Finanzen   13.6.2019

Bonus für Mitarbeiter: 6 Ideen für Sachleistungen anstatt Geldprämien

Die beste Motivation für erfolgreiche Arbeit ist der Bonus für Mitarbeiter. Denn durch die Zulage auf das Gehalt bestätigt das Unternehmen seine Zufriedenheit mit dem Angestellten. Der Bonus signalisiert eine Wertschätzung der Person und eine Anerkennung der Leistung. Die Gehaltsaufbesserung in Form von Sachleistungen anstatt von Geldprämien erfreut sich daher immer größerer Beliebtheit.

  1. Wieso sind Geldprämien nicht immer erwünscht?
  2. Welche Möglichkeiten gibt es für eine Sachleistung?
  3. Wie funktioniert ein leistungsorientiertes Bonussystem für Mitarbeiter?
  4. Wie kann eine Bewertung motivierend wirken?
  5. Wie funktioniert das LOB Bonussystem für Mitarbeiter?
  6. Welche Wirkung zeigt das LOB Bonussystem für Mitarbeiter?
Bonus für Mitarbeiter: 5 Ideen für Sachleistungen anstatt Geldprämien

Bonuszahlungen an Mitarbeiter sind nicht steuerfrei. Besonders ärgerlich wird es für Deine Mitarbeiter sogar, wenn die steuerlichen Abgaben höher ausfallen als die Prämie. In diesem Artikel stellen wir Dir Alternativen zu Bonuszahlungen vor. (Bild © fotolia.de)

Wieso sind Geldprämien nicht immer erwünscht?

Wenn das Unternehmen seinem Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung gewährt oder einen Bonus für seine Leistung in Form von Geldprämien ausbezahlt, dann kann das für den Mitarbeiter unter Umständen zum Nachteil sein. Denn Bonuszahlungen an Mitarbeiter sind nicht steuerfrei. Die kalte Progression sorgt vielmehr dafür, dass die steuerlichen Abgaben höher ausfallen können als die Prämie. Die Steigerung der Einnahme kann dazu führen, dass das Gehalt in die nächsthöhere Stufe der Besteuerung fällt. Dabei kürzt das Finanzamt das Bruttogehalt um einen höheren Prozentsatz. So kann es dazu kommen, dass die höhere Steuerlast die Prämie zu einem Obolus schrumpft oder sogar das normale Nettogehalt verringert. Da Bonuszahlungen nicht steuerfrei sind, lohnt sich die Überlegung nach Alternativen. Denn es gibt noch andere Möglichkeiten, den Mitarbeitern einen Bonus zukommen zu lassen.

Welche Möglichkeiten gibt es für eine Sachleistung?

Für Sachgeschenke fallen, von Ausnahmen abgesehen, keine oder zumindest nur geringe Steuern an. Durch Sachleistungen können Bonuszahlungen steuerfrei an Mitarbeiter ausgegeben werden. Darüber hinaus haben Sachzuwendungen durch die Firma eine bindende Wirkung. Denn die Sachleistung richtet sich nach den Bedürfnissen des Mitarbeiters aus. Wer sich einmal an den Firmenwagen gewöhnt hat, der möchte nicht mehr darauf verzichten. Bei der Sachleistung sollten beide Seiten darauf achten, dass kein zu hoher geldwerter Vorteil anfällt. Denn dann greift der Fiskus erneut zu.

Zu den besten sechs Sachleistungen zählen:

  • Smartphone-Leasing
  • Prepaid-Kreditkarte
  • Krankenzusatzversicherung
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Kita-Zuschuss
  • Mitarbeiter-Rabatt

Das kann garantiert jeder brauchen – Smartphone-Leasing

Zwar kann ein Unternehmen seinem Mitarbeiter keine Schenkung in Form eines Smartphones machen, ohne Steuerabgaben auszulösen. Aber der Mitarbeiter kann ein Smartphone über seinen Arbeitgeber leasen. Der so genannte Überlassungsvertrag ersetzt die Schenkung bei nahezu gleichem Effekt. Denn über den Leasingvertrag fürs Handy kann der Angestellte das Gerät uneingeschränkt privat nutzen. Für Reparaturen oder Verlust muss er allerdings selbst aufkommen. Nach Ablauf des Leasingvertrags kann der Angestellte das Gerät zum günstigen Preis erwerben. Auf diese Weise können Unternehmen durch steuerfreie Bonuszahlungen Arbeitnehmer glücklich machen.

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Die Firma bezahlt den Einkauf – Prepaid-Kreditkarte

Bis zu 44 Euro pro Monat darf das Unternehmen dem Mitarbeiter in Form von Sachbezügen steuerfrei zukommen lassen. Bewährte Bonussysteme für Mitarbeiter können den Weg für steuerfreie Bonuszahlungen an Arbeitnehmer frei machen. Die Firma kann hierfür eine Prepaid-Kreditkarte monatlich mit 44 Euro auffüllen. Über den steuerfreien Bonus hinaus kann das Unternehmen die Prepaid-Karte auch für eine pauschalierte Sachzuwendung nutzen. Bis maximal 10.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter kann die Firma auf diese Weise zwar nicht steuerfrei, aber zumindest steuerbegünstigt ausbezahlen. Der Empfänger muss die ausgezahlte Summe einmalig mit 30 Prozent Pauschale versteuern. Auch die Sozialabgaben fallen für diese Form des Bonus für Mitarbeiter geringer aus.

Der Gesundheitsbonus – Krankenzusatzversicherung

Wenn ein Unternehmen für seine Angestellten eine Zusatzversicherung zur Krankenkasse abschließt, dann muss dieser den Bonus ebenfalls nicht versteuern. Die betriebliche Krankenzusatzversicherung ist eine äußerst attraktive Leistung für Arbeitnehmer. Darüber hinaus schafft sie eine Bindung des Angestellten an den Betrieb.

Bonussystem Mitarbeiter – Betriebliche Gesundheitsförderung

Über die Gesundheitsvorsorge ihrer Angestellten können Unternehmen Bonuszahlungen an Mitarbeiter steuerfrei ausgeben. Denn bis zu 500 Euro pro Jahr kann ein Unternehmen für jeden seiner Mitarbeiter zusätzlich zu dessen Gehalt steuerfrei für Seminare und Kurse zum Beispiel zur Stressbewältigung oder zum Entspannungstraining, aber auch für die Raucherentwöhnung oder Rückenschule aufwenden.

Kita-Zuschuss als Bonus für Mitarbeiter mit Familie

Der Kita-Zuschuss ist steuerfrei. Auch Sozialabgaben fallen nicht an. Für Familien mit einem oder mehreren Kindern bedeutet der Bonus eine erhebliche finanzielle Erleichterung. Der Kita-Bonus für Mitarbeiter kann in einem Wert von bis zu 500 Euro steuerfrei bleiben.

Einkaufen beim Arbeitgeber – der Mitarbeiter-Rabatt

Ein attraktiver Bonus ist der Mitarbeiter-Rabatt. Hierbei kann ein Angestellter bei seiner Firma günstig einkaufen. Der Rabatt, den er bei seinem Einkauf erhält, kann sich zu einem satten jährlichen Bonus addieren. Bis zu 1080 Euro an Rabattsumme bleiben dabei frei von sämtlichen Abgaben. Sobald die Einkäufe das Rabatt-Limit von 1080 Euro übersteigen, fallen Steuern an.

Wie funktioniert ein leistungsorientiertes Bonussystem für Mitarbeiter?

In vielen Unternehmen sind Bonussysteme wie die Notengebung in der Schule aufgebaut. Das Notensystem der Schule hat jedoch seine Schwächen und ist nicht uneingeschränkt auf einen wirtschaftlich funktionierenden Betrieb anzuwenden. Denn das Notensystem belohnt Anstrengung nicht unbedingt, da es individuelle Stärken und Schwächen nicht berücksichtigt. 

Beispiel für die Wirkung des Notensystems 

In einem Sportwettbewerb schneidet ein sportlicher Schüler zum Beispiel sehr viel besser ab als ein unsportlicher Schüler. Der schnelle Läufer erhält die Note eins, während der unsportliche Läufer eine sechs kassiert. Im darauffolgenden Jahr stehen die beiden im gleichen Wettbewerb. Der sportliche Schüler, der aufgrund seiner körperlichen Fitness über großes Selbstvertrauen verfügt, strengt sich nicht mehr an und erreicht trotz schlechterer Zeit weiterhin eine gute Note. Der unsportliche Schüler hat während des Jahres fleißig trainiert, um seine Leistung zu verbessern. Doch da er weiterhin einen unsportliche körperliche Konstitution hat, läuft er zwar erheblich schneller als im letzten Jahr. Doch seine Note verbessert sich trotzdem nur unmerklich. Anstatt einer sechs erhält er nun eine fünf. Die Bewertung der beiden Leistungen ist zwar innerhalb des Notensystems gerecht. Denn sie beurteilt ausschließlich die erbrachte Leistung, indem sie sich nach einer messbaren physikalischen Größe ausrichtet. Die Wirkung der Bewertung ist jedoch für beide Schüler nicht motivierend. Denn sie geht nicht auf die individuelle Ausgangssituation des einzelnen Schülers ein. 

Bonussystem für Mitarbeiter – Warum wirken solche Systeme nicht?

Wenn Unternehmen ihre Bonussysteme nach dem Schema der Notengebung ausrichten, dann erzielen diese oftmals nicht die gewünschte Wirkung, indem die Motivation befördert und die Leistung gesteigert wird.

Motivation nicht für alle

Vielmehr profitieren insbesondere diejenigen Mitarbeiter, für die das System aufgrund ihrer individuellen Stärken passend ist. Andere Mitarbeiter mit anderen Stärken oder neue Mitarbeiter kommen mit starr festgelegten Leistungsanreizen und Bonussystemen nicht zurecht und können daher davon nicht profitieren. Aus diesem Grund können die vorgegebenen Leistungsanreize im Bonussystem für Mitarbeiter nicht greifen und führen zu einer Demotivation von betroffenen Mitarbeitern. 

Wirtschaftliche Belastung durch Bonussystem

Wirkt hingegen ein eingeführtes Bonussystem besonders gut, dann kann das dazu führen, dass der Betrieb durch zu hohe Ausschüttungen in wirtschaftliche Bedrängnis kommt. Zudem können Bonussysteme dazu führen, dass einzelne Mitarbeiter eine besonders hohe Auszahlung erhalten, sodass die Ausgewogenheit im Gehaltsspiegel des Unternehmens verloren geht. Auch das kann innerhalb der Belegschaft zu misslichen Stimmungen und zu Unzufriedenheit führen. Ändert der Betrieb dann das eingeführte Bonussystem wieder, weil es negative Auswirkungen zeigt, dann führt das bei den bisherigen Profiteuren zu einer Unzufriedenheit, die demotivierend ist. Daher gilt es, bei der Einführung von Bonussystemen darauf zu achten, dass möglichst alle Mitarbeiter in einem überschaubaren und gleichmäßig verteilten Umfang davon profitieren können. 

Wie kann eine Bewertung motivierend wirken? – LOB Bonussystem für Mitarbeiter

Die Firma BEITraining – ein Unternehmen zur Förderung der Mitarbeiterentwicklung – hat ein Konzept entwickelt, das ein Bonussystem für Mitarbeiter individuell ausgestaltet. Das LOB Bonussystem für Mitarbeiter belohnt gute Leistungen und sorgt so für eine Verbesserung der Motivation. LOB steht für Leistungs-orientiertes Bonussystem. Das Bonussystem richtet sich nach drei zentralen Kriterien aus:

Dabei konzentriert sich das Bonussystem LOB darauf, die individuelle Situation des Betriebs und seiner Mitarbeiter zu untersuchen und ein eigens darauf eingestelltes System für die Belohnung von Leistung zu entwickeln. 

Wie funktioniert das LOB Bonussystem für Mitarbeiter?

Das LOB Bonussystem für Mitarbeiter wird für jeden Betrieb individuell entwickelt. Das System fußt auf der Berücksichtigung der ganz eigenen Situation eines Betriebs. Dabei wird die Struktur des Unternehmens genauso betrachtet wie die Mitarbeiter sowie eventuell bereits bestehende Bonussysteme. Eine genaue Analyse des Betriebs sorgt dafür, dass ein Bonussystem entwickelt wird, das auf den Betrieb und seine Mitarbeiter passend zugeschnitten wird. 

Bestandsaufnahme des Betriebs

Bei der Entwicklung des LOB Bonussystems wird der Betrieb auf Basis unterschiedlicher Merkmale untersucht. So ist festzustellen, in welchem Umfang und in welcher Weise ein Unternehmen die Bereitstellung von Bonusvergütungen leisten kann. Denn die Ausschüttungen, die der Betrieb bereitstellt, müssen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit genau eingegrenzt werden. Hierfür wird eine sorgfältige Analyse erstellt, um zentrale Merkmale zu definieren. 

Beurteilung der Mitarbeiter

In einem weiteren Schritt gilt es, für jeden einzelnen Mitarbeiter eigene Kennzahlen zu ermitteln. Für jeden Mitarbeiter wird aufgrund seiner persönlichen Fähigkeiten und seines individuellen Leistungsvermögen ein Profil erstellt. So trägt das System LOB dafür Sorge, dass Leistungssteigerungen von schwächeren Mitarbeitern, wie zum Beispiel von neuen Mitarbeitern oder Berufsanfängern genauso Beachtung finden, wie Verbesserungen von bereits sehr professionell arbeitenden Fachleuten. 

Leistung außerhalb von Konkurrenz

Da jeder Mitarbeiter individuell nach seinem Leistungsvermögen beurteilt wird, können Verbesserungen ebenso eigenständig wahrgenommen und entsprechend belohnt werden. Solange alle Mitarbeiter mit demselben Maßstab bemessen werden, stehen sie zueinander in Konkurrenz. Das führt dazu, dass stets dieselben Mitarbeiter, die sich bereits in einer stärkeren Ausgangsposition befinden, von einem entsprechend starren Bonussystem profitieren. Wird hingegen die Ausgangslage eines jeden Mitarbeiters individuell betrachtet, dann werden Leistungssteigerungen außerhalb der Konkurrenzsituation erheblich deutlicher ersichtlich. Das sorgt nicht nur für eine Verbesserung der Motivation bei allen Mitarbeitern. Da sich die Mitarbeiter außerhalb Konkurrenz befinden, sind sie eher bereit, sich gegenseitig zu unterstützen und zum Beispiel Wissen und Erfahrungen auszutauschen. 

Begleitung des Unternehmens

Nachdem ein individuelles Bonussystem für ein Unternehmen entwickelt wurde, wird es in der Praxis auch begleitet. Das LOB Bonussystem wird durch regelmäßiges Feedback stabilisiert und dort verbessert, wo es nötig ist. Jährliche Befragungen sorgen zudem dafür, dass die praktische Anwendung des Bonussystems laufend überwacht und gegebenenfalls an neue Bedingungen angepasst wird. 

Welche Wirkung zeigt das LOB Bonussystem für Mitarbeiter?

Ein individuell ausgestaltetes Bonussystem für Mitarbeiter führt aufgrund seiner Individualisierung zu einer erhöhten Bereitschaft, sich auch freiwillig mehr zu engagieren. 

Akzeptanz, Transparenz und Ausgewogenheit

Da die Mitarbeiter innerhalb des Bonussystems nicht in einer Konkurrenz stehen, ist Transparenz möglich, die zu einem größeren Zusammenhalt untereinander führt. Denn das System schließt Schwächere nicht aus, sondern belohnt jeden auf Basis der individuellen Leistungsfähigkeit. So sorgt das LOB Bonussystem für Mitarbeiter für eine Ausgewogenheit im Gehaltsspiegel des Unternehmens. 

  • Wirtschaftlichkeit:
    Das sorgt nicht nur bei den Mitarbeitern für mehr Akzeptanz und Zufriedenheit. Auch das Unternehmen behält die Zusatzkosten für Bonusleistungen im Griff, sodass die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleibt. 
  • Leistungssteigerung:
    Da im LOB Bonussystem für Mitarbeiter jeder Angestellte einen Bonus erzielen kann, geht mit der Motivation auch eine Verbesserung der Leistung in allen Unternehmensbereichen einher. 
  • Ertragssteigerung:
    Durch die verbesserte Leistung von Mitarbeitern profitiert das Unternehmen von einer Steigerung des Ertrags. 
  • Kundenzufriedenheit:
    Unternehmen, die zufriedene Mitarbeiter beschäftigen können ihren Kunden eine erheblich bessere Leistung bieten. Somit zeigt sich die Stärke des LOB Bonussystems auch darin, dass die Zufriedenheit bei der Kundschaft gewährleistet wird und zunimmt.
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