Finanzen   30.12.2016

Was ändert sich in der Buchhaltung 2017?

Alles neu macht der… Januar. Auf die Buchhaltung 2017 kommen einige Änderungen zu. Ab dem 1.1.2017 gelten neue Gesetze, ändern sich Grenzwerte, Regelungen, Freibeträge und Umlagen. Es gibt auch Fristen, die nun endgültig abgelaufen sind.

Buchhaltung 2017: 10 Dinge, die im neuen Jahr anders werden

Was ändert sich in der Buchhaltung 2017?

Es ist doch immer so: Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, ändert sich das Ganze wieder. Auch die Buchhaltung 2017 macht davor nicht halt.

Was sich ab 2017 ändert? Vieles, zum Beispiel Zolltarife, Warennummern, Fördermittel für Elektromobilität. In Sachen Buchhaltung und Finanzen sind die folgenden Punkte für Selbstständige wichtig.

1. Lieferscheine schneller wegwerfen

Bisher mussten Firmen Lieferscheine – empfangene und abgegebene – 6 Jahre aufbewahren. Die Frist lief ab Ende des Kalenderjahres, in dem der Lieferschein entstanden ist. Diese Aufbewahrungsfrist entfällt nun für die meisten Lieferscheine. Eine Ausnahme bilden die Firmen, die Lieferscheine auch als Buchungsbelege verwenden. Dort müssen die Unterlagen weiterhin für 10 Jahre für eventuelle Steuerprüfungen vorgehalten werden.

2. Mindestlohn wird erhöht

Wer Jobs im Niederiglohnbereich vergibt, muss beachten, dass sich der Mindestlohn 2017 ändert. Er steigt auf 8,84 Euro Brutto je Zeitstunde.

3. Geldwerter Vorteil: Sachbezugswert für Verpflegung steigt

Sachbezugswerte sind Teil des Einkommens, die nicht als Geldleistung übermittelt werden. Aus Dienstwagen, Dienstwohnung etc. entsteht ein sogenannter geldwerter Vorteil. 2017 steigt der  Monatswert für Verpflegung auf 241 Euro. Wer Mitarbeitern verbilligte oder kostenfreie Mahlzeiten anbietet, kann nun für ein Frühstück 1,70 Euro und für Abend- und Mittagessen 3,17 Euro ansetzen.

4. Lohnnebenkosten: höhere Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung und der Pflegeversicherung steigen. Beitragsbemessungsgrenzen sind das Limit, bis zu dem auf das Gehalt Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Verdienen Mitarbeiter mehr, ist das darüber liegende Einkommen beitragsfrei. Steigen die Beitragsbemessungsgrenzen, dann bedeutet das, dass mehr Lohnnebenkosten bei den hohen Gehältern anfallen.

Während bei Kranken- und Rentenversicherung bundesweit einheitliche Werte angesetzt sind (52.200 Euro Jahreseinkommen) gibt es bei der Rentenversicherung weiterhin eine Unterscheidung in Ost und West-Bundesländer.

5. Lohnsteuer-Anmeldungen

Die Grenze für die vierteljährliche Anmeldung der Lohnsteuer steigt von 4.000 auf 5.000 Euro. Das kann für Betriebe mit einem Lohnsteueraufkommen von weniger als 5.000 Euro im vorigen Kalenderjahr eine Arbeitserleichterung bedeuten. Sie müssen nun nicht mehr monatlich sondern quartalsweise die Lohnsteuer-Anmeldung durchführen. Im Formular für die Lohnsteueranmeldung findet sich die genaue Erklärung unter Punkt 6 der Hinweise für den Arbeitgeber.

6. Lohnsteuertabellen verschoben

Entsprechend der Inflationsraten ändern sich regelmäßig die Lohnsteuertabellen. Auch die Buchhaltung 2017 bleibt davon nicht verschont, für Unternehmen heißt das, dass neue Lohnsteuerprogramme zum Einsatz kommen.

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7. Grundfreibetrag steigt 2017 und 2018

Das Existenzminimum soll steuerfrei sein, daher gibt es den Grundfreibetrag. Erst wer mehr verdient, zahlt auf das darüber liegende Einkommen Steuern. Dieser Grundfreibetrag steigt 2017 auf 8.820 Euro und wird 2018 nochmal angehoben, voraussichtlich auf 9.000 Euro.

8. Kindergeld und Kinderfreibeträge höher

Auch für Kinder gibt es einen steuerlichen Grundfreibetrag, der sich 2017 ändert. Er steigt pro Kind auf 4716 Euro. Es gilt der doppelte Betrag bei steuerlicher Zusammenveranlagung der Eltern. Auch das Kindergeld erhöht sich leicht. 192 Euro für die ersten zwei Kinder, 198 Euro beim dritten und 223 Euro für das vierte Kind gibt es ab 2017 monatlich.

9. Künstlersozialabgabe sinkt

Im Vorjahr lag sie bei 5,2%. Für 2017 wurde die Künstlersozialabgabe niedriger angesetzt. Wenn du regelmäßig Designer, Musiker, Schauspieler oder Texter beauftragst, fällt die Abgabe an die Künstlersozialkasse nun also geringer aus.

10. Kassenmanipulationsgesetz

Elektronische Kassensysteme müssen nach einer Übergangsfrist nun zwingend bestimmte Dinge können. Dazu gehöen: Einzeldaten zu speichern und den Datenexport zu erlauben. Der Hintergrund dazu findet sich in den „Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD).

…und zwei Dinge, die unverändert bleiben

Leider zeigte sich, dass einige noch im Dezember angekündigten Änderungen am Ende nicht umgesetzt wurden. Zu früh gefreut für Kleinunternehmerregelung und Kleinbetragsrechnung. Beide bleiben wie gehabt.

1. Kleinunternehmerregelung: Die Umsatzgrenze bleibt

Angekündigt war, dass Kleinunternehmer in Zukunft einen höheren Jahresumsatz erzielen erzielen dürften. Auf 20.000 Euro sollte die Umsatzgrenze steigen. Tut sie aber nicht! Was im Entwurf der Gesetzesänderungen noch angekündigt war, ist im Gesetz nicht angekommen. Das ist schade! Es gilt also weiterhin, dass der Umsatz im Vorjahr unterhalb von 17.500 Euro gelegen haben muss und im laufenden Jahr nicht 50.000 Euro übersteigen darf. Nur dann ist das Unternehmen ein Kleinunternehmen und darf auf das Erheben von Umsatzsteuer verzichten.

2. Die Kleinbetragsrechnung bleibt klein

In der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung sollte §33 aktualisiert werden. Der Plan war, die Höchstgrenze für Kleinbetragsrechnungen von bisher 150 Euro auf 200 Euro zu erhöhen. Damit hätte sich manche Bewirtungsrechnung und Tankquittung leichter verarbeiten lassen. Aber daraus wird nichts. Schade eigentlich.

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Diskussion

Ein Kommentar

  1. 7. Januar 2017 am 10:43

    Die Kleinunternehmergrenze ist nicht auf 20.000 € angehoben worden wie oben dargestellt.

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