Finanzen   01.3.2017

Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR): Was gehört rein?

Die EÜR ist im Vergleich zur Bilanzierung eine große Erleichterung: Statt einer doppelten Buchführung müssen EÜR-Berechtigte lediglich ihre betrieblichen Einnahmen, ihre betrieblichen Ausgaben davon abziehen und das Ergebnis als Gewinn versteuern. Doch wie ist eigentlich der Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung? Was muss alles rein?

Für Unternehmer steht für die EÜR ein amtliches Formular zur Verfügung, das zu benutzen sie auch verpflichtet sind. Sie finden die „Anlage EÜR“ unter anderem auf der Website des Bundesfinanzministeriums zum Download. Kleingewerbetreibende und Freiberufler sind nicht verpflichtet, dieses Formular zu verwenden, für sie genügt eine formlose Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben.

Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

1. Einnahmen

Die betrieblichen Einnahmen sind zu unterscheiden nach Umsätzen, auf die Umsatzsteuer enthoben wird (7% oder 19%) und steuerfreie Umsätze.

2. Ausgaben

Hier ist zu unterscheiden zwischen:

  • Wareneinkäufen (inklusive zugehörigen Kosten wie zum Beispiel Transportkosten)
  • Personalkosten plus Personalnebenkosten
  • Sonstige Aufwendungen: zum Beispiel Porto, Miete, Nebenkosten der Arbeitsräume und Bürobedarf, Kosten für Telefon und Internet, Werbekosten, Versicherungen und ähnliches.

3. Außerordentliche Einnahmen und Ausgaben

Dazu gehören Posten, die nicht zum normalen Ablauf des Betriebs gehören: zum Beispiel Einnahmen aus dem Verkauf eines Betriebsgebäudes oder die Kosten für eine außergewöhnliche (Groß-)Anschaffung

Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR): Was gehört rein?

Eigentlich gehört wirklich nicht viel zum Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Einnahmen, Ausgaben – das war’s schon!

Was gehört zu den Betriebsausgaben?

Grundsätzlich für den Aufbau der Einnahmen-Überschuss-Rechnung: Es gehören keine Ausgaben auf die EÜR, die privat getätigt werden. Es muss ein klarer Nutzen für den Betrieb ersichtlich sein.

Wenn der  betriebliche Nutzen unstrittig ist, gibt es folgende vier Kategorien der Betriebsausgaben:

1. Sofort und voll absetzbar

Der tägliche Bedarf, der im Betriebsablauf entsteht – zum Beispiel die Materialien für die Ausübung des Betriebs oder Büromaterial – und auch Personalkosten und andere laufende Kosten wie Internet und Telefon sind sofort und voll absetzbar.

2. Über einen bestimmten Zeitraum absetzbar

Bei Anschaffungen, die ihren Wert durch Nutzung verlieren, darf der volle Einkaufspreis nicht sofort in voller Höhe abgesetzt werden. Das gilt zum Beispiel für Computer oder Fahrzeuge. Ein Computer, der bei der Anschaffung 900 Euro gekostet hat, wird über 3 Jahre abgesetzt, und zwar zu je 300 Euro pro Jahr. Bei „Wertverlust durch Nutzung“ spricht man auch von „Abschreibungen“.

3. Teilweise absetzbar

Dazu gehören unter anderem Bewirtungskosten. Ganz egal, wie viele Personen tatsächlich bewirtet werden: Absetzen lassen sich immer nur 70% der Gesamtkosten. Mit den übrigen 30% soll der Teil des Bewirtungsbetrags abgebildet werden, mit dem du als Einladender dich selbst als Privatperson versorgst. Wenn du genau eine Person einlädst und ihr zu gleichen Anteilen schlemmt, profitierst du von dieser Regelung. Wenn du aber eine 10-köpfige Runde zum teuren Steak einlädst und selbst nur am Mineralwasser nippst, ist die Regelung ein Reinfall für dich. Das ist dann leider Pech und lässt sich auch in Ausnahmefällen nicht ändern.

4. Pauschal absetzbar

In manchen Fällen sind pauschale Absetzungsbeträge möglich, statt tatsächliche Kosten anzugeben. Ein Beispiel dafür ist die Kilometerpauschale: 30 Cent pro beruflich gefahrenem Kilometer dürfen einfach ohne weitere Berechnung für die realen Benzin-, Abnutzungs-, Wartungskosten etc. des Fahrzeugs angesetzt werden.

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