04. Nov 2021 | Allgemein

Business-No-Gos

Wenn es um das geschäftliche Umfeld gibt, dann solltest Du einige Regeln beachten. Was ist Standard in Sachen Ansprache, Outfit, Namen und mehr? Wir klären auf und verraten die wichtigsten Business-Knigge-Tipps sowie Business-No-Gos.

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Wichtig: An dieser Stelle ein kleiner Disclaimer. Wir können natürlich nur von modernen Business-Regeln ausgehen und selbstverständlich ist dies auch nur ein Blick. Schlussendlich musst, kannst und solltest Du unabhängig entscheiden, wie Du Dich im Geschäftsleben verhalten und kleiden möchtest. Jeder Mensch ist individuell und so auch im Business-Bereich.

Die erste Begrüßung

Starten wir bei der Begrüßung. Angenommen, Du hast ein geschäftliches Treffen. Du schreitest auf dem Weg ins Büro voran, Dein Gast läuft hinter Dir, da dieser schließlich nicht weiß, wo es lang geht. 

Solltest Du bereits sitzen und ein Geschäftspartner stößt zu Dir oder Euch, dann stehen nicht nur die Herren auf. In der modernen Arbeitswelt erheben sich auch die Damen. Handelt es sich um Gäste aus Deutschland, so ist der Handschlag nach wie vor verbreitet. Die Pandemie hat diese Regel allerdings verändert, sodass es nun ganz auf die Situation und Geschäftspartner ankommt.

Sollten sich die Geschäftsparteien persönlich unbekannt sein, solltest Du Deinen Vor- und Nachnamen bei der Begrüßung nennen. Das verringert die Distanz zwischen den Parteien und wirkt insgesamt freundlicher.

Die Ansprache

Lange Vornamen oder akademische Titel können durchaus verwirren. Wer beispielsweise einem studierten Geschäftspartner gegenübersitzt, sollte diesen mit dem jeweils höchsten Grad ansprechen. 

Als Beispiel: Vor Dir sitzt ein Herr Professor Dr. Michael Muster. Du sprichst ihn auch in diesem Fall mit „Herr“ an und nutzt den höchsten Grad, also „Herr Professor Michael Muster“. Handelt es sich bei dem Vornamen oder Nachnamen um einen Doppelnamen, so wird auch dieser in voller Länge ausgesprochen.

Tipp: Es ist wichtig, sich Namen zu merken. Wenn Du einen Namen direkt zu Beginn nicht richtig verstanden hast, solltest Du direkt am Anfang nachfragen. Wenn Du später einmal den Namen benötigst, wäre es peinlich, erst jetzt nach einer korrekten Aussprache oder generell nach dem Namen zu fragen. Du musst Dich zudem nicht entschuldigen, wenn Du nach dem Kennenlernen noch einmal nachfragst. Du bist schlichtweg freundlich und neutral – schlussendlich signalisiert es sogar Interesse, wenn es Dir wichtig ist, den Namen korrekt zu verstehen.

Die Visitenkarte

Hast Du diese eine Person vor Augen, der Du einmal eine Visitenkarte von Dir gegeben hast, die dann ungelesen und ohne einen Blick in der Tasche landete. Auf der einen Seite möchte man meinen, dass es nicht unhöflich ist, weil die Person ja schließlich vor einem steht. 

Doch Du solltest einer Visitenkarte, die Du erhältst, stets einen kleinen Blick widmen. Das zeigt aufrichtiges Interesse und gehört zu den absoluten Höflichkeiten. Eine Karte einfach wegzustecken, wäre daher ein No-Go.

Tagesform ausblenden

Persönliches sollte in der Geschäftswelt nichts zu suchen haben. So schwer es uns auch manchmal fällt (denn bekanntlich hat jeder Mensch gelegentlich einen schlechten Tag), im geschäftlichen Umfeld kann es Probleme bereiten. Kollegen sollten beispielsweise niemals die schlechte Stimmung zu spüren bekommen, die vielleicht durch einen schlechten Schlaf oder unangenehme Post zustande gekommen ist. 

Das Outfit

Viele ungeschriebene Regeln im Berufsleben beziehen sich auch auf das eigene Outfit. Du kannst selbstverständlich immer und überall anziehen, was Du möchtest. Wenn es Dir aber wichtig ist, wie zumindest im Geschäftsumfeld Dein Outfit ankommt, solltest Du diese Business-Grundsätze beherzigen.

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  • Obwohl es oft keine vorgeschriebenen Dresscodes gibt, so gibt es im Business-Bereich doch eine Art ungeschriebenes Gesetz für Outfits.
  • Für verschiedene Anlässe im Berufsleben gelten auch andere Kleidervorschriften. Hier ist Gespür nötig. 
  • Zu einem passenden Outfit gehören auch Accessoires und die richtigen Schuhe.

Ist ein Casual-Look gefordert, dann ist dies eine eher entspannte Freizeit-Kleidung, die aber im Sinne des Berufs (also passend dazu) immer noch angemessen sein sollte. Frauen sollten der Business-Knigge zufolge nicht zu viel Haut zeigen. Flache Schuhe sind für Damen bei diesem Stil vollkommen in Ordnung.

Beim Stil Business-Casual ist es ähnlich, allerdings sind Jeans und Sneaker hier nicht mehr so gerne gesehen. Als Day Informal oder Business Attire wird eine eher gehobene Business-Casual-Variante beschrieben. Die Mode sollte geschlossen und elegant sein, bei den Damenschuhen sollten die Zehen nicht mehr sichtbar sein (allerdings auch hier keine zu hohen Absätze).

In Führungspositionen wird meist der Stil Business Forma getragen. Gleiches gilt auch für geschäftliche Termine. Gut geeignet sind Anzüge, Kostüm oder für Frauen auch ein dezentes und mindestens Knielanges Kleid sowie Strumpfhose und Pumps mit niedrigem Absatz. Ähnlich gekleidet bist Du auch beim Stil Semi-formal.

Als „Come As You Are“ wird der Stil Smart Casual bezeichnet, der auch für den Abend genutzt werden kann. Sie kleiden sich modisch und bequem – und zwar so, wie Du auch in der Arbeit gekleidet bist. Der Stil Informal deutet zwar auf freie Hand, aber ganz so locker geht es doch nicht. Dieser Stil sagt lediglich aus, dass Du nicht festlich gekleidet sein musst.

Die Looks Black Tie und White Tie setzen eine relativ strenge Kleiderordnung voraus. Die höchste Stufe der Eleganz ist beim Dresscode Cocktail vorgeschrieben. Dieser wird für abendliche besondere Events getragen.

Der Schreibtisch

Arbeitest Du im Büro, dann gilt meistens, dass Dein Schreibtisch auch Dein Bereich ist. Trotzdem ist der Schreibtisch optisch einsehbar und auch Gerüche können in andere Bereiche des Büros dringen. In der Business-Knigge heißt es, dass der eigene Schreibtisch kein Kosmetikstudio und keine Picknickwiese sein sollte.

Das bedeutet, dass zu schweres oder sehr aufdringliches Parfüm unangebracht ist, genauso wie stark riechende und unangenehme Speisen zum Mittag. Klassiker, die im Business-Bereich als No-Go zählen, sind unter anderem

  • Döner
  • Ei
  • Mett
  • Asia-Nudeln
  • Knoblauch

Wichtig: Klar, der Schreibtisch ist Dein Revier, doch Du kannst beobachtet werden. Das bedeutet, dass alle Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der Hygiene stehen (Fingernägel schneiden, Zahnseide und Co.) auf keinen Fall am Schreibtisch stattfinden sollten. Wer schnell ins Bad verschwindet, kann außerdem den eigenen Körpergeruch checken. Oftmals bemerken wir es gar nicht, dass beispielsweise bestimmte Lebensmittel (wie Tomaten, rotes Fleisch, Kaffee und Co. unangenehme Gerüche verursachen können).

Auch zu lautes oder auffälliges Gähnen sollte nicht unbedingt im Minutentakt erfolgen. Das könnte Kollegen unangenehm auffallen. Es gibt aber einige Tipps, um das bekannte Mittagstief im Büro oder sonst wo zu überwinden.

Die Küche

In vielen Büros ist die Küche der heilige Gral. Sie befindet sich als Zentrum zwischen all den Arbeitsplätzen. Leider sind nicht alle Mitarbeiter der Meinung, dass ein Ort so hinterlassen werden sollte, wie er aufgefunden wurde. Vielleicht besteht auch das Problem, dass schlichtweg irgendjemand anfängt, keine Ordnung zu halten, und alle mitmachen (da ja keiner der Erste sein möchte, der den Müll der anderen wegräumt).

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Diese Kettenreaktion ist zwar auf der einen Seite verständlich, doch ohne Kettenbrecher geht es nicht. Mache daher den Anfang und gehe auch ohne saubere Küche immer mit gutem Beispiel voran. Verlasse die Küche also stattdessen so, wie Du sie gerne zukünftig auffinden wollen würdest.

Auch, wenn Lebensmittel leer sind, ist es üblich, selbst nachzufüllen. Das gilt nicht nur für Toilettenpapier oder Kaffeewasser, sondern auch für Dinge wie Druckerpapier und Co. Natürlich sollst Du Dich nicht ausnutzen lassen, doch eine sture „Das macht sonst keiner und daher möchte ich es auch nicht machen“-Mentalität bringt das gesamte Büro ebenfalls keinen Schritt vorwärts.

Pünktlichkeit

Nicht ohne Grund gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass Pünktlichkeit die Höflichkeit der Könige ist. Auch im Business-Umfeld solltest Du die Pünktlichkeit ernst nehmen. Zu spät kommen zeugt insgesamt von Desinteresse oder mangelndem Respekt. Natürlich kann es sein, dass Du absolut unverschuldet zu spät kommst, und einmalige Ausrutscher werden in der Regel nicht krumm genommen – doch wer mit System oder voller Absicht regelmäßig zu spät kommt, wird früher oder später die Früchte ernten.