Interview   16.5.2018

Interview mit Bean United – Kaffee trinkend Gutes tun

Kaffee trinken und dabei auch noch helfen? Thomas und Philipp Greulich von Bean United haben das mit Ihrem Social-Coffee-Startup ermöglicht. Mit ihrem sozialen Engagement treffen Sie den Geschmack der Zeit – und mit ihrem Kaffee den Geschmack vieler Menschen. 

Bean United

Die Gründer von Bean United: Thomas und Philipp Greulich

Hey ihr zwei! Stellt euch doch bitte kurz vor!

Wir sind die Zwillingsbrüder Philipp und Thomas Greulich aus München. Nach gemeinsamem Berufseinstieg bei Red Bull und Jobs in unterschiedlichen Branchen und Bereichen wollten wir zusammen etwas Sinnvolles auf die Beine stellen. Mit Bean United haben wir ein „Social Coffee Startup“ gegründet, das über den Verkauf von hochwertigem Kaffee Menschen in Not hilft.

Bean United – Würdet ihr uns verraten, wieso ihr diesen Namen gewählt habt?  

Wir haben ihn nicht selbst gewählt, sondern eine Community abstimmen lassen. 10 Vorschläge, 100 Freunde, 1 Gewinner. Der Name passt perfekt, da wir über Kaffeebohnen (Bean) gemeinsam (United) Gutes tun.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine „Social Coffee Company“ zu gründen und wie hat sich die Idee bis heute entwickelt?

Wir wollten ein sozial-orientiertes 1-für-1-Konzept anbieten, das auf einem täglich konsumierten Produkt basiert, und entschieden uns für Kaffee. Aus der Idee wurde schnell Wirklichkeit – in nur 2 Monaten war Bean United auf dem Markt.

Das heutige Kaffee-Angebot in Supermärkten ist enorm: Was unterscheidet euren Kaffee von handelsüblichen Produkten?

Unser sozialer Ansatz, der über Nachhaltigkeit und Fairtrade hinausgeht. Wir agieren mehr als fair – das heißt wir zahlen über dem Fairtrade-Preis – und geben zusätzlich 13-17% unseres VK an einen direkten, sozialen Zweck.

Bean United

Bean United Kaffee Crema und Espresso

Ihr arbeitet nach dem „Lean-Startup“-Prinzip, der gerade für junge Gründer interessant sein könnte: Was ist das eigentlich und wie setzt ihr es bei Bean United um?

Dieses Prinzip besagt, dass man schnell ein Minimal-Produkt entwickelt, dieses an der Zielgruppe testet, direktes Feedback einholt, dann das Produkt anpasst und erneut testet. Dabei werden alle Prozesse so schlank wie möglich gehalten. In anderen Worten: schnell ran an den Markt und „learning-by-doing.“

Pro verkaufter 1kg-Packung spendet ihr 2,80 € an das World Food Programme. Was tut diese Organisation genau und wieso habt ihr euch für sie entschieden?

Das WFP ist die größte humanitäre Hilfsorganisation der Welt und agiert in den von Hungerskrisen betroffenen Regionen. Mit im Schnitt €0,40 pro Tag – also €2,80 pro Woche – kann das WFP die Ernährung eines hungernden Menschen gewährleisten, über Nahrungsrationen, Schulmahlzeiten oder Bargeld, das zum Beispiel an junge Mütter verteilt wird, um auf lokalen Märkten Lebensmittel zu erwerben. Alternativ bieten wir nun auch „lokale Projekte“ an, beginnend mit einem „besonderen Mittagessen“ für bedürftige Menschen in der Straßenambulanz Nürnberg. In München planen wir das nächste lokale Sozialprojekt.

Gerade beim Thema Spenden hagelt es oft Kritik a lá „Ich weiß ja gar nicht wo, oder ob mein Geld überhaupt ankommt!“ – Wie geht ihr mit diesen Kritikern um?

Wir haben mit dem Team des WFP gesprochen und dieselben kritischen Fragen gestellt. Dabei wurde uns glaubwürdig vermittelt, dass von der Spende an das WFP 90% direkt dem Zweck der Ernährung eines Menschen in Hungersnot zukommt. Nur 10% werden für administrativen Aufwand benötigt. Das ist dadurch möglich, dass das WFP auf bestehende Infrastruktur und ein gutes Netzwerk zu anderen Hilfsorganisationen, Regierungen und Institutionen zugreifen kann und über 90% der Teams aus lokalen Mitarbeitern bestehen.

Ihr seid Zwillingsbrüder, die zusammen ein Unternehmen gegründet haben: Was ist eurer Meinung nach das Geheimrezept, um als Familien-Startup erfolgreich zu sein?

Seine eigenen Schwächen und die Stärken des anderen kennen, und offen sein in Diskussionen. Jeder muss einmal einen Schritt auf den anderen zugehen. Es ist super wichtig, ein gemeinsames Ziel und den Weg dorthin zu definieren, also eine Strategie festzulegen und die Verantwortung bestimmter Bereiche zuzuteilen, zum Beispiel wer kümmert sich um eine saubere Buchhaltung (Philipp;-)).

Bean United befindet sich zwar noch im Anfangsstadium, hat aber klar definierte Ziele und Absichten: Worauf seid ihr bis jetzt besonders stolz?

„Kaffee trinkend Gutes zu tun“

Stolz sind wir erst, wenn wir unser Ziel, 100.000 Tage Hunger zu stoppen, in diesem Jahr erreichen. Zufrieden sind wir aber mit der bisherigen Entwicklung und der Offenheit vieler Menschen und Unternehmen gegenüber unserem Konzept.

Zu guter Letzt : Verratet doch bitte den Hobby-Baristi unter unseren Lesern, was eurer Meinung nach den perfekten Kaffee ausmacht!

Er muss dem schmecken, der ihn trinkt, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten. Um einen faden Beigeschmack zu vermeiden, sollte der Handel fair und die Röstung hochwertig sein. Prost.

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