Organisation   19.10.2017

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse wird notwendig, wenn Du außerhalb von Deutschland einen Berufs- oder Studienabschluss erworben hast und in Deutschland arbeiten möchtest. Mit der Anerkennung erhältst Du eine Bestätigung für Deine Qualifikation. Für eine Anerkennung musst Du keine deutsche Staatsbürgerschaft oder einen Aufenthaltstitel für Deutschland haben. Du kannst Deinen Antrag einfach aus dem Ausland stellen.

Was bedeutet die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse?

Die Gleichwertigkeit von Abschlüssen von außerhalb Deutschlands mit den Qualifikationen, die in Deutschland Gültigkeit haben, muss offiziell bewertet und bestätigt werden. Dafür hat der deutsche Gesetzgeber das so genannte Anerkennungsverfahren entwickelt. Das Verfahren prüft die berufliche Qualifikation, die Du während Deiner Ausbildung außerhalb von Deutschland erworben hast. Dabei werden die Kenntnisse mit den Anforderungen des gleichen Berufes in Deutschland verglichen. Wenn keine Unterschiede ausfindig gemacht werden, dann hat Dein Berufsabschluss die Gleichwertigkeitsprüfung bestanden.

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse: Förderprogramm und Beratung

Wer im Ausland einen Beruf ausüben möchte und bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, muss diese nachweisen können. (© Brian Jackson – Fotolia)

Welche Dokumente müssen vorgelegt werden?

Damit Deine Berufsausbildung, die Du außerhalb von Deutschland erworben hast, anerkannt werden kann, ist es von Vorteil, wenn Du möglichst umfangreiches Dokumentationsmaterial vorlegen kannst. Für die Gleichwertigkeitsprüfung ist die Vorlage von Zeugnissen und Dokumenten erforderlich, die über die Gestaltung der Berufsausbildung außerhalb Deutschlands Auskunft geben. Dazu gehören Informationen über den Inhalt der Ausbildung und über ihre Dauer. Der Nachweis über bereits erworbene Berufserfahrungen ist auch von großem Vorteil und hilft, die Qualifikation einzuschätzen.

Dokumente nicht vorhanden? – Kein Problem

Wenn Du keine schriftlichen Nachweise für eine Ausbildung vorlegen kannst, dann kannst Du auch eine so genannte Qualifikationsanalyse durchführen lassen. Deine beruflichen Kompetenzen kannst Du mit einer Arbeitsprobe unter Beweis stellen. Die Qualifikationsanalyse ist keine Prüfung, sondern ein praktischer Erweis für Deine Kenntnisse. Dazu gehört ein fachliches Gespräch im Rahmen des Anerkennungsverfahrens, das Du durch eine Probearbeit in einem Betrieb ergänzen kannst.

Wie erhältst Du die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse?

Über die Anerkennung Deiner Berufsausbildung in Deutschland entscheiden je nach Beruf verschiedene Institutionen. Die IHK FOSA – die IHK Foreign Skills Approval – ist die zentrale Institution für die Gleichwertigkeitsprüfung und das Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Berufe, deren Qualifikation über duale Systeme erlangt wird, beurteilen die verschiedenen Berufskammern. Dazu gehören Berufe in den Branchen Industrie, Gastronomie, Handel und Dienstleistung.

Wenn die Qualifikation nicht ganz ausreicht

Wenn Deine Qualifikation den beruflichen Anforderungen in Deutschland nicht entspricht, kannst Du während des Verfahrens auf die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse eine Ausgleichsmaßnahme absolvieren. Die Ausgleichsmaßnahme ist eine Qualifizierung, die die Defizite der Ausbildung, die Du außerhalb Deutschlands absolviert hast, aufholt. Die Maßnahme schließt Du mit einem Lehrgang ab. Für die Anerkennung in verschiedenen Berufen kann es auch erforderlich werden, dass Du eine Prüfung ablegst.

Was kostet das Verfahren?

Die Kosten für ein Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse liegen zwischen 100 bis 600 Euro. Die meisten Verfahren erfordern dabei um die 350 bis 450 Euro. Wenn Unterlagen fehlen, Du aber glaubhaft versicherst, dass Du diese ohne Verschulden nicht vorlegen kannst, dann greifen die weiter oben genannten Möglichkeiten zur Qualifikationsanalyse mit Beratung und Prüfung. Für diese entstehen Kosten, die Du einkalkulieren musst.

Anerkennungszuschuss – Förderung durch Kostenübernahme

Die Kosten für das Verfahren kann der deutsche Staat übernehmen, wenn Du einen Anerkennungszuschuss erhältst. Der Anerkennungszuschuss bezahlt folgende Kosten im Rahmen des Verfahrens zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse:

  • Anerkennungsverfahren
  • Übersetzungen
  • Beglaubigungen
  • Gutachten
  • Beschaffungskosten für Nachweise
  • Qualifikationsanalyse
  • Fahrtkosten

Von der Förderung ausgenommen sind Deine Auslagen, die Du im Rahmen der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse schon vor der Bewilligung geleistet hast. Den Anerkennungszuschuss beantragst Du mit einem Formular. Dieses erhältst Du bei einer persönlichen Beratung in der IHK oder Handwerkskammer.

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