Finanzen   24.9.2013

Betriebsausgaben – Prassen zum Jahresende oder sinnvolle Investitionen?

Das Jahresende kommt immer so plötzlich. Und dann liegt sie da, die Steuererklärung, und will gemacht werden und vor allem nach guten Geschäftsjahren fällt beim Ausfüllen der Seiten auf: Hättest du zeitig an den nötigen neuen Schreibtischstuhl gedacht oder den klappernden Drucker ersetzt, hätte es sich bei der Steuer bemerkbar gemacht.
In Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, Warenein- und ausgang sind Betriebskosten ein durchlaufender Posten. Aber was brauchen wir schon, wir Kopfarbeiter, Schreibtisch-Freiberufler und Soloselbständigen im Homeoffice oder mit Bürogemeinschaft? Faktisch nicht viel, wenn wir einmal den Arbeitsplatz eingerichtet haben. Alle paar Jahre einen neuen Computer samt Peripheriegeräten von Drucker bis Monitor. Aber dann? Bei den Betriebskosten fallen Druckerpapier, Post-it-Blöcke, Textmarker steuerlich nicht sonderlich auf.

Betriebsausgaben richtig geplant kann helfen, Steuern zu sparen

Betriebsausgaben richtig geplant kann helfen, Steuern zu sparen

Und dann ist da noch die Krux, dass dir die Dinge, die du vielleicht für dein Büro anschaffen könntest, immer dann auffallen, wenn es gar nicht sinnvoll ist. In schlechten Zeiten, in denen Auftragsflaute herrscht und wenig Geld herein kommt, da würdest du gern den neuen rückenfreundlichen Stuhl aussuchen oder ein höhenverstellbares Schreibtischsystem, das auch als Stehpult funktioniert. Dir fällt auf, dass du mal den Büroteppich reinigen lassen könntest oder du schaust die Angebote an für dich geeigneten Fortbildungen durch und kannst sie dir eigentlich gerade nicht leisten oder es bringt dir in dem Jahr steuerlich rein gar nichts, diese Dinge anzugehen.
In Super-Jahren dagegen, in denen du vom Schreibtisch kaum weg kommst – was den Rücken, der sich den guten Schreibtischstuhl und das Stehpult noch immer nicht geleistet hat, erst recht schmerzen lässt – da hast du keine Zeit, dich um Anschaffungen zu kümmern. Von Projekt zu Projekt springend, kommt nun zwar ausreichend Geld herein – aber wo willst du jetzt die Zeit für die Fortbildung oder den Besuch im Möbelhaus finden?

Betriebsausgaben in den fetten statt den mageren Jahren

Da im progressiven Steuersystem der zu zahlende Einkommenssteuersatz steigt, je höher das zu versteuernde Einkommen ist, ist es vor allem für Menschen mit stark schwankenden Einnahmen sinnvoll, größere Betriebsausgaben in die „guten“ Jahre zu legen. Das heißt natürlich nur, wenn du das planen kannst. Wenn dein Notebook herunter fällt und du das Wrack sofort ersetzen musst, dann ist natürlich jeder Gedanke an die Steuererklärung überflüssig.

Was heißt das nun für den gerade pausenlos in seinem Rädchen ratternden freiberuflichen Hamster:

  • Plane größere Betriebsausgaben vorab – im Idealfall schon zu Jahresbeginn für das ganze Jahr im voraus. Was „größer“ bedeutet, definierst du. Wer sehr gut verdient, für den mag ein neues Notebook ein Klacks sein. Gerade für Existenzgründer sind aber in den ersten Jahren schon Ausgaben von wenigen hundert Euro schwergewichtige Belastungen.
  • Plane schon zu Jahresanfang – oder wenn Du absehen kannst, dass viele Projekte anstehen – dass Du Zeit für Fortbildung, Fachliteratur und Aktualisierung Deines Equipments brauchst.
  • Halte in guten Jahren Deine technische Ausstattung auf dem Laufenden – dann überrascht dich in einer Auftragsflaute hoffentlich kein Ende des Supports für eine überalterte Software, die du längst hättest neu kaufen wollen.
  • Rede mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater. Sie oder er weiß, wie du steuergünstig deine Investitionen planen kannst.
  • Mache die Anschaffungen nicht erst zum Jahresende: Gerade die „großen“ Teile musst du nämlich über mehrere Jahre absetzen, im Dezember noch schnell unter Stress gekauft nützt dir der neue, tolle PC für das Steuerjahr, das gerade endet, also nicht unbedingt etwas.
  • Bei aller Anschaffungsfreude: Bedenke bei Betriebsausgaben, dass jede unnütz angeschaffte Sache keine umweltfreundliche Sache ist. Was du nicht brauchst, brauchst du nicht. Egal, was dein (innerer) Steuerberater dir dazu sagt.
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