Marketing   05.4.2020

Amazon Marketplace: Potenziale und Gefahren

Immer mehr Händler entscheiden sich ganz bewusst, ihre Waren auch über den Amazon Marketplace zu verkaufen. Schließlich bietet Amazon selbst zwar ein umfangreiches Angebot, aber es bieten sich immer noch genug Nischen für andere Anbieter, die Amazon über den Marketplace agieren lässt. Doch lohnt sich das für Unternehmerinnen und Unternehmer überhaupt? Sollten sie ihre Waren hier anbieten? Dieser Artikel bringt Licht in das Dunkel und erklärt Vor- und Nachteile des Marketplaces. Von beiden gibt es mehr als genug und wir werden sehen, für welche Anbieter es sich lohnt und für wen eher nicht.

Amazon Marketplace

(pixabay.com © FirmBee)

Was ist der Amazon Marketplace?

Firmen, die den Amazon Marketplace nutzen, haben die Möglichkeit, unabhängig von Amazon Angebote zu vertreiben, aber deren Reichweite und Service nutzen wollen. Der Vorteil für den Kunden besteht vor allem darin, dass er die Strukturen von Amazon ganz normal nutzen kann. Für ihn gibt es praktisch keinen Unterschied zum normalen Bestellprozess. Insofern ist es also sehr komfortabel für die User, einfach wie gewohnt zu bestellen.

Dabei verfügt Amazon über eine Reichweite, von der viele B2C Firmen nur träumen können. In Deutschland verfügt Amazon über 44 Millionen Kunden, von denen zusätzlich 17 Millionen das Angebot für den kostenlosen Versand namens Prime nutzen. Amazon kalkuliert also ganz bewusst, dass Firmen sich von dieser unglaublichen Zahl beeindrucken lassen und das Marketplace-Angebot nutzen.

Kosten für Verkäufer

Selbstverständlich lässt Amazon die Interessenten nicht einfach so kostenlos von den vorhandenen Strukturen profitieren. Dabei lässt sich allerdings deren Gebührensystem kaum pauschalisieren – Interessenten sollten vorher gut kalkulieren. Grundsätzlich bietet Amazon zwei verschiedene Modelle für Geschäftskunden an, deren Basiskosten von den Verkaufszahlen abhängen. Während für kleinere Verkäufer, die weniger als vierzig Artikel pro Monat verschicken wollen, die feste Gebühr für jeden Artikel bei knapp einem Euro liegt, zahlen Verkäufer von größeren Mengen deutlich mehr. Für sie beträgt die Basisgebühr knapp vierzig Euro. Zusätzlich zu diesen feststehenden Summen bezahlen beide Gruppen noch Gebühren, die von der jeweiligen Produktkategorie abhängen.

Es ist also ein absolutes Muss, sich vorher ins Bild über die entstehenden Kosten zu setzen. Freilich profitiert Amazon noch auf andere Art und Weise von den Verkäufern. Denn das Unternehmen wertet die Verkaufsdaten natürlich aus – dies gehört zu den größten Vorteilen für den Konzern, das genau wie die meisten anderen jüngeren Großfirmen Informationen just genauso sammelt wie Geld.

Keinerlei Marketingkosten

Als klaren Vorteil der Angebote von Amazon muss man identifizieren, dass man selbst durch den Verkauf von Waren auf deren Plattform keinerlei Marketingkosten hat. Das ist deshalb ein Vorteil, weil Amazon natürlich selbst über riesige Marketingbudgets verfügt und insofern Werbung für den eigenen Verkauft mitmacht. Gerade für kleinere Unternehmerinnen und Unternehmer lohnt sich der Schritt in dieser Hinsicht also definitiv.

Harter Konkurrenzkampf

Klar ist aber auch, dass man auf gar keinen Fall der einzige Interessent ist. Mit Massen von anderen Anbietern muss man sich messen, wenn man auf dem harten Marketplace bestehen will. Hier ist also die Frage, ob sich das Modell dann auf  Dauer als profitabel erweist.

(pixabay.com © StartupStockPhotos)

Das Nutzen des Marketplace braucht eine Strategie

Es braucht also unbedingt eine Strategie, wenn man sich für die Vermarktung über die Plattform entscheidet. Möchte man vor allem Kunden binden, oder geht es um Verkaufszahlen? Es ist grundsätzlich nicht ganz leicht, die hohen Ansprüche von Amazon-Kunden ausreichend zu befriedigen. Denn diese sind eine schnelle und zuverlässige Lieferung gewohnt. Zusätzlich kommt durch Amazon ein ziemlich großer Preisdruck zu Stande. Denn Amazon selbst bietet regelmäßig sehr niedrige Preise an, mit denen die Nutzerinnen und Nutzer des Marketplaces natürlich konkurrieren müssen. Auf diese Art und Weise setzen sie sich gegenseitig noch zusätzlich unter Druck.

Rechtliche Fragestellungen

Selbstverständlich ist es im Laufe der Zeit auch zu einigen rechtlichen Fragestellungen gekommen. Denn nicht jeder Hersteller von Produkten möchte, dass man sie über Amazon ohne entsprechende Rückfrage verkauft. Dieses Hindernis gab es zum Beispiel im Falle Coty. Dort wollte der gleichnamige Hersteller einem Reseller verbieten, seine Produkte im Netz über Amazon und andere Reseller-Plattformen wie Ebay zu vertreiben. Der Ausgang dieses Falles dürfte europaweit weitreichende Folgen haben. Eine der definitiven Folgen ist, dass der Handel zum Beispiel mit Parfüm am besten nur nach Rücksprache mit den Herstellern auf qualitativ hochwertigen Webseiten erfolgen sollte. Für Interessenten ist es also unbedingt notwendig, eventuelle Ansprüche in dieser Hinsicht zu klären, bevor man mit dem Anbieten von Waren eventuell einen langfristigen und teuren Rechtsstreit riskiert.

Der Kundenkontakt läuft über die Firmen

Sollte es Probleme mit den Kunden geben, kann man diese nicht auf Amazon abwälzen. Stattdessen sollte man einen guten Kundenservice aufbauen. Das kostet natürlich Zeit, und, je nach Größe des eigenen Angebots, auch Geld. Amazon leitet die möglichen Beschwerden lediglich weiter. Dadurch, dass ein Großteil der entsprechenden Kommunikation per E-Mail stattfindet, sollte man möglichst schnell reagieren und sich nicht allzu lange Zeit lassen. Wie schon angedeutet, sind die Kunden nicht nur einen immens schnellen Versand, sondern antworten auch sehr schnell auf Kundenkritik.

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