Finanzen   19.7.2018

Aufschub für die Steuererklärung: Fristverlängerung beantragen

Selbstständige sind verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Das hat pünktlich zu geschehen. Doch was ist, wenn ausgerechnet jetzt ein Auftrag den anderen jagt und du einfach keine Zeit findest, deine Steuererklärung zu machen? Es darauf ankommen lassen und zu spät abgeben, ist keine gute Idee. Besser: eine Fristverlängerung beantragen oder du suchst dir sofort einen Steuerberater.

Fristverlängerung beantragen

Fristverlängerung beantragen: Mit einem Brief ans Finanzamt erreichst du mehrere Monate Aufschub.

Welche neuen Fristen für die Steuererklärung gibt es ab 2018?

Die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung ändern sich mit dem Steuerjahr 2018. In Zukunft haben alle Steuerpflichtigen zwei Monate mehr Zeit für die Abgabe ihrer Erklärung. Die neue Deadline ist der 31. Juli des Folgejahres.

Ab 2019, wenn also die Steuererklärung für das Jahr 2018 ansteht, gilt das für alle Bundesländer. Nur Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die neuen Fristen schon etwas früher eingeführt allerdings ausschließlich für elektronisch authentifiziert abgegebene Erklärungen.

Für die übrigen Bundesländer und die nicht elektronisch authentifizierten Steuererklärungen für das Steuerjahr 2017 gelten noch die alten Termine. Stichtag war also der 31. Mai 2018.

Warum ist es wichtig, bei der Steuererklärung Fristen einzuhalten?

Eine Steuererklärung nicht fristgerecht einzureichen, kann dich richtig Geld kosten. Verspätungszuschläge werden je nach Dauer und Häufigkeit von Fristüberschreitungen festgesetzt.

Der Zuschlag liegt zum Teil im Ermessen der Behörde und er bezieht sich bisher auf die insgesamt festgesetzte Steuer, nicht nur auf eventuell noch fällige Nachzahlungen. Selbst wenn sich aus der Steuererklärung eine Rückzahlung ergibt, darf das Finanzamt einen Verspätungszuschlag ansetzen. Besonders hoch fallen Verspätungszuschläge aus, wenn du dir durch die Verzögerung einen Zinsvorteil verschafft oder den Veranlagungsvorgang behindert hast.

Neu ist ab 2019 dass es eine Art Mindeststrafe für Steuerpflichtige gibt, die mit ihrer Erklärung zu spät dran sind. 0,25% der noch geschuldeten Steuersumme sind dann in jedem Fall fällig, mindestens jedoch 25 Euro pro Verspätungsmonat. Wer seine Steuererklärung für 2018 erst nach Ende der neuen Fristen abgibt, zahlt in jedem Fall drauf.

Wie kann ich für die Steuererklärung eine Fristverlängerung beantragen?

Du willst kein Geld verlieren, kannst es aber auf gar keinen Fall schaffen, deine Steuererklärung pünktlich abzugeben? Dann wende dich rechtzeitig an dein Finanzamt, bevor die Frist verstrichen ist. Denn es gibt eine Art zeitlichen Puffer, den dir das Amt auf Antrag zugesteht. Nenne einen Grund, warum es zum 31.7. für dich in diesem Jahr nicht machbar ist, eine vollständige Erklärung einzureichen und bitte um eine Fristverlängerung für die Steuererklärung. Nenne dabei einen Termin, bis zu dem du es schaffen wirst, die Unterlagen und die Erklärung abzugeben.

Meist ist es kein Problem, einen Aufschub zu bekommen. Bisher war eine Fristerlängerung bis zum 30.9. möglich. Neu ist ab dem Steuerjahr 2018, dass in Zukunft auch Fristenverlängerungen bis zum 28.2. des nächsten Jahres eingeräumt werden können.

Der Grund, warum du eine Fristverlängerung brauchst, sollte plausibel sein. Es können zum Beispiel Belege sein, die dir noch für die Steuererklärung fehlen. Auch akute Arbeitsüberlastung durch einen großen Auftrag, der gerade herein gekommen ist, ist bei Soloselbstständigen ein logisches Hindernis, um Steuererklärungsvordrucke auszufüllen. Wer sich beruflich für längere Zeit im Ausland aufhält oder schwer erkrankt ist, hat damit ebenfalls einen annehmbaren Grund, für die Steuererklärung Aufschub zu beantragen. Dass du ausgerechnet im Juli in Urlaub fährst und dich deshalb nicht um die Steuer kümmern kannst, wird als Grund eher nicht gelten.

Das Finanzamt kann deine Bitte um Fristverlängerung auch ablehnen. Das bekommst du immer schriftlich. Eine Zustimmung wird dagegen als stillschweigende Fristverlängerung gewährt: Hörst du nichts vom Finanzamt, dann geht die Fristverlängerung stillschweigend klar. So spart die Behörde Zeit, Papier und Porto.

Bei einer Ablehnung musst du dagegen schnell ran und dafür sorgen, dass deine Erklärung noch rechtzeitig beim Finanzamt ankommt. Folglich ist es ganz wichtig, die Fristverlängerung rechtzeitig zu beantragen. Das kannst du mit einem formlosen Schreiben, einer E-Mail oder sogar einem Anruf beim Finanzamt erledigen.

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Alternative: Steuerberater beauftragen

Für Steuerberater gelten andere Fristen. Sie mussten bisher die Steuererklärungen ihrer Mandanten bis zum 31. Dezember des auf das Steuerjahr folgenden Jahres einreichen. Die neuen Regelungen gewähren auch den Steuerberatern zwei Monate mehr Zeit. 14 Monate haben sie nun ab Ende des Steuerjahres. Ultimo für Steuererklärungen, die ein Steuerberater für dich anfertigt, ist also der 28. Februar des übernächsten Jahres. Für das Steuerjahr 2018 heißt das: Machst du die Erklärung selbst, dann sollte sie zum 31.7. fertig sein. Du kannst aber eine Fristverlängerung beantragen, dann darfst du etwas später abgeben.

Lässt du deine Steuerangelegenheiten von einem Steuerberater machen, hast du automatisch mehr zeitlichen Spielraum: die 2018er Erklärung will das Finanzamt dann spätestens am 28.2.2020 haben. Allerdings solltest du auch beim Steuerberater deine Unterlagen nicht erst kurz vor Torschluss abliefern. Schließlich braucht das Team im Steuerbüro auch noch Zeit, um deine Steuererklärung zu bearbeiten.

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