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Coffee-to-go mit Pfand – Interview mit Florian Pachaly von RECUP

RECUP ist die nachhaltige Alternative zu klassischen Einwegbechern und das erste flächendeckend einsetzbare Mehrwegbecher-Pfandsystem für Coffee-to-go. Florian Pachaly hatte bereits in der Uni die Idee To-go Becher nachhaltig zu gestalten. Nun ist er Gründer und Geschäftsführer und möchte, dass die „Coffee-to-go Philosophie“ hip und ressourcensparend weitergelebt wird. Wir hatten ihn im Billomat-Interview!

Interview mit Florian Pachaly von RECUP!

Hallo Florian, stell dich und dein Unternehmen RECUP bitte kurz vor!

Hi! Ich bin Florian Pachaly und habe zusammen mit Fabian Eckert vor ca. einem Jahr RECUP gegründet. RECUP ist das flächendeckende Mehrweg-Pfandsystem für Coffee-to-go und wir haben das Ziel, das in Deutschland keine Einwegbecher mehr verbraucht werden.

Florian Pachaly - RECUP
Rechts: Florian Pachaly, Gründer und Geschäftsführer von RECUP erhält von der Deutschen Umwelthilfe e.V. die Auszeichnung „Best Practise“

Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?

Am liebsten als Cappuccino mit Zucker. Das lasse ich aber bleiben, sobald wir die 1.000 Partner-Cafés erreicht haben. (lacht)

Geschäftsführer von RECUP
Die Gründer von RECUP Fabian und Florian

Was ist RECUP und wie funktioniert es?

RECUP bietet ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher an, um Ressourcen zu schonen und Pappbecher zu vermeiden. Jedes Café, Bäckerei oder Geschäft mit Coffee-to-go-Betrieb kann sich bei unserem System anmelden. Der Kunde kann dann sein Getränk gegen 1€ Pfand, das er für den RECUP-Becher hinterlegt, ganz einfach mitnehmen und bei jedem teilnehmenden Partner wieder abgeben. Dort wird der Becher gespült und direkt vom nächsten To-go-Trinker wiederverwendet.

Mit einem Start-Up die Welt ein Stück besser machen – Wie kamst du auf die Idee ein umweltfreundliches Unternehmen zu gründen?

Die Idee hatten wir in der Uni. Bei Fabian in Schweden gab es nur Einwegbecher in der Uni. Bei mir gab es zwar Tassen, aber die hat keiner genutzt und jeder Student ist den Pausen auf dem Campus mit Einwegbechern herumgestanden. Wir hatten die gleiche Idee und wurden dann von Julia Post (Coffee to go again) vernetzt, nachdem wir ihr davon erzählt hatten. Inspiriert hat uns ganz klar das Vorbild des deutschen Pfandsystems. „Pfand“ ist in Deutschland nichts Neues für die Menschen und daher liegt es nahe, diese Idee auf Kaffeebecher zu übertragen.

Recup

Was sind momentan die größten Hürden mit denen ihr zu kämpfen habt?

Die nächste Herausforderung ist es neben den Städten, in denen wir bereits vertreten sind, RECUP in ganz Deutschland verfügbar zu machen und die Cafébetreiber zu erreichen. Berlin, München, Rosenheim, Wasserburg, Ludwigsburg, Köln und Oldenburg machen es bereits vor und haben sich als Stadt für RECUP entschieden. Mit über 500 Ausgabestellen im ersten Jahr und aktuell schon 800 deutschlandweit sind wir sehr zufrieden, aber bis wir unser großes Ziel erreicht haben ist es noch ein Stückchen.

Der RECUP hält rund 500 Spülgänge lang. Woran erkennt man, dass der RECUP verbraucht ist und was passiert mit ihm danach?

Laut Herstellergarantie hält der Becher mind. 500 Spülgänge. Danach kann es sein, dass sich der Aufdruck löst. Man kann den RECUP aber weiterhin verwenden. Optisch nicht mehr ansprechende oder beschädigte RECUPs werden bei uns gesammelt und zurück an unseren Hersteller geschickt. Das Material ist reines Polypropylen – das heißt es ist zu 100% recyclebar und wird für neue Produkte wiederverwendet. Für ein Pfandsystem ist dieses Material aktuell die nachhaltigste Alternative zum Einwegbecher, was uns auch die Deutsche Umwelthilfe e.V. bestätigt hat. Selbst wenn der Becher direkt entsorgt wird, im Plastik – oder Restmüll, wird er glücklicherweise von den meisten Abfallwirtschaftsbetrieben als Wertstoff erkannt und dem Materialkreislauf zugeführt.

Wie verdient ihr euer Geld?

Als Pfandgeber sind wir verpflichtet, jeden Becher auch wieder zurückzunehmen. Daher mussten wir uns eine Alternative überlegen, wie wir das System auch wirtschaftlich nachhaltig aufbauen können. Über eine monatliche Systemgebühr, die von jedem Standort finanziert wird, betreiben wir das System. Cafés profitieren von der Umverteilung, unserem Marketing und der erhöhten Sichtbarkeit über unsere App, Website, Social Media und kostenlosem Infomaterial. Gleichzeitig können sie sich Kosten für Einwegbecher einsparen. Also für beide Seiten eine Win-Win-Situation.

So schaffen wir es unsere Mitarbeiter zu bezahlen, um den besten Service leisten zu können und noch viele weitere Coffee-to-go-Anbieter zu erreichen.

Wir sind begeistert von euren City-Cups! Welche Brandingmöglichkeiten bietet ihr für Unternehmen?

Danke, diese lassen wir von unserer eigenen Designerin entwerfen. Für Unternehmen bieten wir momentan keine Brandingmöglichkeiten an, da wir das System so neutral wie möglich halten wollen. Wäre ein Logo auf den RECUPs gedruckt, könnte man es nicht mehr bei allen Partnern abgeben und das System könnte nicht mehr flächendeckend funktionieren. Wir arbeiten aber noch an Individualisierungsmöglichkeiten. So gibt es zum Beispiel demnächst die Möglichkeit, sein Logo auf unseren neuen Mehrwegdeckel drucken zu lassen.

Rewe bietet den Einkauf mit Tupperdosen an. Wie findet das Startup das? Gibt es Möglichkeiten das RECUP Prinzip weiter auszubauen?

Es freut uns zu sehen, dass immer mehr Unternehmen auf das Thema Vermeidung von Einwegverpackungen aufmerksam werden und ihren Kunden Alternativen anbieten. In Sachen Vermeidung von Pappbechern ist in Deutschland nämlich noch um einiges Luft nach oben. Auch ein Pfandsystem für Lebensmittel-Transportboxen ist denkbar, wir fokussieren uns aber erst einmal darauf Pappbecher zu vermeiden, bevor wir uns anderen Themen widmen.

Es freut uns zu sehen, dass immer mehr Unternehmen auf das Thema Vermeidung von Einwegverpackungen aufmerksam werden und ihren Kunden Alternativen anbieten.

Du hast bereits mit 21 Jahren gegründet. Erachtest du dein alter als Vor- oder Nachteil? Welche Tipps kannst du angehenden Gründern in deinem Alter geben?

Ich sehe mein Alter für mich als Vorteil, da ich ungebunden bin, noch vieles ausprobieren kann und den Unternehmensaufbau als sehr wertvolle Ausbildung empfinde. Ich kann mir vorstellen, dass der persönliche Erfolgsdruck mit zunehmendem Alter steigt, auch weil man Familie plant/hat und mehr Verpflichtungen hat. Auch wenn man viele Fehler gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt mit mehr Erfahrung vermeiden kann. Durch mein duales Studium habe ich bereits etwas Berufserfahrung sammeln können, die mich oft gerade bei der Teamführung und -kommunikation weiterbringt und mir einen Einblick in verschiedene Organisationsprozesse gegeben hat. Wenn man sich viel Input von den richtigen Leuten holt und auch das Glück hat in wertvolle Förderungsprogramme aufgenommen zu werden, wie wir beispielsweise in der Social Entrepreneurship Academy in München, dann ist das Alter meiner Meinung nach aber nicht entscheidend. Hauptsache man hat Spaß dabei!

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