. Denn die Regelung aus dem Einkommenssteuergesetz findet keine Anwendung in der Umsatzsteuer. Das bedeutet, dass Du die Vorsteuer immer für dasjenige Jahr abziehen musst, auf das die Rechnung lautet. In besonderen Fällen musst Du eine einzige Kontobewegung für das Finanzamt in zwei Teile aufteilen: die Vorsteuer kommt in das Vorjahr, während der Nettobetrag der Ausgabe oder Einnahme im neuen Jahr Berücksichtigung findet.

Zum Beispiel..

Wenn Deine Telefonrechnung Ende Dezember 2017 bei Dir eintrifft und Du diese bis zum 10. Januar bezahlst, dann musst Du sowohl die Vorsteuer für Deine Umsatzsteuererklärung als auch den Nettobetrag Deiner Ausgabe für die Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2017 berücksichtigen. Bezahlst Du die Rechnung aber erst nach dem 10. Januar 2018, dann musst Du die Vorsteuer im Jahr 2017 abziehen, während Du die Netto-Ausgabe erst für die Gewinn- und Verlustrechnung 2018 geltend machen kannst.

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