Finanzen   01.1.2020

Muss ich Airbnb-Einnahmen versteuern?

Hast du Einkünfte, die den Grundfreibetrag übersteigen, musst du in der Regel alles, was darüber liegt, immer versteuern. Das gilt auch für Einnahmen aus Airbnb-Vermietung, wenn du damit Gewinne erzielst. Doch weil du Airbnb-Einnahmen versteuern musst, kannst du auch Ausgaben für die vermieteten Räume steuermindernd geltend machen.

  1. Wie erzeugt eine Vermietung über Airbnb auch Kosten?
  2. Was musst Du von den Airbnb-Einnahmen versteuern?
  3. Welche Umsatzsteuer und Gewerbesteuer fällt an?
  4. Wie sieht es mit Einkommenssteuer & Co. aus?
Airbnb-Einnahmen versteuern

Von Deinen Airbnb-Einnahmen musst Du nur Gewinne versteuern. (Bild © unsplash.com)

Wie erzeugt eine Vermietung über Airbnb auch Kosten?

Wer über eine Plattform wie Airbnb einen Teil der eigenen Wohnung oder die ganze Wohnung tage- oder Wochenweise vermietet, erzielt damit Einnahmen. Gleichzeitig entstehen aber auch Kosten zum Beispiel:

  • kostet die Wohnung dich auch Miete, die du anteilig als Ausgabe gegenrechnen kannst.
  • hast du das zu vermietende Zimmer extra neu eingerichtet und renoviert.
  • nutzen deine Untermieter anteilig Strom, Wasser, Heizung.
  • zahlst du für die Nutzung von Airbnb und ähnlichen Vermietungsplattformen Gebühren.
  • bezahlst du vielleicht eine Reinigungskraft, die nach jeder Vermietung die vermieteten Zimmer auf Vordermann bringt.
  • zahlst du die Reinigung der Bettwäsche und Handtücher, die du den Mietern zur Verfügung gestellt hast.

Alle entstehenden Kosten solltest du unbedingt belegen können, wenn du sie steuerlich geltend machen willst. Das bedeutet: Belege sammeln! Und die Reinigungskraft immer nur per Überweisung bezahlen, da Barzahlung beim Finanzamt nicht gut ankommt: Quittungen darüber erkennt es nicht an. Das gilt für alle haushaltsnahen Dienstleistungen.

Was musst Du von den Airbnb-Einnahmen versteuern?

Was du von deinen Airbnb-Einnahmen versteuern musst, sind ausschließlich die Gewinne. Die Frage ist also: Wieviel bleibt nach Abzug aller Kosten tatsächlich übrig? Bleibt dein Gewinn unterhalb einer Grenze von 520 Euro oder machst du gar überhaupt keinen, dann brauchst du in deiner Steuererklärung nichts anzugeben. Nur wer oberhalb dieser Grenze Einnahmen erzielt, füllt die aus, das ist das Formular für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Bei hohen Mieteinnahmen kann auch Umsatz– und Gewerbesteuer fällig werden.

Liebhaberei

Du zahlst drauf, wenn du weniger einnimmst, als du gleichzeitig für die vermieteten Teile der Wohnung ausgibst. Dann gilt deine Vermietungstätigkeit vor dem Fiskus als Liebhaberei. Du bist Hobby-Vermieter, wenn es dich mehr kostet, den Wohnraum vorzuhalten, als du mit der Vermietung einnimmst. Logische Konsequenz daraus: Du hast nichts zu versteuern.

Freigrenze: 520 Euro

Auch bei Einnahmen unterhalb von 520 Euro aus Vermietung und Verpachtung bleibt der gesamte Betrag steuerfrei. Du musst nichts ausfüllen. Erst oberhalb dieser Grenze werden die eventuell aus den Einnahmen generierten Gewinne für das Finanzamt interessant.

Mieter oder Eigentümer

Dann macht es noch einen Unterschied, ob du selbst Mieter oder Eigentümer der Wohnung bist, für die du Airbnb-Einnahmen versteuern musst. Eigentümer haben mehr Möglichkeiten, Kosten als Betriebsausgaben oder Werbungskosten für die Vermietung anzusetzen. So können Eigentümer z.B. auch Schuldzinsen für noch nicht abbezahlte Wohnungen steuerlich absetzen.

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Welche Umsatzsteuer und Gewerbesteuer fällt an?

Wer Ferienwohnungen vermietet oder über Airbnb-Einnahmen verfügt, kann damit durchaus in den Bereich der gewerblichen Vermietung fallen. Die kurzfristige Vermietung ist nämlich nach umsatzsteuerpflichtig. Je nachdem, welche sonstigen Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit du hast, kannst du entsprechend der Umsatzgrenze der  Kleinunternehmerregelung bis zu 22.000 Euro Umsatz machen, ohne Umsatzsteuer abführen zu müssen. Bei gewerblicher Vermietung fällt außerdem oberhalb von 24.500 Euro Gewinn noch Gewerbesteuer an.

Wie sieht es mit Einkommenssteuer & Co. aus?

Wenn du deine Airbnb-Einnahmen versteuern musst, geht es also nicht immer nur um die Einkommenssteuer. Wer die Vermietung quasi als Haupt- oder Nebengewerbe betreibt und entsprechend hohe Umsätze erzielt, muss sich auch mit Umsatz- und Gewerbesteuer auseinandersetzen.

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