Lifestyle   13.6.2019

Der Biorhythmus pfuscht ins Handwerk: Arbeitsergebnisse nach Leistungskurve

Lerchen und Eulen nennt sie der Volksmund: Morgenmenschen und solche, bei denen erst später am Tag die Leistungskurve so richtig steigt. Der Biorhythmus pfuscht ins Handwerk – und das macht sich nicht nur in kreativen Berufen sondern auch bei handwerklichen Tätigkeiten und an Fließbändern bemerkbar. Wissenschaftlich untersucht hat das ein Doktorand des Instituts für Integrierte Produktion (IPH) in Hannover.

leistungskurve

Für Unternehmen, die in Schichtarbeit produzieren, kann es interessant sein, Mitarbeiter ihrem Biorhythmus bzw. ihrer Leistungskurve entsprechend einzuteilen. (Bild © pexels.com)

Zirkadiane Leistungsschwankungen – eine Studie

Das Arbeitsergebnis hängt davon ab, wer zu welcher Tageszeit etwas tut. Jens-Michael Potthast vom hat sich das mal angesehen: Bei einem Automobilzulieferer konnte er die Arbeitsergebnisse einiger Mitarbeiter anhand von Maschinendaten auslesen. Dazu führte er mit 24 der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gespräche, um die individuelle Leistungskurve jedes Einzelnen zu charakterisieren.

Die Leistungskurve ist abhängig von persönlichen Faktoren wie Alter, Berufserfahrung, Zufriedenheit im Beruf, Geschlecht, Biorhythmus, Gesundheitszustand und aktueller Müdigkeit des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin.

Ergebnis: Biorhythmus beeinflusst die Leistungskurve

Alle Probanden hatten bei ihrer Tätigkeit in der Montage sowohl körperlich als auch geistige Arbeit zu leisten. Auf das Arbeitsergebnis hat dabei – so zeigt Potthasts Untersuchung – der Biorhythmus einen signifikanten Einfluss. Besonders anfällig für Schwankungen sind geistige Tätigkeiten, aber auch die Ergebnisse körperlicher Arbeit sind individuell abhängig von der Tageszeit.

Einteilung nach Leistungskurve – typgerechte Schichtarbeit

Potthasts Schlussfolgerung: Wer Morgenmenschen in der Frühschicht einteilt und Abendmenschen in der Spätschicht, erzielt bessere Ergebnisse. In der Frühschicht war die Leistung der Morgenmenschen nämlich um 4% besser als in der Spätschicht. Abendmenschen schafften am Abend sogar 8% mehr als in der für sie nicht typgerechten Frühschicht. Für Unternehmen, die in Schichtarbeit produzieren, kann dies durchaus interessant sein – sofern es in der Arbeitsorganisation des Betriebes überhaupt machbar ist, jeden Mitarbeiter seinem Biorhythmus entsprechend einzuteilen.

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