Finanzen   21.6.2018

Berechnung Gewerbesteuer – Wie berechnet man die Gewerbesteuer?

Besteuerung des Gewerbes – ein Überblick über die Gewerbesteuer

Unternehmer in Deutschland müssen neben Einkommensteuer, Umsatzsteuer und gegebenenfalls Körperschaftssteuer auch über die Gewerbesteuer informiert sein. Kommunen und Gemeinden erheben die Steuer abhängig von der Unternehmensart und bemessen diese nach der Höhe des Unternehmensgewinns. Wie die Berechnung Gewerbesteuer funktioniert, erfährst Du hier. 

Wen betrifft die Gewerbesteuer?

Grundsätzlich unterliegt jedes Unternehmen in Deutschland der Gewerbesteuer. Ausgenommen sind alle Berufe, die im genannt werden. Dazu gehören neben anderen Freiberufler sowie Land- und Forstwirte.

Berechnung Gewerbesteuer

Berechnung Gewerbesteuer – wie funktioniert das?

Wen betrifft die Gewerbesteuer nicht?

Einzelunternehmern und Personengesellschaften, wie zum Beispiel GbR, GmbH & Co, OHG oder KG hat der Gesetzgeber einen Freibetrag eingeräumt. Unterhalb des Freibetrages erheben die Gemeinden und Kommunen keine Gewerbesteuer von den Unternehmen. Der Gewerbesteuer Freibetrag liegt bei 24.500 Euro (Stand 2018). 

Auch wenn Du keine Gewerbesteuer bezahlen musst, betreffen Dich natürlich trotzdem andere Steuern. Hier erfährst Du, welche anderen Unternehmenssteuern Du entrichten musst.

Wofür ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einkommensquelle für die Gemeinden. Laut (Abgabenordnung) gehört die Steuer neben der Grundsteuer zu den Realsteuern. Die Gemeinden beachten bei der Berechnung Gewerbesteuer den Gewinn jedes ansässigen Unternehmens. Die Höhe der Gewerbesteuer kann jede Gemeinde dabei selbst bestimmen. Daher können die Gewerbesteuersätze je nach Gemeinde sehr unterschiedlich ausfallen. Die Attraktivität einer Gemeinde für die Ansiedelung von Gewerbebetrieben hängt daher neben weiteren Faktoren auch vom dort üblichen Hebesatz, der für die Berechnung Gewerbesteuer herangezogen wird, ab. 

Berechnung Gewerbesteuer – Minimum und Durchschnitt

Der Staat hat festgesetzt, dass jede Gemeinde einen Hebesatz in Höhe von mindestens 200 % bei der Berechnung Gewerbesteuer ansetzen muss. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Gemeinden ihre Attraktivität über eine besonders günstige Steuerlast regulieren. Der minimale Hebesatz führt dazu, dass jedes Unternehmen in Deutschland von seinem Gewinn mindestens 7 % in Form von Gewerbesteuer an seine Gemeinde abführen muss. Im deutschen Durchschnitt bezahlen Gewerbebetriebe 15% ihrer Erträge in Form von Gewerbesteuer an ihre Gemeinden und Kommunen. 

Entlastung für Gewerbetreibende – Absetzbarkeit von Gewerbesteuer

In ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung können Unternehmer die Gewerbesteuer, die sie an ihre Gemeinde bezahlt haben, von ihrem Einkommen steuermindernd absetzen. Im Gegensatz zum Beispiel zu einem Freiberufler oder Landwirt tragen Unternehmer zwar mit der Gewerbesteuer eine zusätzliche Steuerlast. Doch die Geltendmachung der abgeführten Gewerbesteuer senkt das Einkommen und damit die Höhe der fälligen Einkommensteuer. Auf diese Weise erhalten gewerbesteuerpflichtige Unternehmer einen steuerlichen Ausgleich gegenüber den gewerbesteuerfreien Berufen. 

Ist die Gewerbesteuer für Unternehmen absetzbar?

Seit Anfang 2008 können Unternehmen ihre abgeführte Gewerbesteuer nicht mehr als Betriebsausgabe ansetzen, um damit ihren Unternehmensgewinn vor der Besteuerung anderer Abgaben zu mindern. Die Regelung gilt sowohl für Personenunternehmen als auch für Gesellschaften. Personenunternehmen müssen die Zahlung ihrer Gewerbesteuer als Privatentnahme verbuchen, um sie bei der Einkommensteuer zu berücksichtigen. 

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Berechnung Gewerbesteuer – wie funktioniert’s?

Das Gewerbesteuergesetz gibt im die Berechnung Gewerbesteuer genau vor. Die Basis für die Berechnung stellt der Ertrag innerhalb eines Kalenderjahres aus dem Betrieb des Unternehmens. Bei der Berechnung Gewerbesteuer müssen bestimmte Posten zum Gewinn dazu gezählt oder gekürzt werden. 

Hinzurechnungen zum Gewinn aus dem Unternehmen

Nach Feststellung des Gewinns aus dem Betrieb des Unternehmens müssen 25% aus Finanzierungsaufwendungen hinzugerechnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Zinsen von Mieten, Leasingraten oder Lizenzen. Für die Aufwendungen gilt ein Freibetrag von 100.000 Euro.

Kürzungen 

Kürzungen betreffen vor allem Posten, die durch andere Steuern bereits belastet werden. Dazu gehören zum Beispiel Anteile aus dem Betriebsvermögen, die mit Grundsteuer oder Beteiligungen, die mit Gewerbesteuer belegt sind. 

Freibetrag

Nach Feststellung des Unternehmensgewinns sowie der Hinzurechnung und Kürzung von entsprechenden Posten ist der Gewerbeertrag ermittelt. Für natürliche Personen und Personengesellschaften kommt nun der Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro zum Einsatz. Dieser wird vom Gewerbeertrag abgezogen und ergibt den gekürzten Gewerbeertrag. 

Steuermesszahl

Der gekürzte Gewerbeertrag wird nun mit der Steuermesszahl in Höhe von 3,5 % multipliziert. Das Ergebnis führt zum so genannten Steuermessbetrag, der die Grundlage für die Ansetzung des variablen Hebesatzes stellt. 

Gewerbesteuer Hebesatz

Der von den Gemeinden individuell festgelegte Hebesatz von mindestens 200% wird nun mit dem Steuermessbetrag multipliziert und ergibt so den Betrag der Gewerbesteuer. 

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