Marketing   16.3.2018

Amazon sagt Betrügern den Kampf an: Was das für Affiliate Marketing bedeutet

Das Amazon Partnerprogramm zählt im Rahmen des  zu einem der lukrativsten Kooperationen für Affiliates. Publisher können bei erfolgreicher Weiterleitung von Webseitenbesuchern auf die Webseite des Marktplatzes oder einzelne Produktseiten mit Vergütungen von bis zu zehn Prozent des Einkaufswertes rechnen. Auf dieses erfolgsversprechende Vertriebsmodell stützen sich auch immer mehr trügerische Webseiten mit dubiosen Verlinkungen, die Verbraucher vorsätzlich täuschen, um hohe Provisionen zu erhalten. Jetzt wehrt sich der E-Commerce-Versandhandel und will härter gegen Betrüger vorgehen.

Amazon sagt Betrügern den Kampf an: Was das für Affiliate Marketing bedeutet

Amazon will härter gegen Betrüger vorgehen, was auch Auswirkungen auf das Affiliate Marketing hat

Affiliate Marketing – Als Werbeträger Geld verdienen

Im Rahmen des Affiliate Marketing wirbt ein Publisher (Affiliate) auf seiner Webseite für einen sogenannten Merchant oder Advertiser. In der Regel wird der Publisher mit einer erfolgsabhängigen Vermittlungsprovision vergütet. Die Höhe der Vergütung wird einvernehmlich von beiden Parteien festgelegt. Die Affiliates platzieren dabei entweder Werbebanner oder Verlinkungen auf ihren Webseiten, die den Webseitenbesucher durch einen Klick auf die Anzeige auf die Webseite des Merchants weiterleiten. Das Werbemittel wird dabei vom Merchant gestellt und der Publisher fungiert demnach als kostenpflichtiger Werbeträger.

Die jeweiligen Publisher können dabei sowohl einzeln vom jeweiligen Merchant ausgewählt werden oder Teil eines großflächigen Affiliate-Netzwerkes sein, bei dem sich der Merchant gegen ein Entgelt registriert und so Zugriff auf eine große Auswahl an unterschiedlichen Publishern erhält.

Die Zusammenarbeit von Merchant und Affiliate wirkt sich dabei positiv für beide Parteien aus: Der Publisher profitiert von erfolgsabhängigen Provisionen bei vergleichsweise geringen Kosten für die Einbettung der Werbebanner oder Links. Der werbetreibende Merchant kann den Traffic auf seine Webseite erhöhen und so seine Conversionrate verbessern.

Amazon Affiliates – Anzahl an betrügerischen Verlinkungen steigt

Auch das E-Commerce-Versandhaus Amazon arbeitet mit unzähligen Publishern zusammen, um den Traffic auf den Marktplatz zu erhöhen und die Conversionrate zu steigern. Das Amazon Partnerprogramm ist eines der weltweit größten Affiliate-Netze. Durch Verlinkungen auf den Marktplatz oder auf einzelne Kategorien oder Produtkseiten kann der Shop von der Reichweite seiner Affiliates profitieren. Diese erhalten für die Einbettung der Links wiederum eine attraktive Vergütung, die ausgezahlt wird, sobald ein Webseitenbesucher auf den Affiliate-Link klickt und das verlinkte Produkt kauft. Die Vergütung, die Amazon an seine Affiliates ausschüttet, kann dabei bis zu zehn Prozent des Einkaufswertes betragen.

Allerdings nimmt die Anzahl der betrügerischen Affiliate-Links seit geraumer Zeit zu: Das erfolgsversprechende Vertriebsmodell lockt immer mehr unseriöse Webseitenbetreiber an, die auf ihren suchmaschinenoptimierten Seiten für Nischenprodukte werben. Die Links sind dabei weder in hochwertigen Content eingebettet noch mit zusätzlichen Informationen ausgestattet. Mit allen Mitteln versuchen die betrügerischen Seiten Klicks auf die Affiliate-Links zu generieren, um die Vertriebsprovision für die Weiterleitung der Webseitenbesucher auf die Amazon-Seite zu erhalten. Die Links bieten den Webseitenbesuchern und Endverbrauchern selbst dabei in der Regel keinen Mehrwert.

Trügerische Webseiten, dubiose Links und Cookie-Betrug

Um Webseitenbesucher zu einem Klick auf das Werbebanner oder den Affiliate-Link zu bewegen, greifen unseriöse Webseitenbetreiber zu teilweise grenzwertigen Täuschungen und Irreführungen. Hierfür werden zum Beispiel falsche Produkttests eingebettet oder sogar die gesamte Webseite ähnliche wie eine Test-Seite gestaltet, um den Webseitenbesucher zu täuschen. Die auf der Webseite platziertes Tests und Testergebnisse bestehen dabei oftmals nur aus Zusammenfassungen, kombinierten Informationen oder zusammengeschriebenen Kundenbewertungen aus anderen Bewertungsportalen. Da diese Webseiten sich zwar als Test-Seiten darstellen, selbst aber gar keine Tests durchführen, täuschen sie den Verbraucher vorsätzlich. Es handelt sich um irreführende Werbung, die sowohl von der Stiftung Warentest als auch von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) abgemahnt wird.

Die trügerischen Webseiten sind dabei so für Suchmaschinen optimiert, dass sie zumeist schon unter den Top-Suchergebnissen ranken und so besonders viel Traffic für ihre Seite generieren können. Diese Webseitenbetreiber profitieren dementsprechend auch überdurchschnittlich von den ausgeschütteten Provisionen, da sie mehr Klicks auf die trügerischen Affiliate-Links erwirtschaften können.

Auch Cookies werden im Rahmen des Affiliate Marketing oftmals mit betrügerischen Absichten eingesetzt, um die Gewinne andere Affiliates zu manipulieren und die eigene Provision zu steigern. Mithilfe von Cookie Spreading lassen sich beispielsweise die Cookies anderer Affiliates überschreiben oder präparierte Cookies in Browsern speichern. Dieser Betrug führt dazu, dass Klicks auf Werbebanner und Affiliate-Links nicht mehr den richtigen Webseitenbetreibern zugeordnet werden können. Stattdessen erhält der Betrüger, der die Cookies der Konkurrenten mit seinem präparierten Cookie überschrieben hat, die volle Höhe der für die Klicks ausgeschütteten Provisionen. Mit dieser Masche schadet der Betrüger nicht nur ehrlich arbeitenden Affiliates, sondern auch dem Merchant, weil oftmals auch Provisionen für erfolgreiche Transaktionen ausgeschüttet werden, obwohl der Käufer nicht über einen Affiliate-Link in den Shop gekommen ist.

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Was bedeutet das für das Affiliate Marketing?

Jetzt will das Online-Versandhaus härter gegen betrügerische Affiliate-Partner vorgehen – eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, befinden sich doch über 900.000 Webseiten im Partnerprogramm. Affiliate Partner sind dazu angehalten, auf die Einhaltung der Richtlinien zu achten und sich transparent gegenüber ihren Webseitenbesuchern zu verhalten. Auch die in Deutschland gesetzlich geregelte Kennzeichnungspflicht für werbliche Inhalte sollte berücksichtigt werden. Identifiziert Amazon betrügerische Absichten, wird die Zusammenarbeit in der Regel sofort beendet.

Neben der Quantität der eingebetteten Links, spielt auch die qualitative und inhaltliche sinnvolle Integration von Verlinkungen eine wichtige Rolle. Aus qualitativen Gesichtspunkten geht es dabei vor allem um die Erstellung einzigartiger Inhalte, die nicht nur werblicher Natur sind, sondern dem Verbraucher selbst einen Mehrwert bieten. Unique Content stellt überdies auch einen entscheidenden Rankingfaktor dar. Inhalte, mit einem Mehrwert für den Konsumenten, verbessern das Ranking auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen. Ein gutes Ranking sorgt für neuen Traffic auf der Webseite, sodass mehr Klicks auf die hochwertig eingebetteten Links und höhere Provisionen generiert werden können.

Auch Endverbraucher selbst haben die Möglichkeit, betrügerische Seiten zu erkennen und können so bewusst den Klick auf Affiliate-Links vermeiden. Jedoch löst dieses neue Bewusstsein der Verbraucher das Problem langfristig nicht.

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