Organisation   30.4.2019

Besser schreiben – Tipps für einen guten Stil

Besser schreiben – um das zu können, brauchst du nicht nur bessere Inhalte, sondern auch einen guten Stil. Selten genügt das, was man mal in der Schule gelernt hat, da der Deutschunterricht meistens nicht an der beruflichen Praxis ausgerichtet ist. Was also macht einen guten Schreibstil aus?

besser schreiben

Egal ob es ein Brief, ein Webtext oder eine Pressemitteilung ist: ein guter Schreibstil sichert Dir die Aufmerksamkeit Deiner Leser. (Bild © pixabay.de)

Ein guter Stil ist im Berufsleben grundsätzlich wichtig, um die Kundschaft von deinen Qualitäten bzw. der Qualität deiner Dienstleistung oder Produkte zu überzeugen. Deshalb kannst du in der Regel auch überall, wo wir „Text“ schreiben, deine Textform einsetzen, egal ob du nun einen Brief, eine E-Mail, einen Flyer, einen Webtext oder gar eine Pressemitteilung schreiben musst. Denn der gute Schreibstil sollte sich im Geschäftsleben durch alle Texte ziehen, egal wie lang oder kurz, egal, wie viel Zeit Du hast und unter wie viel Druck du stehst. Und nun: Was kannst du tun, um einen Text in gutem Stil zu schreiben?

Tipps: ein guter Schreibstil für Deine Texte

  1. Versetze dich in dein Gegenüber hinein
    Wenn du etwas schreibst, versetze dich einmal in deinen Leser hinein. Wie kommt das, was du schreibst, bei ihnen an? Verstehen sie, was du von ihnen willst? Lesen sie es gern oder überfliegen sie es nur? Gibt es immer wieder mal Missverständnisse? Musst du Dinge im Nachhinein noch ein paarmal erklären?
  2. Ich! Bin! Der Beste!
    Viele Texte könnten 1:1 von einem Marktschreier-Wettbewerb stammen. Ich bin der Beste! Wir haben das absolut beste Produkt auf dem Markt! – Je mehr solcher Sätze mit Superlativen und Ausrufezeichen dahinter stehen, desto unglaubwürdiger wirkst du. Sei differenziert in deinen Aussagen zu deinen Qualitäten, und sei sparsam bei den Superlativen und Ausrufezeichen.
  3. Ich, ich, ich
    Hinzu kommt, dass viele Texte nach einem ganz simplen Muster gestrickt sind: Jeder Satz fängt mit Ich oder Wir an. Und wenn mal einer nicht mit einem der beiden Worte beginnt, in dem Versuch, Abwechslung in die Satzstruktur zu bringen, dann sind es verkorkste, steife Sätze, die dir die Kundschaft vergraulen.
  4. Adjektive
    Mit den Adjektiven ist es ungefähr so wie mit den Anführungszeichen: die meisten kannst und solltest du dir in beruflichen Texten sparen.
  5. Komm auf den Punkt
    Fast jeder Mensch hört sich selbst gerne reden, auch in schriftlicher Form. Im Beruf kommt das allerdings nicht gut an, schon gar nicht bei Kunden, es sei denn, du bist Keynote-Speaker einer Veranstaltung. In deinen Texten solltest du nicht herumschwafeln, sondern zur Sache kommen. Alles andere verschwendet deine Zeit und die deiner Leser.
  6. In der Kürze liegt die Würze?
    Nicht immer. Mit einer Ansammlung von lauter Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätzen machst du es dir zu einfach, und deine Leserinnen werden recht schnell aufgeben. Bandwurmsätze mit zwölf ineinander verschachtelten Nebensätzen machen es den Lesern unnötig schwer. Ein Text sollte aus einer ausgewogenen Mischung aus kurzen Sätzen und Sätzen mit einem vernünftigen Maß an Nebensätzen bestehen.
  7. Aktiv, statt Passiv
    „Die Maschine wurde sechs Wochen lang getestet und für gut befunden“ ist ein langweiliger und nicht überzeugender Satz. Dieser Satz hingegen ist wesentlich überzeugender: „Unser Expertenteam hat die Maschine sechs Wochen lang geprüft, und sie hat sämtliche Tests bestanden.“ Warum ist er überzeugender? Weil die Verben hier im Aktiv geschrieben wurden – hier passiert etwas, das man sich vorstellen kann. Verben im Passiv sind zu abstrakt und erschweren das Verständnis.
  8. Schreibe positiv
    Häufig werden Sätze geschrieben wie: „Den Mitarbeitern ist es ab sofort untersagt, während der Arbeitszeit am Kundeneingang zu stehen und zu rauchen. Stattdessen darf nur noch Raum 12b genutzt werden. Die Tür ist zu allen Zeiten geschlossen zu halten.“ Das geht doch positiver, oder? Zum Beispiel so: „Unseren rauchenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht ab sofort Raum 12b für ihre Rauchpausen zur Verfügung. Bitte halten Sie die Tür zum Wohle der Kollegen und Kundinnen geschlossen.“
  9. Worum genau geht es?
    „Das Auto steht in der Garage“ ist im ersten Moment ein Satz, an dem wenig auszusetzen ist. „Der rote Ferrari steht auf dem linken Platz in der Doppelgarage“ ist jedoch so genau, dass jeder, der dies liest, sofort ein Bild vor Augen hat. Der Satz „Das Taxi steht auf dem Frauenparkplatz der Tiefgarage“ gibt wiederum ein völlig anderes Bild. Sei also genau mit dem, was du schreibst. Damit machst du deine Texte interessanter.
  10. Ich sag jetzt mal irgendwie, ein Stück weit, wie gesagt
    Nicht nur in Gesprächen und Telefonaten haben sich viele Floskeln eingeschlichen – auch in vielen Texten werden sie immerzu wiederholt. „irgendwie“, „quasi“, „wie gesagt“ (obwohl man’s noch gar nicht gesagt hat) und „ein Stück weit“ werden durch ihre ständigen Wiederholungen zum großen Nervfaktor. In Texten will sie keiner lesen, also rauslassen!
  11. Klischees
    Klischees werden häufig ganz unbedacht genutzt, manchmal nur als (vermeintlich) auflockernder Spruch, manchmal sogar als Titel oder Thema eines Textes. Nicht selten werden damit aber auch Vorurteile transportiert und bestärkt. Ob es nur „ein guter Draht nach oben“ oder negative Vorurteile wie „Frauen können nicht einparken“ sind – sie haben in einem seriösen Geschäftstext nichts zu suchen.
  12. Fachwörter vermeiden
    Auch Fremdwörter und Fachbegriffe solltest du sparsam einsetzen. Wenn sich deine Texte nicht ausschließlich an Fachkräfte deiner Branche richten, solltest du immer eine Umschreibung oder den einfacheren Begriff verwenden oder eins von beidem zumindest in Klammern hinter den Fachbegriff setzen. Denn du schreibst deine Texte für deine Zielgruppe, und die soll diese natürlich verstehen können, ohne ständig im Lexikon blättern zu müssen.
  13. Abschlägig beschieden und an einen anderen Ort verbracht
    Beamtendeutsch hält sich hartnäckig, aber nicht nur in Amtsstuben. In vielen Firmen werden Memos, Geschäftskorrespondenz und interne Anweisungen in solchem Deutsch verfasst. Lesbar macht das die Texte nicht. Doch gelesen werden sollen sie. Kein Text verliert an Qualität, Seriosität und Aussagekraft, wenn darin statt „abschlägig beschieden“ das Wort „abgelehnt“ oder statt „verbracht“ das Wort „gebracht“ benutzt wird.
  14. Sehr cool, lol
    Hast du ein hippes Startup mit deinen engsten Freunden gegründet, dann kann es zu eurer Marketingstrategie gehören, sehr cool rüberzukommen. In so einem Fall mag ein lol (steht für „laughing out loud“, was so viel heißt wie „ich lache laut“ bedeutet) in einer Mail ggf. in Ordnung sein. In Geschäftstexten haben diese umgangssprachlichen Worte nichts zu suchen.
  15. MfG
    Was man an jedem Rechner mit Hilfe eines Tastaturkürzels automatisch ausschreiben lassen kann, wird dennoch immer wieder in E-Mails und Briefen als unhöflicher Ersatz für das höfliche „Mit freundlichen Grüßen“ genutzt. Es zeugt jedoch von Respektlosigkeit und Unhöflichkeit, insbesondere da es möglich ist, das Kürzel durch einen einzigen Tastendruck ausschreiben zu lassen. Richte dir, wenn du wenig Zeit für solche Dinge hast, für alle Worte entsprechende Tastaturkürzel ein.
  16. Keine Abkürzungen
    Abkürzungen sind auch häufig Stolpersteine für jene, die diese Abkürzungen nicht kennen. Nicht jeder weiß, wofür CEO oder SEO stehen, geschweige denn, was der Unterschied zwischen den beiden ist. Darüber hinaus lassen sich Sätze mit Abkürzungen manchmal schwerer lesen als Sätze mit ausgeschriebenen Worten.
  17. Laut vorlesen
    Der letzte Tipp für einen guten Stil ist: nimm dir am Schluss deinen Text vor, mach die Tür zu, und dann lies dir den Text selbst laut vor. Oder – häufig noch besser – lass ihn dir vorlesen. Wenn man einen Text hört, fallen einem noch einmal ganz andereUngereimtheiten auf, als wenn man ihn nur still liest. Alles, was sich merkwürdig anhört, wird möglicherweise auch den Lesern des Textes merkwürdig vorkommen. Alles, was ein Testleser nicht versteht, werden die Empfänger deiner Texte möglicherweise auch nicht verstehen. Ist der Schreibstil gut? Repräsentierst du deine Firma nicht nur gut durch dein Produkt, sondern auch durch deine Sprache? Auch das kannst du am besten durch lautes Vorlesen heraushören.

>>> Zum Weiterlesen: Ein guter Schreibstil basiert auch auf guten Inhalten und guter Rechtschreibung und Grammatik.

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