Recht   02.1.2019

5 Mythen über das Arbeitsrecht

Glaub nicht einfach alles, was du glaubst zu wissen. Erst recht nicht, wenn es um Arbeitsrecht geht. Du ersparst dir und deinem Team viel Stress, wenn du statt nach Gefühl zu handeln, der Sache erstmal auf den Grund gehst. Wenn ein Problem im Betrieb auftritt, das mit dem Arbeitsrecht zu tun hat: Informiere dich gründlich und hinterfrage, ob man die Sache denn wirklich so handhaben muss oder doch alles ganz anders ist.

Arbeitsrecht

Muss ich das Attest schon bei einem Krankheitstag vorbeibringen? Kann mein Chef von mir verlangen bei der Arbeit zu erscheinen, auch wenn mein Auto von der Überschwemmung am Wochenende weggespült worden ist? Das Arbeitsrecht wirft viele Fragen auf. (Bild © unsplash.com)

Das Arbeitsrecht – Kündigung, Abfindung, Arbeitszeit und. Co.

Du erleichterst dir und allen anderen die Arbeit, wenn ihr in der Firma rechtlich korrekte Arbeitsverträge, Kündigungsschreiben und Arbeitszeitregelungen habt.

1. Muss in der Kündigung eine Begründung stehen?

Du musst einen Grund haben, wenn du einem Mitarbeiter den Vertrag kündigst. Du musst schriftlich kündigen und du musst dich an Fristen halten. Aber den Grund im Kündigungsschreiben angeben musst du nicht. Da gibt es allerdings Ausnahmen, zum Beispiel wenn es um einen Ausbildungsvertrag oder eine sogenannte außerordentliche Kündigung geht. Bei fristgerechten Kündigungen und bei Kündigungen in der Probezeit ist keine schriftlich formulierte Begründung nötig.

2. Gilt der Kündigungsschutz auch in Kleinbetrieben?

In Deutschland gibt es ein . Es regelt unter anderem, wann eine Kündigung sozial ungerechtfertigt ist. Es gilt aber teilweise erst für Betriebe, die regelmäßig mindestens 10 Arbeitskräfte beschäftigen (bis 2004 lag die Grenze bei 5). Vorsicht: Leiharbeiter zählen dabei mit.  Willst oder musst du einem Mitarbeiter kündigen, sind die Hürden dafür im Kleinbetrieb niedriger als in einer großen Firma. In jedem Fall gilt: Informiere dich gut, was du darfst, bevor du eine Kündigung schreibst.

3. Bis wann muss bei Krankheit ein ärztliches Attest eingereicht werden?

Manche haben ja immer Montags Kopfweh. Andere Freitags. Wieder andere haben Grippe immer genau drei Tage lang. Nie länger. Denn sie glauben: Erst ab dem dritten Krankheitstag muss man dem Arbeitgeber ein ärztliches Attest hereinreichen. Kann stimmen. Muss aber nicht. Ein Blick in den Arbeitsvertrag hilft, denn dort ist das geregelt.

4. Müssen Arbeitnehmer bei jedem Wetter im Büro erscheinen?

Schneefrei und Hitzefrei gibt es nur für Schulkinder. Für die Großen gilt: Arbeitsvertrag ist Arbeitsvertrag. Auch bei extremen Wetterereignissen wie Sturm, Überschwemmung oder Glatteis kann der Arbeitgeber erwarten, dass die Belegschaft pünktlich am Arbeitsplatz erscheint. Eigentlich. In so einem Fall ist ein wenig Kulanz für Zuspätkommen oder spontanes auf Homeoffice wechseln sicher für alle Beteiligten die friedlichere und sicherere Lösung. Eventuell können Ausfalltage mit Lohnkürzungen ausgeglichen, oder Urlaubstage eingesetzt werden.

5. Sind befristete Arbeitsverträge eine Lösung, um sich nicht zu fest zu binden?

Wer befristet einstellt, muss dafür einen Grund haben, zum Beispiel, dass das Projekt, für das der Mitarbeiter benötigt wird, nur auf zwei Jahre angelegt ist. Befristete Arbeitsverträge als Mittel einzusetzen, um Angestellte unproblematisch wieder abstoßen zu können, ist keine gute Idee. Da kann es rechtliche Probleme geben. Außerdem: Wie unattraktiv willst du deine Firma für Fachkräfte machen? Wer die Wahl hat, wird sich dem Arbeitgeber zuwenden, der die besseren Konditionen bietet. Das ist eine befristete Stelle dann eventuell gerade aufgrund der Befristung nicht.

Fazit

In allen Fällen gilt: Informiere dich, was du tust und wie das Arbeitsrecht tatsächlich ist, bevor du es auf Streitigkeiten innerhalb der Firma oder mit ehemaligen Mitarbeitenden ankommen lässt.

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