Organisation   16.3.2015

Boreout – 5 Dinge, die du gegen chronische Langeweile im Team tun kannst

Freiberuflerinnen langweilen sich nicht. Selbstständige haben immer etwas zu tun. Neue Ideen entwickeln und umsetzen. Akquise betreiben – offene Zeitfenster sollen möglichst nicht entstehen. Wer Angestellte hat, muss – damit der Umsatz stimmt und Firma und Team davon leben können – dafür sorgen, dass alle ausgelastet sind. Das klappt aber nicht überall. Meist schwankt die Auslastung und Auftragslage. In vielen Betrieben ist chronische Überlastung das tägliche Brot. Anderswo langweilen sich einzelne oder mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über lange Zeiträume.

Boreout: Ist die Arbeit sehr langweilig oder zu wenig davon da, suchen sich Mitarbeiter Scheinaktivitäten, die sie beschäftigt aussehen lassen.

Boreout: Ist die Arbeit sehr langweilig oder zu wenig davon da, suchen sich Mitarbeiter Scheinaktivitäten, die sie beschäftigt aussehen lassen.

Da ist einfach nicht genug zu tun. Oder die Tätigkeiten, die anstehen, ergeben für den, der sie ausüben soll, keinen Sinn. Die Betroffenen füllen ihre Zeit mit Scheinaktivitäten oder mit Privatem, sie tun geschäftig – ständig klappert die Tastatur. Doch eigentlich sind sie und ihr Arbeitsbereich nicht ausgefüllt. Da ist die Angst, den eigenen Arbeitsplatz abzuschaffen, nicht mehr gebraucht zu werden. Auch das ist – wie die Überlastung – Stress. Und langanhaltender Stress erzeugt eine höhere Krankheitsanfälligkeit. Boreout nennt sich der Stress durch Unterbeschäftigung. Dieser Begriff Boreout ist kein medizinischer. Es ist ein Problem der Wirtschaft.

Fälle von Boreout in deinem Team?

Was du tun kannst, wenn du den Eindruck hast, dass einzelne Personen aus deiner Belegschaft mehr spielen, surfen und bei Facebook sind, als mit ihrer Arbeit beschäftigt:

1. Keine Panik! Erst denken, dann handeln. Wie wir schon beim Thema Feedback geben geraten haben: Schau dir zunächst den Sachverhalt genau an. Daddelt die- oder derjenige, wegen Mangel an Motivation und hätte eigentlich genug zu tun oder weiß die Person tatsächlich nicht wohin mit überschüssiger Zeit und ist unausgelastet? Davon solltest du eine ungefähre Idee haben, bevor du jemandem unterstellst, eine faule Socke zu sein.

2. Mitarbeitergespräche. Setz dich mit der betroffenen Person zusammen und lass dir von ihm oder ihr schildern, welche Probleme es gibt. Vielleicht hat die oder der Betroffene sogar schon eine eigene Idee, wie sich die Struktur des Arbeitsplatzes ändern könnte oder wünscht sich eine bestimmte zusätzliche Aufgabe.

3. Umstrukturierung. Lassen sich keine neuen Aufgaben für den unausgelasteten Arbeitsplatz finden, so ist eventuell eine Umstrukturierung möglich. Gibt es Teammitglieder mit ähnlicher Qualifikation, bei denen zu viel zu tun ist, die also Arbeit abgeben könnten? Damit sich niemand hinter- oder übergangen fühlt, sprich mit allen direkt Betroffenen darüber, warum du Aufgaben umverteilst.

4. Weiterbildung. Jemand im Team hat Zeit über? Gibt es vielleicht eine geeignete Weiterbildung, mit der dieses Zeitfenster gefüllt werden könnte? Welches Know how wird jetzt oder später im Betrieb gebraucht? Internetsicherheit, Buchhaltungsprogramme, neue Versionen von Tabellenkalkulations- und Textverarbeitungs-Programmen, für Außendienstler und Vielfahrerinnen vielleicht auch einfach mal Fahrsicherheitstraining oder spritsparendes Fahren. Das alles ist nicht zum Zeit totschlagen, sondern motiviert auch, öde gewordene Aufgaben wieder mit mehr Schwung anzugehen.

5. Arbeitszeit reduzieren oder/und ein flexibleres Arbeitszeitmodell einführen. Das ist ein sensibles Thema, weil viele rechtliche Aspekte zu beachten sind. Reichen die Aufgaben an einem bestehenden Arbeitsplatz nicht aus, könntest Du – vielleicht auch zusammen mit dem betroffenen Team – darüber nachdenken, Stunden zu reduzieren. Das reduziert auch die Arbeitskosten. Vielleicht gibt es Kollegen, die gerne etwas weniger arbeiten würden und dadurch Aufgaben abgeben müssten.
Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen den Mitarbeitenden in ruhigeren Phasen, die Überstunden aus den stressigen Zeiten abzubauen.

Dieser Artikel ist der Beitrag des Billomat-Magazin-Teams zur Blogparade „Boreout – Krankheit oder Langeweile“ von Frédéric Jordans JFtOptimizing Partner Blog.#

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