04. Jun 2019 | Unternehmenssteuerung

Bürosprache: Diese Abkürzungen musst du kennen

„ASAP“ und „TGIF“ – das Büro ist eine eigene Welt und spricht daher auch in seiner ureigenen Sprache. Verstehen wir Teenager unter 15 Jahren schon seit langem nicht mehr, so klingt die Bürosprache für Außenstehende ebenso unverständlich. Die Sprache am Büro-Arbeitsplatz ist nicht mehr allen zweifelsfrei verständlich. Zwar lernt man schnell dazu, doch ein wenig Nachhilfe erleichtert den Einstieg in die Eigenheiten der Bürosprache. Die wichtigsten und seltsamsten Wendungen, die sich Büromenschen für ihrem Arbeitsalltag ersonnen haben, findest Du hier. Wir helfen gerne mit den Übersetzungen aus.

Die wichtigsten Codes der Bürosprache

Ablage P: Gemeint ist der Mülleimer – „P“ wie „Papierkorb“. Wenn etwas nur für die P-Ablage geeignet ist, dann handelt es sich dabei um Müll.

Asap: Das ist kurz für „as soon as possible“, also „so bald wie möglich“. Asap soll ausdrücken, dass etwas mit Eile geschehen wird. Dabei liegt es im Ermessen des Verwenders von asap, festzulegen, wie bald „baldmöglich“ zu verstehen ist. Eilige Agenturmenschen meinen mit „asap“ manchmal „innerhalb der nächsten 10 Minuten“, wogegen Franz aus dem Archiv mit asap möglicherweise ausdrückt, dass er eine Aufgabe erledigen wird, sobald er aus dem Urlaub zurück sein wird. Somit kann asap eigentlich alles bedeuten und dabei gar nichts aussagen. Aber zumindest klingt es sehr professionell.

Auf 17 gehen: Das ist der Bürocode für „sich mal die Nase pudern“ – und das wiederum ist eine Metapher für „aufs Klo gehen“.

Bürosprache: Diese Abkürzungen musst du kennen
TGIF! Nicht nur online, sondern auch am Arbeitsplatz werden wir mit irgendwelchen kryptischen Buchstabenkombinationen konfrontiert. Dieser Beitrag hilft Dir beim Übersetzen der Bürosprache. (©Rawpixel.com – Fotolia)

CEO: Seitdem immer mehr Hausmeister eigene Visitenkarten haben, auf denen sie „Facility Manager“ heißen, bezeichnen sich Firmenleiter auch nicht mehr als Chef. Sie werden heute „CEO“ genannt. Das bedeutet in der Übersetzung „Chief Executive Officer“. Der „CEO“ ist somit der oberste Chef, dem es erlaubt ist, auch einmal auf den Tisch zu hauen. 

FYI: Kurz für „For Your Interest“. FYI bedeutet, dass Inhalte, die damit gekennzeichnet sind, möglicherweise interessant sind, jedoch zugleich keine Reaktion verlangen. Der Begriff sorgt für Entspannung, da es Dir selbst frei steht, was Du mit einem entsprechenden Dokument anfängst. Unter „FYI“ steht aber hin und wieder auch etwas, das wirklich für den Arbeitsablauf relevant ist. Daher sollte man Dokumente, die mit FYI überschrieben sind, zumindest aufheben, wenn man sie schon nicht liest.

FYA: „For Your amusement“ – „Zu Deinem Vergnügen“ sorgt im Gegensatz zu FYI schon für etwas mehr Aufmerksamkeit.

IMO oder IMHO: Gemeint ist „In my opinion“ oder „In my humble opinion“, also „Meiner (bescheidenen) Meinung nach“. Wer die eigene Meinung explizit als bescheiden ausgibt, ist in der Regel jedoch mit gegenteiligen Merkmalen ausgestattet. Daher ist Vorsicht geboten. Denn wer seine Schreiben mit IMO oder IMHO kennzeichnet, der wird die geäußerte Meinung voraussichtlich mit Zähnen und Klauen zu verteidigen wissen.

KISS: Kurz für „Keep it short and simple“, also „Halt es kurz und einfach“. KISS wird in der Regel als Vorgabe für effektive Besprechungen ausgegeben. Die Praxis zeigt, dass sich die wenigsten Meetings an KISS halten. Alleine die gereichten Häppchen sorgen dafür, dass KISS ein guter Vorsatz bleibt, der in der Praxis nicht durchzusetzen ist.

OoO: Das heißt entweder „Out of Order“ („Außer Betrieb“) oder „Out of Office“ („Nicht im Büro“). Überall dort, wo das Dreifach-O auftaucht, ist daher gerade nichts los.

TGIF: „Thank God it’s Friday“ bedeutet „Gott sei Dank, es ist Freitag.“ Das Kürzel steht für die berechtigte Vorfreude auf das wohlverdiente Wochenende.

THX: Das soll bloß „Danke“ heißen, sieht aber krakelig aus und zeigt offensichtlich, dass die Dankbarkeit nicht ausreicht, um Zeit für 5 Buchstaben zu investieren: D-A-N-K-E.

Und welcher dieser Codes ist nun der wichtigste?

Natürlich „auf 17 gehen“ für die Damen, knapp gefolgt von „KISS“ für die Herren. Wenn Du am letzten Tag der Woche „TGIF!“ denkst, aber nicht ASAP nach Hause kommst und sich der ganze Tag für die Ablage P anbietet, sag einfach mal in die Runde: „FYI, ich bin jetzt OoO!“ Jeder im Büro wird Verständnis für Dich haben.

Floskeln im Büro: noch mehr Übersetzungshilfe

Mahlzeit! Es gibt Ausdrücke, die sind aus dem Büroalltag nicht wegzudenken. Floskeln im Büro sind so notwendig wie Kaffeetassen und Topfpflanzen. Ohne sie geht es nicht. Manche dieser Floskeln bedeuten zwar nicht einmal annähernd das, was sie wortwörtlich behaupten. Und dennoch nutzen wir sie alle immer wieder gerne und hören sie auch oft. Übersetzungshilfe gefällig?

5 Floskeln in der Bürosprache und was sie wirklich bedeuten

Top 1: „Ich bin da dran!“

Tatsächlich? Die Übersetzung von „Ich bin da dran“ lautet im Regelfall: „Oh, das hatte ich völlig vergessen. Wie bekomme ich denn das nun so schnell fertig?“ Natürlich gibt es auch Abstufungen von „Ich bin da dran“. Entweder hat die Aufgabe beim zuständigen Mitarbeiter einen akuten Anfall von Prokrastinationsverhalten ausgelöst. Oder sie wurde angefangen und im täglichen Trubel aus tausenderlei Gründen nicht weiter verfolgt. Zusammenfassend können wir feststellen: Eine Aufgabe, von der ein Teammitglied behauptet, es sei „da dran“, ist zum aktuellen Zeitpunkt definitiv sehr weit entfernt von fertig.

Top 2: „den Kunden abholen“

Nein, nicht vom Flughafen. Vielmehr katapultieren wir den Kunden wissenstechnisch dorthin, wo wir ihn haben wollen, wenn wir ihn abholen. Dabei geht es darum, den Kunden auf einen Informationsstand zu bringen, der es ihm ermöglicht, ein Produkt besser zu verstehen oder eine Dienstleistung beurteilen zu können. Denn Kunden sollen eine wohl informierte Entscheidung treffen können. Das klingt nicht nur nach Idealismus. Das ist auch tatsächlich Idealismus. Die Absicht hinter der Floskel lautet: überzeugend sein und ein gutes Verkaufsgespräch führen. Wenn Dein Kunde dann zwar noch immer nicht weiß, warum er genau dieses Gerät haben will, sich aber freut, dass er es in seiner Lieblingsfarbe haben kann, dann hast Du die Aufgabe erfüllt und Deinen Kunden abgeholt.

Top 3: „Team = Toll, ein anderer macht’s“

Wer noch immer milde lächelt, wenn in Teamsitzungen dieser Spruch fällt, ist ein äußerst toleranter Mensch. Herzlichen Glückwunsch! Denn witzig ist an dieser Kreativitätsexplosion der Floskeln im Büro tatsächlich sehr wenig. Wer so etwas über sein Team äußert, der trägt meist selbst Verantwortung daran, dass nicht alle gleichermaßen eingebunden sind oder sich nicht alle mit ähnlicher Intensität beteiligen. Die korrekte Gegenfloskel lautet also: „Immer erstmal an die eigene Nase fassen“.

Top 4: „Mahlzeit!“

Ein Wort, das vermutlich längst auf der Liste der bedrohten Wörter stünde, hätte es nicht sein stilles Refugium in Firmen und Büros. Wünscht man einem Kollegen, der in die Mittagspause geht, damit wirklich ein leckeres Essen? Vielleicht. Korrekt lautet die Übersetzung aber: Ich nehme zur Kenntnis, dass das Telefon auf mich umgeleitet ist und ich in der nächsten halben Stunde mindestens fünf Menschen die Floskel „die Kollegin ist zu Tisch“ vorsetzen muss – ohne dass ich diese Formulierung außerhalb des Bürogebäudes jemals verwenden würde.

Top 5: „Wir müssen uns da mal kurzschließen“

Wirklich? Nehmen wir das wörtlich, dann erzeugt ein Kurzschluss einen fehlgeleiteten Energiefluss, lässt die Sicherung knallen, erzeugt Stromausfälle und Kabelbrände. Übertragen wir das auf die Bürokommunikation, kann ein Kurzschluss nicht wirklich das sein, was wir wollen. Ist aber auch nicht relevant, bedeutet doch das Kurzschließen als Floskel im Büro, dass etwas noch einmal in einer anderen Runde zu besprechen sei, so mit Informationsaustausch, irgendwann mal, näherungsweise nie.

Kleiner Nachschlag zum Thema Bürosprache gefällig?

  • Meeten: sich zu einem Treffen verabreden
  • Huddle: bezeichnet ein Mini-Meeten. Der Begriff für ein kurzfristiges unorganisiertes Treffen heißt übersetzt „Haufen“.
  • Bullet Points: Bezeichnung für einen hochinteressanten Vortrag mittels der allerorts beliebten PowerPoint-Präsentation, ausgestattet mit unzähligen Einzelfolien, überbordendem Text, ansprechenden Diagrammen und Aufzählungen in Endlosschleife.
  • Auf der Tonspur rüberbringen: „Bullet Points“ vermeiden oder einen Sachverhalt ohne den Einsatz von PowerPoint Folien einfach erklären
  • Banalysis: schnelle Untersuchung
  • Auf die Short List setzen: schwarze Liste für schlechte Ideen
  • Bio Break: biologisches Bedürfnis nach „Nase pudern“ oder „auf 17 gehen“
  • Ich bin im Flow: Entsprechung für „nicht stören“
  • Action Items: sehr dringend zu erledigende Aufgaben
  • Einen Slot haben: einen Termin dazwischen schieben
  • All Hands Event: verpflichtende Versammlung aller Mitarbeiter in einer Krise oder zur Motivation
  • Das wird sportlich: wahrscheinlich schaffen wir das nicht
  • TIA: der charmante Druck von „thanks in advance“, also „Danke im Voraus“
  • suboptimal gelaufen: unterirdisch schlecht gelaufen
  • below the line: noch schlimmer als suboptimal
  • Airtime: Treffen mit den ganz wichtigen Leuten
  • You name it: Ich bin ganz Ihrer Meinung
  • yup oder yep: steht für ein jugendliches „Ja“, das aufgrund der betonten Lässigkeit nicht allzu häufig eingesetzt werden sollte, da es die Mitarbeiternerven arg strapazieren kann
  • eskalieren: hier gibst Du Aufgaben an den Teamleiter oder den Chef ab
  • HP: die Abkürzung für „High Potential“ bezeichnet einen Mitarbeiter mit viel Potential, der zu Höherem berufen ist
  • proaktiv: Lob für einen Mitarbeiter, der gerne die Initiative ergreift und dem ein einfaches „aktiv“ nicht reicht
  • Wombat: die Abkürzung für „waste of money, brains and time“ – übersetzt „Vergeudung von Geld, Intelligenz und Zeit“ deutet an, dass ein Projekt sinnlos ist 
  • HTH: „Hope this helps“ – „Hoffe, das hilft“ oder „keine Garantie“
  • Facetime: bezeichnet die Zeit, die Du im Büro anwesend bist
  • C-Level: die Ebene der versammelten C´s mit Chefs, CEOs oder Chief Executives bezeichnet die Führungsebene eines Unternehmens
  • Bordmittel: hier kommen ausschließlich firmeninterne Mittel zum Einsatz
  • Exit-Strategie: die Hintertür für den Misserfolg
  • Neues ball game: alles auf Anfang
  • Prozess aufsetzen: irgendwie anfangen
  • aufgleisen: lässig für „vorbereiten“

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