Finanzen   09.5.2017

Die 5 häufigsten Irrtümer bei der Steuererklärung

Tatsache ist: Fast nichts verbindet die Menschheit so sehr wie der gemeinsame Widerwille gegen die Steuerklärung. Verrückt ist gleichzeitig: Obwohl die Erklärung der Einkommenssteuer (für viele Menschen) Jahr für Jahr fällig ist, halten sich einige Irrtümer bei der Steuererklärung trotzdem hartnäckig. Wir bringen Licht ins Dunkel der Steuererklärungs-Mythen.

Die 5 häufigsten Irrtümer bei der Steuererklärung

Die 5 häufigsten Irrtümer bei der Steuererklärung

Die Steuererklärung: Ein ewiges Mysterium. Obwohl die meisten Leute sie jährlich abgeben müssen, halten sich manche Steuererklärungs-Gerüchte hartnäckig.

Irrtum 1: Auch wer freiwillig die Steuer erklärt, muss nachzahlen

Anders als Selbstständige sind nicht alle Angestellten zur Steuererklärung verpflichtet. Wenn du unaufgefordert die Steuer erklärst und abzusehen ist, dass eine Nachzahlung bei freiwilliger Steuererklärung ins Haus steht, kannst du den Antrag auf Einkommenssteuerveranlagung wieder zurücknehmen.Hierfür hast Du eine Einspruchsfrist von einem Monat einzuhalten. So vermeidest du die Nachzahlung! Das gilt aber wirklich nur für die Personen, die freiwillig die Steuer erklären. Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist, entgeht keiner drohenden Nachzahlung. Wenn Dein Arbeitgeber allerdings Deine Lohnsteuer in zu geringer Höhe an das Finanzamt ausbezahlt hat, dann musst Du Deine Nachzahlung leisten. Darüber hinaus kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen auch als Arbeitnehmer zu einer Abgabe der Einkommenssteuererklärung verpflichtet sein.

Irrtum 2: Handwerkerkosten lassen sich vollständig von der Steuer absetzen

Wichtigste Regel, um die Kosten für Handwerker abzusetzen: Die Handwerker-Rechnung darf nicht bar bezahlt werden. Nächste Regel: Die Handwerkerkosten müssen für Arbeiten vor Ort im eigenen Haushalt entstanden sein. Und nicht die kompletten Kosten können abgesetzt werden, sondern nur 20 Prozent des Arbeitslohns – nicht aber die Materialkosten. Maximal dürfen es 1.200 Euro im Jahr sein, die du bei der Steuererklärung geltend machen kannst.

Irrtum 3: Wenn die Bank Belege zu spät schickt, muss sie die Strafgebühren des Finanzamts übernehmen

Schön wär’s! Aber leider bist du selbst vollständig dafür verantwortlich, dass deine Steuererklärung innerhalb der Abgabefrist beim Finanzamt landet. Wenn abzusehen ist, dass du noch auf einen Beleg (deiner Bank) warten musst, kannst du beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Sollte es aber dazu kommen, dass das Finanzamt Strafzahlung wegen einer verspäteten Abgabe der Steuererklärung von dir fordert, musst du sie selbst zahlen. Auch wenn deine Bank schuld war.

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Irrtum 4: Das Arbeitszimmer lässt sich immer von der Steuer absetzen

Ein Büro in deinem Zuhause ist nur dann steuerlich absetzbar, wenn es im Mittelpunkt deiner beruflichen Tätigkeit steht. Wenn du anderswo einen Arbeitsplatz hast und zusätzlich Arbeiten zu Hause verrichtest, lässt dein Arbeitszimmer sich in der Regel nicht absetzen.

Irrtum 5: Rentner brauchen keine Steuererklärung abzugeben

Das ist so nicht richtig – auch für Rentner gilt, dass sie ihre Steuer erklären müssen, wenn ihre jährlichen Einkünfte eine Grenze überschreiten. Für Rentner gilt ein jährlicher Freibetrag von 9.000 Euro (Stand 2018). Was darüber liegt, muss versteuert werden, und dafür ist eine Steuererklärung notwendig.

Irrtum 6: Abgegebene Steuererklärungen kann man nicht mehr ändern

Für das Finanzamt zählt vor allem, dass Deine Steuererklärung stimmt. Darüber hinaus sind ebenfalls die üblichen Fristen genau einzuhalten. Wenn Du Deine Steuererklärung bereits abgegeben hast, Du aber noch keinen Steuerbescheid vom Finanzamt erhalten hast, kannst Du problemlos dazugehörige Belege im Nachhinein einreichen. Mit dem Tag der Zustellung des Steuerbescheides hast Du eine weitere Frist von einem Monat, innerhalb der Du Belege nachreichen kannst. Wenn es die Umstände erfordern, kannst Du auch danach noch Belege einreichen. Darüber hinaus kannst Du auch später noch Änderungen vornehmen, wenn Du davon Kenntnis erlangst, dass Du zum Beispiel eine Berechnung falsch angesetzt hast. 

Irrtum 7: Die Entfernungspauschale umfasst die Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz

Dieser Irrtum kann Deine Kalkulation ganz schön durcheinander bringen. Denn die Entfernungspauschale berücksichtigt Deinen Arbeitsweg nur einfach. Wenn Deine Arbeitsstätte zum Beispiel 10 Kilometer entfernt ist und Du dadurch einen täglichen Weg von 20 Kilometern für den Hin- und Rückweg zu fahren hast, kannst Du nur den einfachen Weg von 10 Kilometern absetzen. Die Pauschale erlaubt Dir eine Anrechnung von 30 Cent pro Kilometer vom einfachen Weg, den Du als Werbungskosten absetzen kannst. 

Irrtum 8: Die Veranlagungsform ist dauerhaft

Wer sich für eine Veranlagungsform entscheidet, kann seine Entscheidung jedes Jahr neu treffen. So können Ehepaare bei jeder Steuererklärung die für sie günstigste Anlageform aussuchen. Seit 2013 steht Ehepaaren die Wahl zwischen dem Ehegattensplitting und der Einzelveranlagung zur Verfügung. 

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