Marketing   09.7.2019

Amazon sagt Betrügern den Kampf an: Was das für Affiliate Marketing bedeutet

Das Amazon Partnerprogramm zählt im Rahmen des Affiliate Marketing zu einem der lukrativsten Kooperationen für Affiliates. Publisher können bei erfolgreicher Weiterleitung von Webseitenbesuchern auf die Webseite des Marktplatzes oder einzelne Produktseiten mit Vergütungen von bis zu zehn Prozent des Einkaufswertes rechnen. Auf dieses erfolgsversprechende Vertriebsmodell stützen sich auch immer mehr trügerische Webseiten mit dubiosen Verlinkungen, die Verbraucher vorsätzlich täuschen, um hohe Provisionen zu erhalten. Jetzt wehrt sich der E-Commerce-Versandhandel und will härter gegen Betrüger vorgehen.

  1. Wie kann man mit Affiliate Marketing als Werbeträger Geld verdienen?
  2. Anzahl an betrügerischen Verlinkungen bei den Amazon Affiliates steigt
  3. Vorsicht – Trügerische Webseiten, dubiose Links und Cookie-Betrug
  4. Was bedeutet das für das Affiliate Marketing?
  5. Wie viel kann man mit dem Amazon Partnerprogramm verdienen?
  6. Wie kommen die Einnahmen durch Affiliate Marketing für Amazon zustande?
  7. Welche Faktoren zählen für den Erfolg als Affiliate für Amazon?
Amazon sagt Betrügern den Kampf an: Was das für Affiliate Marketing bedeutet

Amazon will härter gegen Betrüger vorgehen, was auch Auswirkungen auf das Affiliate Marketing hat

Mit Affiliate Marketing als Werbeträger Geld verdienen

Im Rahmen des Affiliate Marketing wirbt ein Publisher (Affiliate) auf seiner Webseite für einen sogenannten Merchant oder Advertiser. In der Regel wird der Publisher mit einer erfolgsabhängigen Vermittlungsprovision vergütet. Die Höhe der Vergütung wird einvernehmlich von beiden Parteien festgelegt. Die Affiliates platzieren dabei entweder Werbebanner oder Verlinkungen auf ihren Webseiten, die den Webseitenbesucher durch einen Klick auf die Anzeige auf die Webseite des Merchants weiterleiten. Das Werbemittel wird dabei vom Merchant gestellt und der Publisher fungiert demnach als kostenpflichtiger Werbeträger.

Die jeweiligen Publisher können dabei sowohl einzeln vom jeweiligen Merchant ausgewählt werden oder Teil eines großflächigen Affiliate-Netzwerkes sein, bei dem sich der Merchant gegen ein Entgelt registriert und so Zugriff auf eine große Auswahl an unterschiedlichen Publishern erhält.

Die Zusammenarbeit von Merchant und Affiliate wirkt sich dabei positiv für beide Parteien aus: Der Publisher profitiert von erfolgsabhängigen Provisionen bei vergleichsweise geringen Kosten für die Einbettung der Werbebanner oder Links. Der werbetreibende Merchant kann den Traffic auf seine Webseite erhöhen und so seine Conversionrate verbessern.

Anzahl an betrügerischen Verlinkungen bei den Amazon Affiliates steigt

Auch das E-Commerce-Versandhaus Amazon arbeitet mit unzähligen Publishern zusammen, um den Traffic auf den Marktplatz zu erhöhen und die Conversionrate zu steigern. Das Amazon Partnerprogramm ist eines der weltweit größten Affiliate-Netze. Durch Verlinkungen auf den Marktplatz oder auf einzelne Kategorien oder Produktseiten kann der Shop von der Reichweite seiner Affiliates profitieren. Diese erhalten für die Einbettung der Links wiederum eine attraktive Vergütung, die ausgezahlt wird, sobald ein Webseitenbesucher auf den Affiliate-Link klickt und das verlinkte Produkt kauft. Die Vergütung, die Amazon an seine Affiliates ausschüttet, kann dabei bis zu zehn Prozent des Einkaufswertes betragen.

Allerdings nimmt die Anzahl der betrügerischen Affiliate-Links seit geraumer Zeit zu: Das erfolgsversprechende Vertriebsmodell lockt immer mehr unseriöse Webseitenbetreiber an, die auf ihren suchmaschinenoptimierten Seiten für Nischenprodukte werben. Die Links sind dabei weder in hochwertigen Content eingebettet noch mit zusätzlichen Informationen ausgestattet. Mit allen Mitteln versuchen die betrügerischen Seiten Klicks auf die Affiliate-Links zu generieren, um die Vertriebsprovision für die Weiterleitung der Webseitenbesucher auf die Amazon-Seite zu erhalten. Die Links bieten den Webseitenbesuchern und Endverbrauchern selbst dabei in der Regel keinen Mehrwert.

Vorsicht – Trügerische Webseiten, dubiose Links und Cookie-Betrug

Um Webseitenbesucher zu einem Klick auf das Werbebanner oder den Affiliate-Link zu bewegen, greifen unseriöse Webseitenbetreiber zu teilweise grenzwertigen Täuschungen und Irreführungen. Hierfür werden zum Beispiel falsche Produkttests eingebettet oder sogar die gesamte Webseite ähnlich wie eine Test-Seite gestaltet, um den Webseitenbesucher zu täuschen. Die auf der Webseite platzierten Tests und Testergebnisse bestehen dabei oftmals nur aus Zusammenfassungen, kombinierten Informationen oder zusammengeschriebenen Kundenbewertungen aus anderen Bewertungsportalen. Da diese Webseiten sich zwar als Test-Seiten darstellen, selbst aber gar keine Tests durchführen, täuschen sie den Verbraucher vorsätzlich. Es handelt sich um irreführende Werbung, die sowohl von der Stiftung Warentest als auch von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) abgemahnt wird.

Die trügerischen Webseiten sind dabei so für Suchmaschinen optimiert, dass sie zumeist schon unter den Top-Suchergebnissen ranken und so besonders viel Traffic für ihre Seite generieren können. Diese Webseitenbetreiber profitieren dementsprechend auch überdurchschnittlich von den ausgeschütteten Provisionen, da sie mehr Klicks auf die trügerischen Affiliate-Links erwirtschaften können.

Auch Cookies werden im Rahmen des Affiliate Marketing oftmals mit betrügerischen Absichten eingesetzt, um die Gewinne anderer Affiliates zu manipulieren und die eigene Provision zu steigern. Mithilfe von Cookie Spreading lassen sich beispielsweise die Cookies anderer Affiliates überschreiben oder präparierte Cookies in Browsern speichern. Dieser Betrug führt dazu, dass Klicks auf Werbebanner und Affiliate-Links nicht mehr den richtigen Webseitenbetreibern zugeordnet werden können. Stattdessen erhält der Betrüger, der die Cookies der Konkurrenten mit seinem präparierten Cookie überschrieben hat, die volle Höhe der für die Klicks ausgeschütteten Provisionen. Mit dieser Masche schadet der Betrüger nicht nur ehrlich arbeitenden Affiliates, sondern auch dem Merchant, weil oftmals auch Provisionen für erfolgreiche Transaktionen ausgeschüttet werden, obwohl der Käufer nicht über einen Affiliate-Link in den Shop gekommen ist.

Was bedeutet das für das Affiliate Marketing?

Jetzt will das Online-Versandhaus härter gegen betrügerische Affiliate-Partner vorgehen – eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, befinden sich doch über 900.000 Webseiten im Partnerprogramm. Affiliate Partner sind dazu angehalten, auf die Einhaltung der Richtlinien zu achten und sich transparent gegenüber ihren Webseitenbesuchern zu verhalten. Auch die in Deutschland gesetzlich geregelte Kennzeichnungspflicht für werbliche Inhalte sollte berücksichtigt werden. Identifiziert Amazon betrügerische Absichten, wird die Zusammenarbeit in der Regel sofort beendet.

Neben der Quantität der eingebetteten Links, spielt auch die qualitative und inhaltliche sinnvolle Integration von Verlinkungen eine wichtige Rolle. Aus qualitativen Gesichtspunkten geht es dabei vor allem um die Erstellung einzigartiger Inhalte, die nicht nur werblicher Natur sind, sondern dem Verbraucher selbst einen Mehrwert bieten. Unique Content stellt überdies auch einen entscheidenden Rankingfaktor dar. Inhalte mit einem Mehrwert für den Konsumenten verbessern das Ranking auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen. Ein gutes Ranking sorgt für neuen Traffic auf der Webseite, sodass mehr Klicks auf die hochwertig eingebetteten Links und höhere Provisionen generiert werden können.

Auch Endverbraucher selbst haben die Möglichkeit, betrügerische Seiten zu erkennen und können so bewusst den Klick auf Affiliate-Links vermeiden. Jedoch löst dieses neue Bewusstsein der Verbraucher das Problem langfristig nicht.

Wie viel kann man mit dem Amazon Partnerprogramm verdienen?

Wer eine Affiliate Seite aufbaut, der muss bereits im Vorfeld sehr gut kalkulieren, ob sich der Einsatz auch lohnt, für Partner wie Amazon Werbung bereit zu stellen. Wer sich ausreichend damit befasst, wie das Affiliate Marketing insbesondere in Bezug auf Amazon funktioniert und genügend Zeit darauf verwendet, unterschiedliche Maßnahmen auf seiner Seite auszutesten und somit die Seite zu optimieren, der kann ein regelmäßiges Einkommen generieren. Das Affiliate Marketing lässt sich auf der Webseite, auf Nebenwebsites oder auf Blogs einsetzen, um für eine ausreichende Verbreitung zu sorgen. Dabei kann ein regelmäßiger Verdienst in Höhe von circa 1.000 Euro pro Monat erzielt werden. 

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Wie kommen die Einnahmen durch Affiliate Marketing für Amazon zustande?

Die Provisionen für den Klick auf einen Affiliate Link richten sich bei Amazon nach der Kategorie der Produkte, die damit angesteuert werden. Sie liegen in der Regel zwischen einem und zehn Prozent vom Warenwert der vermittelten Produkte. Im Durchschnitt beträgt die Provision demnach fünf Prozent. Um Einnahmen von ungefähr 1.000 Euro zu erzielen, muss das Affiliate Programm daher Produkte mit einem Kaufpreis von bis zu 20.000 Euro vermitteln. Affiliate Partner profitieren wie alle anderen Handelsunternehmen auch, insbesondere vom Weihnachtsgeschäft, das ab Herbst beginnt und bis Ende Dezember ansteigt. 

Online Umfrage unter Webseitenbetreibern im Amazon Partnerprogramm

Laut einer Online-Umfrage unter rund 500 Teilnehmern, die Affiliate Marketing betreiben, zeigte sich, wie unterschiedlich sich die Einnahmen von Affiliate Partnern gestalten. Ungefähr drei viertel der Teilnehmer gaben an, als Amazon Affiliate Partner bis zu 500 Euro pro Monat zu erwirtschaften. Dabei verdienen nur 10 Prozent von ihnen weniger als 10 Euro im Monat. Zwischen 10 bis 50 Euro erzielten von ihnen etwa 17 Prozent, während weitere 17 Prozent der Gruppe mit einem Umsatz von bis zu 500 Euro mehr als 100 Euro einnehmen. 

Ein Viertel aller Befragten gab an, immerhin mehr als 500 Euro monatlich durch die Platzierung von Amazon Werbung auf der eigenen Webseite zu verdienen. Davon verdienen knapp 38 Prozent zwischen 500 und 1.000 Euro, weitere knapp 15 Prozent zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro und 47 Prozent mehr als 2.000 Euro. Aus der Einkommensspanne ist ersichtlich, dass der Großteil der Amazon Partner nur bescheidene Umsätze durch die geschaltete Werbung auf seinen Webseiten erzielt. Andererseits zeigt die Umfrage aber auch, dass durchaus die Möglichkeit besteht, mit Amazon als Affiliate Marketing Partner ein sattes Nebeneinkommen zu erwirtschaften. In der Folge erschließt sich, dass es vom individuellen Einsatz und der geschickten Nutzung von Marketingstrategien für die eigene Seite abhängt, wie ertragreich sich das Affiliate Marketing für Amazon in der Realität gestaltet.

Welche Faktoren zählen für den Erfolg als Affiliate für Amazon?

Der Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt, dass Affiliate Marketing für Amazon nicht zwingend ein Selbstläufer ist. Vielmehr sind unterschiedliche Faktoren für den Erfolg verantwortlich. Dazu gehören neben weiteren zum Beispiel:

Stimmigkeit zwischen den Partnern

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Affiliate Marketing für Amazon ist die Stimmigkeit zwischen der eigenen Seite und dem Unternehmen, für das sie wirbt. Passen die Produkte von Amazon zum Thema der eigenen Webseite, dann können diese auch sinnvoll und angemessen platziert werden. In der Folge sind Besucher der Webseite eher bereit, auf den externen Link zu klicken und das Angebot dort näher zu untersuchen. Sind Nutzer der Webseite sowohl an deren Themen als auch an den Produkten des Affiliate Partners interessiert, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch einen Kauf abschließen. Dazu kommt, dass die Themen der Einstiegswebseite zu Produkten passen sollten, die oft online gesucht und gekauft werden und die auch in einem angemessenen Preissektor liegen, sodass sich die Provision für den Klick auch lohnt. 

Traffic der Einstiegsseite

Je höher der Traffic auf der Einstiegsseite, umso höher fällt auch die Klickrate für den Affiliate Link aus. Denn für den Klick auf Affiliate Links gibt es durchschnittliche Prozentwerte. Daher sollten Webseitenbetreiber, die Affiliate Marketing für Amazon betreiben, ihre Einstiegsseite sehr gut pflegen und für qualitativ hochwertigen Content sowie für eine ausreichende Suchmaschinenoptimierung sorgen. 

Professionelles Marketing

Damit Affiliate Links Erfolg erzielen können, muss die Einstiegswebseite Vertrauen aufbauen und Zuverlässigkeit zeigen. Hierfür sind nicht nur qualitätsvolle Inhalte und ein ansprechendes Design notwenig. Auch die laufende Aktualisierung der Inhalte, Anpassung an Neuerungen sowie Einführung neuer Impulse auf der Webseite sorgen dafür, dass diese einen professionellen Eindruck bei ihren Nutzern hinterlässt und damit für das nötige Vertrauen gegenüber den Affiliate Links sorgt. 

Artikel aktualisiert von Christine Olbrich am 09.07.2019

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