Finanzen   05.7.2018

Kann ich Beerdigungskosten steuerlich absetzen?

Es ist eine Ausnahmesituation: Eine Beerdigung zu organisieren, das zerstört alle Zeitpläne und kostet viel Geld. Dann sind da noch Trauer und Befindlichkeiten – die eigenen und die der anderen Angehörigen – auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Eine Beerdigung ist also eine außergewöhnliche Belastung. Das sieht auch das Finanzamt so und darum kann man Beerdigungskosten steuerlich absetzen.

Allerdings unterliegt das Grenzen und Regeln. So kann nur derjenige die Kosten von der Steuer absetzen, der sie tatsächlich gezahlt hat.

Beerdigungskosten steuerlich absetzen – geht das?

Beerdigungskosten steuerlich absetzen – geht das? (Bild © unsplash.com)

Was sind Nachlassverbindlichkeiten?

Das kann im Grunde auch der Tote selbst sein. Zum Beispiel weil eine Sterbegeldversicherung zahlt oder auf andere Weise die Kosten für die Bestattung bereits zu Lebzeiten geregelt wurden. Lässt sich die Beerdigung komplett aus dem Nachlass finanzieren, dann entstehen für die Hinterbliebenen ebenfalls keine wirklichen Kosten. Die Bestattung zählt zu den sogenannten Nachlassverbindlichkeiten. Dazu zählen alle Kosten, die durch den Verstorbenen noch nach seinem Tod entstehen. Das können zum Beispiel Verträge sein, die noch erfüllt werden müssen, letzte Mietzahlungen, bevor die Wohnung aufgelöst ist, aber eben auch die Bestattung.

Bestattungskosten bei der Erbschaft anrechnen – ist das möglich?

Was dann allerdings möglich ist: Die Bestattungskosten senken den zu versteuernden Anteil des Erbes. Das ist also auch eine Art, wie man die Beerdigungskosten steuerlich absetzen kann. Eine Erbschaft ist ein „steuerpflichtiger Erwerb“. Je nach Verwandtschaftsgrad gibt es Freibeträge. Liegt der Wert des Erbes darüber, muss das versteuert werden. Die Übernahme der Bestattungskosten aus dem Nachlass senkt die Höhe des Erbes. Bis zu 10.300 Euro sind pauschal abzugsfähig. Kommt die Bestattung teurer, will das Finanzamt Belege sehen. Die Regelung dafür findest du im Erbschaftssteuergesetz §10.

Bestattung: Wer ist zuständig?

Die Beerdigung bezahlen entweder die Erben oder die zuletzt gegenüber dem Verstorbenen unterhaltspflichtigen Personen. Letzteres gilt auch, wenn das Erbe die Kosten nicht deckt oder ausgeschlagen wurde. Es kann vorkommen, dass ein Angehöriger aus sogenannten sittlichen Gründen verpflichtet ist, die Kosten zu tragen.

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Übersteigen die Bestattungskosten den Nachlasswert, kann derjenige, der die Beerdigung bezahlt hat, sie als außergewöhnliche Belastung in der Einkommenssteuererklärung angeben. Ob und in welcher Höhe du letztendlich die Beerdigungskosten steuerlich absetzen kannst, hängt von drei Dingen ab:

  • die Höhe deines Einkommens,
  • dein Familienstand,
  • die Anzahl deiner Kinder.

Daraus ergibt sich, wieviel Prozent deines Einkommens du sozusagen als „Eigenanteil“ bei außergewöhnlichen Belastungen akzeptieren musst. Was darüber hinausgeht, ist dann ganz oder teilweise absetzbar. Diese Regelung kennst du bereits von Zahnersatz, Brille und anderen Gesundheitskosten: Zu einem zumutbaren Anteil trägst du sie selbst. Hast du in einem Jahr besonders hohe Kosten, dann beteiligt sich das Finanzamt mit einem Steuernachlass.

Welche Beerdigungskosten können steuerlich abgesetzt werden und welche nicht?

Nicht alle Kosten erkennt das Finanzamt als steuerlich absetzbar an. Absetzbar ist, was sich direkt auf die Bestattung bezieht: Grabstätte, Sarg, Grabstein und Inschrift zum Beispiel zählen dazu. Was nicht anerkannt wird ist zum Beispiel die Party danach: die Bewirtung der Trauergäste. Auch Reisekosten zu einer Beerdigung oder die Anschaffung von Trauerkleidung sind nicht absetzbar.

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