20. Jul 2022 | Finanzen

Betriebskosten im E-Commerce: So kannst Du sparen und Deine Gewinne erhöhen

Betriebskosten schmälern Deinen Gewinn. Du solltest deshalb immer zum Überprüfen und Nachjustieren bereit sein. Quelle: stock.adobe.com, Urheber: lovelyday12

Mehr Lohn für Deine Mühen: Der E-Commerce ist bereits von sich aus ein Gewerbe, das Dir deutlich geringere Betriebskosten auferlegt als ein ähnlich großes Geschäft im stationären Handel – allein die Abwesenheit eines teuren Ladengeschäfts ist hier bereits bemerkenswert.

Allerdings bedeutet selbst ein kleines E-Commerce-Unternehmen, das Du im Nebenerwerb betreibst, immer eine Menge Betriebskosten. Je höher sie sind, desto geringer ist bekanntlich Deine Gewinnspanne. Die gute Nachricht: Ohne etwas an Deinen Produkten selbst oder deren Preisgestaltung zu ändern, hast Du trotzdem einige gute Möglichkeiten, so manchen Euro von der Betriebskostenrechnung zu streichen und Deine Firma somit gewinnträchtiger zu machen. Natürlich funktioniert das alles besonders gut, wenn Du für Deine Buchhaltung auf Billomat vertraust, um Deine Kosten auf einfachste Weise transparent zu machen.

1. Maximiere Deine Produktinformationen

Du musst noch nicht lange im Geschäft sein, um zu wissen, welch immensen Kosten (und unnötigen Arbeitsaufwand) Retouren verursachen können. Je nach Branche sind es mehr als 50 Prozent aller Verkäufe.

Zwar hat die Wahl des Zahlungsmittel ebenfalls Auswirkungen auf die Retourenquote; daher ist sie beim Rechnungskauf generell am höchsten. Nichtsdestotrotz entstehen jedoch viele Rücksendungen, weil Kunden im Vorfeld nicht genau genug über das Produkt informiert wurden und erst „live“ viele Details erfuhren – Details, die sie höchstwahrscheinlich von einem Kauf abgehalten hätten.

In Anbetracht der Kostenhöhe von Retouren rentiert es sich langfristig, wenn Du sogar Investitionen tätigst, um Deine Produktinformationen zu maximieren:

  • Liefere zu jedem Stück in jeder Größe exakte und umfangreiche Abmessungen. Das ist besonders bei Mode extrem wichtig – „M“ sagt nur wenig über eine Bluse aus. Wenn Du jedoch von ihr sämtliche Maße angibst, kann jeder potenzielle Kunde zuhause selbst nachmessen.
  • Schreibe bei den Produkttexten nicht zu werblich, sondern integriere ehrliche, verständliche Angaben über Fähigkeiten und Limitierungen.
  • Spare niemals an Medien. Natürlich hängen die diesbezüglichen Möglichkeiten direkt mit Deiner Shopsoftware zusammen. Davon ab gibt es jedoch nicht so etwas wie „zu viele Produktbilder“ oder -videos. Achte zudem darauf, die Produkte in möglichst realistischem Umfeld zu zeigen.

Ferner solltest Du Deine Kunden zu Bewertungen animieren, die Du auf den Produktseiten veröffentlichst. Solche ehrlichen Informationen helfen ebenfalls vielen anderen bei der Kaufentscheidung.

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Je mehr Du Deine Kunden digital informierst, desto weniger musst Du teure Retouren ertragen. Quelle: stock.adobe.com, Urheber: StockPhotoPro

2. Erstelle Deine Produktfotos selbst

Was Produktfotos anbelangt, gibt es zwar zwei Wege, aber nur einen der richtig ist:

  • Entweder nimmst Du das, was der Hersteller Dir gibt – das ist zwar (sofern die Nutzung erlaubt ist) meist kostenlos, aber nimmt Dir jegliches Alleinstellungsmerkmal,
  • oder Du erstellst Deine eigenen Bilder. Das ermöglicht es Dir nicht zuletzt, Deine Kunden viel besser zu informieren.

Aus Sicht der Betriebskosten wäre es allerdings wiederum falsch, bei letzterem immer wieder Profi-Produktfotografen zu engagieren. Je nachdem, wie häufig Du neue Waren ins Repertoire aufnimmst, kann das richtig ins Geld gehen.

Brauchbare Kameras mit nicht minder hochwertigen Objektiven sind heute für dreistellige Summen zu bekommen. Und im Netz kannst Du wirklich alles über Produktfotografie völlig kostenlos lernen. Selbst, was das Modeln anbelangt, kannst Du Menschen aus Deinem Bekanntenkreis nutzen und rasch anlernen. Es gibt also keinen Grund, regelmäßig hunderte oder tausende Euros für Profis zu bezahlen.

3. Optimiere Deine Verpackungen

Alles im Bereich der Betriebskosten ist simple Mathematik. Das gilt ebenso für Deine Produkt- und Versandverpackungen. Letztendlich kostet jeder Quadratzentimeter (oder besser Kubikzentimeter, weil Du ja auch die Wandstärke einbeziehen musst), Geld.

Daraus ergibt sich: Je mehr Luft in Deinen Verpackungen verbleibt, desto mehr unnötiges Geld gibst Du für ungenutztes Packungsvolumen aus. Angesichts dessen solltest Du sehr präzise Maß nehmen und rechnen und außerdem die wichtigsten Verpackungskenndaten kennen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich, lautet die Devise.

Ferner solltest Du versuchen, beim nötigen Polstermaterial den günstigsten Weg zu gehen. Wenn es professionell sein soll, sind dabei recycelte Papiere und Pappen die beste Option – zerknüllte Zeitungen wirken unprofessionell. Jedoch: Wenn Du Deine Verpackungen sauber optimierst, kannst Du mitunter ganz ohne Polster auskommen.

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In Produkt- und Versandverpackungen ist Luft ein sehr teures Gas. Je besser Deine Verpackungen passen, desto geringer sind Deine Betriebsausgaben. Quelle: stock.adobe.com, Urheber: netrun78 

4. Setze nicht zu blind auf „as a service“

Zwischen dem Hosten Deiner Website über Computer bis zur Cloud für unternehmerische Daten und Anwendungen gibt es heute viele Möglichkeiten, betriebliche Dinge auszulagern – und dafür monatlich quasi „Miete“ zu zahlen.

Immer wieder werben solche Dienste damit, Deine Betriebskosten zu senken. Bei genauerer Betrachtung ist das jedoch oftmals eine stark verallgemeinernde Aussage, wohingegen es in der Realität deutlich individueller zugeht.

Prinzipiell mögen derartige „as a service“-Dienstleistungen zunächst in der Tat monatlich weniger kosten. Hier solltest Du jedoch immer die langfristigen Kosten im Auge behalten. Nehmen wir dafür Speicherplatz als Beispiel:

  • Wenn Du einen eigenen Server kaufst, musst Du natürlich zunächst eine große Ausgabe stemmen. Dafür aber sind die langfristigen Kosten überschaubar – erst recht, wenn der Server abbezahlt ist.
  • Mietest Du hingegen Cloud Space, musst Du Monat für Monat dieselbe Summe zahlen. Irgendwann kommt automatisch der Punkt, an dem das teurer als der Betrieb eines eigenen Servers wäre.

Hier musst Du nun sehr genau rechnen: Je früher dieser spezielle „Break-even Point“ eintritt, desto eher solltest Du auf Kauf und Einmalzahlung setzen, weil es langfristig Deine Betriebskosten reduziert.

5. Optimiere ständig Dein Angebot

Es ist eine der einfachsten Grundlagen der Betriebswirtschaft: Alles, was bei Dir im Lager liegt, ist so lange totes Kapital, bis jemand die Ware kauft und dafür bezahlt. Daher lohnt es sich unbedingt, ein sehr informierter E-Commerce-Gewerbetreibender zu sein.

Vereinfacht gesprochen: Du solltest unbedingt von jedem Deiner Produkte wissen, wie lange es im Durschnitt in Deinem Lager verbringt, bevor es an den Kunden gebracht werden kann. Dadurch kannst Du wiederum berechnen, was Deine Lagerkosten sind. Das ist zudem eine dauernde Aufgabe, die Du mindestens einmal im Quartal durchführen und dabei alles neu eruieren solltest.

Danach liegt es an Dir: Wenn Du wirklich Betriebskosten sparen möchtest, musst Du bereit sein, sehr umfassend typische „Ladenhüter“ aus dem Sortiment zu nehmen. Biete dafür Sonderangebote an, um den Lagerbestand schnell zu veräußern und halte danach Dein Angebot deutlich schlanker.

Natürlich wirst Du Dich dadurch um manche Umsätze bringen. Realistisch betrachtet ist es jedoch deutlich rentabler, Dich auf die wirklich gut laufenden Produkte zu konzentrieren – mitunter kannst Du ja die Option offenhalten, derart selten nachgefragte Waren auf Anfrage bei Deinen Lieferanten zu bestellen.

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Lagerhaltung ist teuer. Nur, was gut läuft, sollte sich deshalb darin befinden, alles andere höchstens auf Nachfrage einzeln besorgt werden. Quelle: stock.adobe.com, Urheber: sarawutnirothon  

6. Umgarne Deine Bestandskunden

Verschiedene Studien fanden heraus, dass es im Schnitt sechs Mal teurer ist, einen Neukunden zu akquirieren, als einen Bestandskunden im Unternehmen zu halten. Umgekehrt dazu verhalten sich jedoch viele E-Commerce-Unternehmer und raten es überdies so manchen Agenturen – da wird die Ansicht vertreten, nur Lead-Generierung würde zählen.

Natürlich, immer wieder neue Kunden zu bekommen, ist wichtig. Aber Du solltest darüber diejenigen, die Du bereits hast, niemals vernachlässigen. Einfach gesprochen: Jeder Bestandskunde verdient dieselbe Aufmerksamkeit und Höflichkeit wie ein potenzieller Neukunde. Miss deshalb immer wieder die Zufriedenheit unter Deinen Bestandskunden und scheue Dich niemals, diesbezüglich zu justieren.

7. Senke Heiz- und Stromkosten

Sofern es die Vertragsgestaltung Deiner Gewerbeimmobilie gestattet, hast Du es meist in der Hand, in Sachen Heizung und Strom ähnlich leicht zum jeweils günstigsten Anbieter zu wechseln, wie es Privatpersonen möglich ist.

Das regelmäßig zu überprüfen und im Zweifelsfall zu wechseln, ist jedoch nur ein kleiner Teil der Optionen, mit denen Du Deine Betriebskosten in Sachen Energie senken kannst. Vor allem in der Summe können die folgenden Dinge noch deutlich mehr Wirkmacht entfalten:

  • Reduziere Heizung und Klima um 2° C. Jedes Prozent mehr oder weniger macht bis zu sechs Prozent der Gesamtkosten aus. Das ist vor allem deshalb sehr wirksam, weil der Mensch körperlich nicht in der Lage ist, so feine Temperaturunterschiede zu spüren. Das heißt, Du regelst herunter, jedoch wird niemand es bemerken.
  • Nutze an allen Computer-Arbeitsplätzen Master/Slave-Steckdosen. Wird der Rechner heruntergefahren, wird dadurch automatisch die Stromzufuhr aller anderen Geräte gekappt – kein Standby mehr.
  • Lass in Deine Beleuchtungsstromkreise Anwesenheits- oder Helligkeitssensoren integrieren. Dann schalten sich die Lichter automatisch aus, wenn genügend Tageslicht vorhanden ist und/oder niemand da ist, der Licht benötigt.
  • Justiere alle Arbeitsplätze auf eine Weise, durch die diese maximal viel mit Tageslicht versorgt werden. Jede Minute ohne Kunstlicht spart Betriebskosten.
  • Lass regelmäßig die Dichtungen Deiner Türen und Fenster inspizieren und installiere Dämmfolien auf dem Glas. Die bewirkt zwar nicht viel, aber auf lange Sicht zählt jedes Prozent.

Weiter hilft es, Dein Gebäude stärker, aber mit transparenten Materialien, zu unterteilen. Dann geht weniger Heizwärme und Klimakälte verloren, aber es wirkt sich nicht negativ auf die Tageslichtnutzung aus.

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